Hänge-Segge
| Hänge-Segge | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Hänge-Segge (Carex pendula) |
||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
|
||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Carex pendula | ||||||||||||
| Huds. |
Die Hänge-Segge (Carex pendula), wegen ihrer sehr großen Ähren auch Riesen-Segge genannt, gehört zur Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Die langlebigen, bei Kälte keimenden Samen werden durch das Wasser ausgebreitet (Hydrochorie). Sie vermehrt sich aber auch vegetativ durch Sprösslinge ihres Rhizoms.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Beschreibung
[Bearbeiten] Vegetative Merkmale
Die Hänge-Segge ist eine sehr kräftige, ausdauernde, krautige Pflanze mit kräftigem Rhizom. Sie bildet ziemlich dichte Horste und besitzt keine Ausläufer. Alle Blattscheiden weisen deutliche Gitternerven auf. Die Blattscheiden der untersten, meist spreitenlosen Blätter eines Triebes sind purpurbraun bis dunkel rotbraun gefärbt und nicht oder nur schwach netzfaserig. Die breit linealischen, (7–)10–15(–20) mm breiten Spreiten der Laubblätter sind dunkelgrün, kahl und glänzend. Sie sind ± flach, aber unterseits durch die Mittelrippe und oberseits durch zwei dazu parallele seitliche Nerven gekielt. Die Spreitenränder sind etwas zurückgerollt und gegen die Blattspitze zu meist stark rau.
[Bearbeiten] Generative Merkmale
Die Blühtriebe erreichen Wuchshöhen von 50–150 cm und sind damit viel länger als die Blätter. Der kräftige, 2–4 mm dicke, steif aufrechte Stängel ist scharf dreikantig und an den Kanten glatt bzw. nur ganz oben etwas rau. Er ist bis in den Blütenstand hinein gleichmäßig beblättert. Die Geschlechtsverteilung der Blüten ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch). Der Gesamtblütenstand ist bis etwa 50 cm lang und besteht aus 2–7 blattachselständigen weiblichen Ähren im unteren Teil und 1(–2) männlichen Ähren an der Spitze. Alle Ähren sind relativ weit voneinander entfernt angeordnet und hängen zuletzt bogig über. Die Tragblätter der unteren und mittleren weiblichen Ähren sind laubblattartig ausgebildet und oft länger als der Gesamtblütenstand. Sie besitzen eine 5–10 cm lange Scheide. Die schlank zylindrischen weiblichen Ähren sind ungefähr 5 mm breit und 5–15 cm, bei manchen Kulturformen bis zu 25 cm lang.[1] Sie sind reich- und dichtblütig, aber gegen den Grund zu oft lockerblütig. Die unteren Ähren besitzen bis über 10 cm lange, raue Stiele, die großteils von den Scheiden ihrer Tragblätter umschlossen sind. Die männlichen Ähren sind grundsätzlich endständig, aber manchmal befindet sich an ihrem Grund eine zweite männliche Ähre. Außerdem kann die oberste weibliche Ähre manchmal an ihrer Spitze männliche Blüten besitzen.
Die Spelzen sind rotbraun gefärbt und tragen einen grünen Mittelstreif.
Die kahlen Schläuche sind ungeschnäbelt oder nur selten mit einem sehr kurzen, dann jedoch gestutzten leicht ausgerandeten nicht zweizähnigen Schnabel versehen. Dieser umschließt stets drei Narben. Sie blüht von Mai bis Juni.
[Bearbeiten] Verbreitung und Lebensraum
Die Hänge-Segge ist vorwiegend auf nährstoff- und basenreichen Ton- und Lehmböden in feuchten bis nassen oder quelligen Erlen- und Eschenwäldern auf sumpfigen Waldlichtungen oder Waldwegen zu finden. In Teilen Baden-Württembergs und Bayerns ist sie häufig. Im übrigen Deutschland kommt sie dagegen nur zerstreut vor. In Brandenburg und Berlin gilt die Hänge-Segge in ihren natürlichen Lebensräumen als erloschen. Sonst ist diese Pflanzenart im übrigen Europa und Teilen des westlichen Asiens beheimatet. In Australien ist sie eingeschleppt worden und gilt als Neophyt. Die Hänge-Segge wird auf Grund ihrer Größe als Zierpflanze in Gärten angepflanzt.
[Bearbeiten] Taxonomie
Die Hänge-Segge (Carex pendula) wurde vom britischen Botaniker William Hudson in seinem 1762 erschienenen Werk Flora Anglica beschrieben.[2] Hudson bezog sich bei seiner Erstbeschreibung auf ältere, vorlinnéische Beschreibungen von John Parkinson, Johann Bauhin, Caspar Bauhin und John Ray. Offenbar aus eigener Anschauung nannte Hudson reichliche Vorkommen der Art in Hecken und Gebüschen zwischen den heutigen Londoner Stadtteilen Hampstead und Highgate. Carex maxima Scop. ist ein Synonym.
[Bearbeiten] Quellen
- Heß H. E., Landolt E., Hirzel R. 1967: Cárex L., Segge. In: Flora der Schweiz und angrenzender Gebiete. Band 1: Pteridophyta bis Caryophyllaceae. 1. Aufl. Birkhäuser, Basel, Stuttgart. S. 418–489.
- Schultze-Motel W: 1967–1977: Ordnung Cyperales. In: Hegi G. (Begr.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Band II/1. 3. Aufl. Carl Hanser, München; Parey, Berlin, Hamburg. ISBN 3-489-54020-4. S. 2–240.
- Werner Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. Fischer, Jena, 1994, ISBN 3-334-60830-1
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Walters S. M. 1984: 4. Carex Linnaeus. In: Walters S. M., Brady A., Brickell C. D., Cullen J., Green P. S., Lewis J., Matthews V. A., Webb D. A., Yeo P. F., Alexander J. C. M. (Hrsg.): The European garden flora. Vol. II. Monocotyledons (Part II). Juncaceae to Orchidaceae. Cambridge Univ. Press, Cambridge, etc. ISBN 0-521-25864-2. S. 116–117.
- ↑ Hudson W. 1762: Flora Anglica. London. S. 352–353. – Online
[Bearbeiten] Weblinks
- Hänge-Segge. In: FloraWeb.de.
- Carex pendula. In: Germplasm Resources Information Network (GRIN): Taxonomy for Plants. United States Department of Agriculture (USDA), ARS, National Genetic Resources Program, National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland, abgerufen am 14. Januar 2012.