Captain Hollywood Project

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Das Captain Hollywood Project ist eine Dancefloor-Formation, die 1991 zusammen mit dem ehemaligen Twenty-4-Seven-Rapper und Breakdance-Künstler Tony Dawson-Harrison alias Captain Hollywood gegründet wurde.

Entstehung[Bearbeiten]

Harrison, ein Captain der United States Army, war während seines Militärdienstes von 1980 bis 1983 in Deutschland stationiert. Wegen seines Hanges dazu, auch in Uniform zu tanzen, erhielt er von seinen Kameraden den Spitznamen „Captain Hollywood“.

Die deutsche Fernsehsendung Formel Eins entdeckte Harrison im Jahre 1983 und stellte ihn als einen der ersten Breakdance-Künstler Europas vor. Es folgten weitere Fernsehauftritte im deutschen Fernsehen sowie u. a. im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes bei der Premiere des Breakdance-Films Beat Street. Harrison arbeite zudem als Choreograph.

Im Jahr 1987 machte Harrison die Bekanntschaft mit dem Produzenten Ruud van Rijen. Aus der Zusammenarbeit ging die Gruppe Twenty 4 Seven hervor. 1987 veröffentlichte Harrison mit T.T. Fresh die Single Debora / Streetjazz. 1988 erschien Tribute to James B. von Captain Hollywood & B.P.M. als erste Veröffentlichung auf Lutz Ludwigs Label P1 Records. Ein Jahr später brachte das Label BCM den von Daniele Davoli (alias DJ Lelewel) produzierten Titel Grand Piano unter dem Projektnamen The Mixmaster auf den Markt. Harrison hatte sich im Vorfeld wieder von der Produktion zurückgezogen, da er von dessen Qualität nicht vollständig überzeugt war. Die Single wurde ein europaweiter Verkaufserfolg.

Nach der Veröffentlichung des Debütalbums Street Moves, welches in der Schweiz Platz 25 der Charts erreichte[1] verließ Harrison Twenty 4 Seven wieder und gründete 1992 das Captain Hollywood Project, an dem die Produzenten Thorsten Adler, Michael Eisele und Thomas Keil beteiligt waren. An den Studioproduktionen wirkten zahlreiche Künstler wie Kim Sanders, Lori Glori oder Nina Gerhard mit. Petra Spiegel war die einzige Studiosängerin, welche Harrison auch bei den Live-Auftritten in den Neunziger Jahren und bei Musikvideos begleitete. Im selben Jahr wurde Susanne Foecker als Managerin verpflichtet.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Mit den Eurodance-Singles More and More und Only with You hatte das Captain Hollywood Project 1992/1993 internationale Erfolge. Beide Titel waren große Hits in Europa. Das Debüt-Album Love Is Not Sex verkaufte sich in Europa 400.000 mal. Es enthielt neben More and More und Only with You die Auskopplungen All I Want und Impossible.

1995 folgte die Veröffentlichung des zweiten Albums, Animals or Human. Es war nicht so erfolgreich wie das Debüt-Album, aber verkaufte sich immerhin noch 200.000 mal. Nina Gerhard verließ die Gruppe, um sich einer Solokarriere zu widmen. Sie wurde ersetzt durch Petra Spiegel. Das Album enthielt die drei Singles Flying High, Find Another Way und The Way Love Is.

1996 kam das dritte Album The Afterparty heraus, das mit einer Namensänderung einherging. Der Beiname „Project“ wurde weggelassen und die Gruppe hieß fortan nur noch „Captain Hollywood“. Die Singleauskopplungen daraus waren Over and Over, Love and Pain und The Afterparty. Im Vergleich zu den ersten beiden Alben waren The Afterparty und die dazugehörigen Singles jedoch keine großen Erfolge.

Weitere Entwicklung[Bearbeiten]

Tony Dawson Harrison war weiterhin als Produzent tätig und produzierte im Jahr 2000 unter der Führung seines damaligen Produzenten Simon N. Mass, drei Titel im Auftrag für die von Musikproduzent Lou Pearlman gecastete Gruppe O-Town (MTV Casting Band) aus Orlando. Aufgrund einer langjährigen Haftstrafe wegen Betruges[2] seitens des Produzenten Lou Perlman, gab es keinerlei weitere Produktionen mit dieser Band. 2001 verließ Harrison Deutschland. 2003 kehrte er zurück nach Köln und brachte die Boyband 3rd Wish mit. Harrison etablierte die Firma Skreemrecords in Deutschland und leitete deren deutsche Geschäftsstellenvertretung (Köln/Düsseldorf). Gleichzeitig hatte er mit dem Titel Axel F 2003 feat. Captain Hollywood einen Charterfolg.

Skreemrecords wurde an der Börse mit dem Kürzel SKRM gehandelt. Inzwischen ist die Firma umbenannt in Skreem Interaktive. Skreem Records gehörte zu wenigen Teilen (0,8 %) Tony Harrison, zum größten Teil jedoch dem Wertpapierhändler Jeffrey Martin, dem Vater von Boygroupmitglied Justin Martin.[3]

Tony Harrison lebte fortan wieder in den USA in Orlando, Florida. Im August 2007 kehrte Tony Harrison nach Deutschland zurück, um Justin Martin, den ehemaligen Sänger der Gruppe 3rd Wish, einen Plattenvertrag bei Sony/BMG zu besorgen. Das Projekt war allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Justin Martin hat mittlerweile seine eigene Produktionsfirma und bringt Mitte 2011 eine neue Single der Gruppe 3rd Wish heraus.

