Carbonia

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Carbonia
Wappen
Carbonia (Italien)
Carbonia
Staat: Italien
Region: Sardinien
Provinz: Carbonia-Iglesias (CI)
Lokale Bezeichnung: Carbònia / Crabònia
Koordinaten: 39° 9′ N, 8° 31′ O39.158.5166666666667111Koordinaten: 39° 9′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O
Höhe: 111 m s.l.m.
Fläche: 145,63 km²
Einwohner: 29.228 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 201 Einw./km²
Postleitzahl: 09013
Vorwahl: 0781
ISTAT-Nummer: 107003
Volksbezeichnung: carboniensi o carboniesi
Schutzpatron: Pontianus
Website: Carbonia

Carbonia ist eine italienische Stadt auf Sardinien mit 29.228 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Neben Iglesias ist Carbonia seit 2005 Provinzhauptstadt der Provinz Carbonia-Iglesias.

Stadt Carbonia[Bearbeiten]

Die Stadt Carbonia besteht neben Carbonia noch aus 10 angeschlossenen Gemeinden. Bacu Abis (2000 Einwohner), Barbusi, Corongiu, Cortoghiana (2700 Einwohner), Flumentepido, Genna Corriga, Is Gannaus, Medau Desogus (150 Einwohner), Serbariu und Sirri. Bacu Abis und Cortoghiana sind wie Carbonia auch auf dem Reißbrett geplant worden.

Geographie[Bearbeiten]

Carbonia liegt in der historischen Region Sulcis und bildet ihr urbanes Zentrum. Die etwa 70 km westlich von Cagliari gelegene Landschaft war früher sumpfig und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts trockengelegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Piazza Roma

Carbonia wurde am 5. November 1937 von König Viktor Emanuel III. gegründet und am 18. Dezember 1938 im Beisein von Benito Mussolini eingeweiht. Die Stadt wurde gegründet, um den Arbeitern der nahen Kohleminen eine Wohnstatt zu geben (daher auch der Name). Diese wurden zwischen 1936 und 1947 errichtet und gaben in dieser Zeit bis zu 18.000 Menschen Arbeit.

So hatte die Stadt schon zwei Jahre nach ihrer Gründung 29.000 Einwohner (Platz drei auf Sardinien nach Cagliari und Sassari). Nachdem die Kohlelager Istriens an Jugoslawien gegangen waren, gewannen die sardischen Kohlelager neue Bedeutung.

Daher hielten sich 1949 mehr als 60.000 Menschen in Carbonia auf. Mit der Zeit verlor die sardische Kohle an Bedeutung. Bis 1971 schlossen fast alle Minen, die Bevölkerung sank daher auf 30.000 Personen.

Um den Niedergang Carbonias aufzuhalten, wurden in den 1970er Jahren und darauf andere Industriekomplexe errichtet.

In jüngerer Zeit erlebte Carbonia einen Aufschwung als Dienstleistungszentrum und seit 2005 als Sitz der Provinzverwaltung (zusammen mit Iglesias) der neu errichteten Provinz Carbonia-Iglesias.

Verkehr[Bearbeiten]

Carbonia hat zwei Bahnhöfe, an dem die Bahnstrecke Cagliari-Villamassargia-Carbonia endet. Längere Zeit wurde hier nur noch Frachtverkehr abgewickelt, seit einigen Jahren gibt es wieder eine Regionalbahnverbindung. Die Bahnstrecken nach Iglesias und Calasetta wurden in den 1970er Jahren aufgegeben, die Gleise später größtenteils abgebaut. Carbonia verfügt neben Mals (Südtirol) über den letzten noch genutzten Wendestern in Italien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmal des Bergarbeiters
  • Großes Bergwerk von Serbariu: Die Türme des Bergwerks bilden eines der Stadtkennzeichen. Einer der unterirdischen Stollen kann besichtigt werden.
  • Monte Sirai: Auf dem im Nord-Westen der Stadt gelegenen Berg befinden sich archäologische Fundstätten mit einer phönizischen Nekropole. Außerdem finden sich dort verschiedene Domus de Janas.
  • Piazza Roma: Der Platz in der Innenstadt präsentiert sich im typisch faschistisch-sachlichen Stil. Am Platz befinden sich das Rathaus und die Pfarrkirche zum Heiligen Pontianus im neoromanischen Stil, das Stadttheater, der Freizeitclub (Dopolavoro) und der Stadtturm (ehedem Liktorenturm). Im nahen befindet sich das Denkmal des Bergarbeiters.
  • Museum der Kohle.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Carbonia pflegt seit dem Jahr 2002 eine Städtepartnerschaft mit Oberhausen und eine weitere mit Behren-lès-Forbach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carbonia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.