Carcanogewehr

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Carcanogewehr
Carcano M1891--38 1496.jpg
Allgemeine Information
Einsatzland: Italien
Entwickler/Hersteller: Salvatore Carcano,
Arsenale in Turin und Terni, Beretta, Fiat
Herstellerland: Italien
Produktionszeit: 1892 bis 1945
Waffenkategorie: Gewehr
Ausstattung
Gesamtlänge: 1.285 (Gewehr),
1.016 (Karabiner) mm
Gewicht: (ungeladen) 3,90 (Gewehr),
3,68 (Karabiner) kg
Lauflänge: 780 (Gewehr),
540 (Karabiner) mm
Technische Daten
Kaliber: 6,5 × 52 mm Mannlicher-Carcano,
7,35 × 51 mm Carcano,
7,92 × 57 mm
Mögliche Magazinfüllungen: 6 Patronen
Munitionszufuhr: festes Kastenmagazin, zu befüllen mit Laderahmen
Kadenz: 12 Schuss/min
Feuerarten: Einzelfeuer
Anzahl Züge: 4
Drall: rechts (beim Fucile 1891 progressiv, nimmt in Richtung Mündung zu )
Verschluss: Zylinderverschluss mit Kammerstängel
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Als Carcanogewehr wird eine Serie von Gewehren bezeichnet, die bei den Streitkräften Italiens im Einsatz waren.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Carcano-Gewehr wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelt und als Fucile Carcano Mod. 91 beim italienischen Heer als Nachfolger des Vetterligewehrs 1870 und 1870/87 eingeführt. Obwohl bereits vor dem Ersten Weltkrieg veraltet, wurde es modifiziert und weiterentwickelt. Ein Kritikpunkt war die Munition im Kaliber 6,5 × 52 mm Carcano. Sie erwies sich als zu schwach, zudem unterblieb die Umstellung der überkommenen Rundkopfgeschosse auf ballistisch günstigere Spitzgeschosse. Beides führte dazu, dass Wirksamkeit und Präzision der Waffe den Anforderungen nicht entsprach. Im Jahr 1938 wurde die längst überfällige Umstellung auf das leistungsstärkere Modell 38 im Kaliber 7,35 × 51 mm begonnen; die Fertigungskapazitäten reichten jedoch nicht aus, um die Umstellung zu Ende zu führen. Ab 1940/41 wurde die Produktion daher wieder auf das alte Standardkaliber 6,5 × 52 mm zurückgeführt. Da nur wenige der existierenden 7,35-mm-Waffen auf das alte Kaliber umgebaut wurden (die meisten von ihnen wurden eingelagert), führte dies zu einem Mangel an Gewehren bei der italienischen Armee. In den USA galt das Carcano-Gewehr als vergleichsweise minderwertig.[1]

Experimentell wurden 1944/1945 von der deutschen Wehrmacht eine geringe Stückzahl von Carcanos auf die deutsche Gewehrpatrone 7,92 × 57 mm umgerüstet. Die Mehrzahl der Waffen in diesem Kaliber sind jedoch italienische Nachkriegsfertigungen für den Nahen Osten.

Varianten[Bearbeiten]

Im Wesentlichen gab es drei Varianten, von denen es im Laufe der Zeit noch verschiedene Untertypen gab:

  • Infanteriegewehr: Fucile Mod. 91 und Mod. 91/41
  • Kurzgewehr: Fucile Mod. 1938 und Mod. 91/38
  • Karabiner: Moschetto Mod. 91 per Cavalleria (Cav.) und Moschetto Mod. 91 per Truppe Speciali (T.S.)

Tatwaffe[Bearbeiten]

Am Tatort des Kennedy-Attentats gefundenes Carcanogewehr (US National Archives)

Beim Attentat auf John F. Kennedy wurde laut offizieller Darstellung ein Carcanokurzgewehr (Fucile Mod. 91/38) mit der Seriennummer C 2766, gefertigt 1940 in Terni, benutzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter H.B. Smith, The Basic Manual of Military Small Arms., The Telegraph Press, Harrisburg Pennsylvania, 1943, S. 117

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carcano – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
  • www.waffenhq.de: Mannlicher-Carcano 1891
  • http://world.guns.ru/rifle/rfl21-e.htm world.guns.ru: ''Paraviccini – Carcano M91 rifle (Italy)''] (englisch) (Achtung: Bitte diese Website nicht aufrufen, da sie gefährliche Software verbreitet!)