Comeback[Bearbeiten]

Tony Harrison alias Captain Hollywood hat von 2000 bis 2010 eine kreative Pause eingelegt. 2006 heiratete er seine 20 Jahre jüngere Freundin Shirin von Gehlen. Nach einer abgebrochenen Ausbildung zur MTA, unterstützt sie ihn bei seinen Auftritten als Background- und Playbacksängerin. Als Special Guest von DJ BoBo auf der Fantasy Tour 2010 trat er erstmals im Vorprogramm wieder auf. Auf der Tour hat er sein Greatest-Hits-Album vorgestellt, das im Mai 2010 veröffentlicht wurde. Auf diesem Album sind ebenfalls vier neue Songs zu hören. Das Greatest-Hits-Album ist auf dem Label Yes Music von DJ BoBo erschienen. Zusätzlich hat Tony Harrison alias Captain Hollywood einige Songs von DJ BoBo für die Fantasy Tour 2010 zusammen mit DJ BoBo und seinem Team choreographiert.

Tony Harrison lebt mit seiner Frau in Florida und kommt ab und zu für einige Auftritte nach Deutschland.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkung
DE AT CH UK
1989 Do That Thang Erstveröffentlichung: 1989
1990 Street Moves 25
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Januar 1990
(Twenty 4 Seven feat. Capt. Hollywood)
1993 Love Is Not Sex 9
(17 Wo.)
15
(12 Wo.)
9
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. März 1993
(als Captain Hollywood Project)
1995 Animals or Human 42
(9 Wo.)
41
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. März 1995
(als Captain Hollywood Project)
1996 The Afterparty Erstveröffentlichung: 18. November 1996
2010 Greatest Hits Erstveröffentlichung: 21. Mai 2010
(nur als Download erhältlich)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkung
DE AT CH UK US
1987 Debora / Streetjazz Erstveröffentlichung: 1987
(feat. T.T.Fresh)[5]
1988 P1 Volume 1 (Tribute to James B.) Erstveröffentlichung: 1988
(feat. B.P.M.)[5]
1989 Soul Sister Erstveröffentlichung: 1989
Shirley Erstveröffentlichung: 28. August 1989[6]
1990 I Can't Stand It
Street Moves
3
(30 Wo.)
2
(22 Wo.)
2
(27 Wo.)
7
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Januar 1990
(Twenty 4 Seven feat. Captain Hollywood)
Are You Dreaming
Street Moves
16
(17 Wo.)
22
(10 Wo.)
4
(13 Wo.)
17
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
(Twenty 4 Seven feat. Captain Hollywood)
Debora Erstveröffentlichung: 1990
(feat. T.T. Fresh)
1991 Rock Me
Erstveröffentlichung: 1991
1992 More & More
Love Is Not Sex
1
(37 Wo.)
3
(15 Wo.)
3
(23 Wo.)
23
(6 Wo.)
17
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1992
(als Captain Hollywood Project)
1x Platin in Deutschland[7]
1993 Only with You
Love Is Not Sex
4
(24 Wo.)
5
(12 Wo.)
5
(20 Wo.)
61
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Januar 1993
(als Captain Hollywood Project)
1x Gold in Deutschland[7]
Do That Thang (Remix '93) Erstveröffentlichung: 22. Februar 1993
All I Want
Love Is Not Sex
22
(9 Wo.)
25
(4 Wo.)
30
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Mai 1993
(als Captain Hollywood Project)
Impossible
Love Is Not Sex
12
(19 Wo.)
15
(12 Wo.)
18
(12 Wo.)
29
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1993
(als Captain Hollywood Project)
1994 Flying High
Animals or Human
18
(18 Wo.)
10
(14 Wo.)
15
(16 Wo.)
58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. November 1994
(als Captain Hollywood Project)
1995 Find Another Way
Animals or Human
22
(14 Wo.)
19
(5 Wo.)
25
(10 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. März 1995
(als Captain Hollywood Project)
The Way Love Is
Animals or Human
71
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. August 1995
(als Captain Hollywood Project)
1996 Over & Over
The Afterparty
45
(9 Wo.)
35
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. März 1996
Love & Pain
The Afterparty
50
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Juni 1996
The Afterparty
The Afterparty
Erstveröffentlichung: 18. November 1996
2001 Danger Sign 61
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. Mai 2001
2003 Axel F. 2003 18
(11 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. Juni 2003
(Murphy Brown vs. Captain Hollywood)
Flying High 2003 44
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. September 2003
2008 More & More (One More Time) Erstveröffentlichung: 30. Mai 2008
2009 It Hurts with You Erstveröffentlichung: 9. Februar 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Twenty 4 Seven feat. Captain Hollywood - Street Moves bei dutchcharts.nl, abgerufen am 27. April 2014
  2. Vater der Boybands soll 25 Jahre ins Gefängnis
  3. Skreem Entertainment Corp bei edgar-online.com, abgerufen am 27. April 2014
  4. a b Chartquellen: DE, DACH, UK, US
  5. a b discogs.com: Captain Hollywood Discography
  6. Captain Hollywood ‎– Shirley. Discogs, abgerufen am 14. August 2013.
  7. a b musikindustrie.de: Captain Hollywood Gold-/Platin-Datenbank BVMI