Carboxylierung
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Als Carboxylierung bezeichnet man in der Chemie die Reaktion zur Einführung einer Carboxylgruppe in eine organische Verbindung. Es ist eine Reaktion zur Darstellung von Carbonsäuren.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Reaktionsmechanismus
Die Carboxylierung verläuft vom Reaktionsmechanismus her meistens wie eine nukleophile Addition an eine Kohlenstoff-Heteroatom (CX)-Mehrfachbindung, in diesem Fall an eine Kohlenstoff-Sauerstoff-Doppelbindung (siehe: Carbonylgruppe). Bei anderer Betrachtungsweise jedoch - von der Seite des zweiten Edukts her - kann die Reaktion auch den elektrophilen Substitutionen zugeordnet werden (siehe: Beispiele).
[Bearbeiten] Edukte
[Bearbeiten] Carboxylierungsreagenz
Die Carboxylierung kann nicht nur mit Kohlendioxid als Edukt durchgeführt werden, sondern auch mit Metallkomplexen wie Nickeltetracarbonyl oder mit Phosgen. All diesen Edukten gemein ist das Vorhandensein eines "positivierten" (elektronenarmen) Kohlenstoffatoms, an dem das Nukleophil angreift.
[Bearbeiten] Nukleophil
Als Nukleophil dienen elektronenreiche Verbindungen wie Anionen (z. B. Acetylenide und Phenolate) oder Verbindungen mit einem Ladungsungleichgewicht (Dipole, wie z. B. Alkylmagnesiumhalogenide oder polarisierte Aromaten).
[Bearbeiten] Beispiele
[Bearbeiten] Carboxylierung von Acetyleniden
Acetylenide reagieren mit Kohlendioxid in Form von Trockeneis zu Alkinsäuren:
[Bearbeiten] Carboxylierung von Phenolaten
Die Herstellung von 2-Hydroxybenzoesäuren erfolgt durch die Carboxylierung von Phenolaten mit Kohlendioxid (Kolbe-Schmitt-Reaktion):
Von der Seite des Phenols betrachtet findet eine elektrophile Substitution eines Wasserstoffs gegen die Carboxylgruppe am aromatischen Ring statt.
[Bearbeiten] Carboxylierung von Alkylmagnesiumhalogeniden
Carbonsäuren entstehen durch Carboxylierung von Alkylmagnesiumhalogeniden (Grignard-Verbindungen) bei Raumtemperatur:
[Bearbeiten] Carboxylierung durch Phosgen
Im Beisein einer Lewis-Säure als Katalysator können Aromaten mit Hilfe von Phosgen carboxyliert werden:
Dieser Reaktion liegt der Mechanismus einer elektrophilen Substitution zugrunde.

