Carl Baermann

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Carl Ludwig Wilhelm Baermann (* 24. Oktober 1811[1] in München; † 24. Mai 1885 in München) war ein deutscher Klarinetten- und Bassetthornvirtuose.

Leben[Bearbeiten]

Baermann war Sohn des Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann und der Sängerin Helene Harlas (1785–1818);[2] er hatte vier Geschwister. Helene Harlas war vorher mit dem bayrischen Beamten Joseph von Geiger verheiratet gewesen. Carl Baermann heiratete Barbara Schmitz, sie hatten acht Kinder.

Baermann wurde musikalisch von seinem Vater ausgebildet und gehörte seit 1825 als Eleve und ab 1832 fest der Münchner Hofkapelle an, in der er Bassetthorn spielte und 1847 seinem Vater in der Position des Soloklarinettisten folgte. Er begleitete seinen Vater auf vier Konzertreisen, und die beiden trumpften als Vater-und-Sohn-Duo unter anderem mit Carls Duo concertant op. 33 1839 in Paris auf, wo sie beim befreundeten Giacomo Meyerbeer untergekommen waren.

Seine Vollständige Clarinettenschule entwickelte er beim Unterrichten an der Königlichen Musikschule, sie erschien fünfbändig ab 1867 in Offenbach. Mit dem Instrumentenbauer Georg Ottensteiner patentierte er 1860 ein Klarinettenmodell,[3] das den Zuspruch des Brahms-Klarinettisten Richard Mühlfeld fand. Mit der Pensionierung als Soloklarinettist wurde er zum Bayrischen Professor ernannt. Carl Baermanns Werk verzeichnet 87 Opus-Zahlen.

Sein Sohn Karl Baermann (1839–1913) war Schüler von Peter Cornelius und Franz Lachner und Freund von Franz Liszt. Er war an der Münchner Musikschule als Klavierlehrer angestellt, bevor er 1881 nach Boston übersiedelte.[4] Sein Onkel Carl Baermann (1782–1842) war Fagottist in Potsdam.[5]

Großes Duett für Dampfnudel oder Rahmstrudel, Clarinett und Bassetthorn[Bearbeiten]

Heinrich und Carl Baermann machten auf einer zweijährigen Konzertreise auf dem Weg nach St. Petersburg Station in Berlin und vereinbarten am 30. Dezember 1832 einen Besuch im Hause von Felix Mendelssohn Bartholdy, Baermann und Mendelssohn Bartholdy hatten sich auch schon 1827 in Berlin getroffen. Vater und Sohn Baermann sollten in der herrschaftlichen Küche der Mendelssohns für ein Gericht mit Dampfnudeln und Rahmstrudel sorgen, wonach es Mendelssohn seit einem Besuch bei Baermann in München gelüstete. Mendelssohn seinerseits würde derweil einen schon lange zugesagten Komponierauftrag für Heinrich Baermann erfüllen. Es entstand ein Konzertstück für Klarinette, Bassetthorn und Klavier op.113, das schon an dem Abend mit Mendelssohn am Klavier geprobt werden konnte. Wegen des Erfolges wiederholten die drei ein paar Tage danach die Koch- und Komponieraktion für ein zweites Konzertstück, Konzertstück für Klarinette, Bassetthorn und Orchester Nr. 2, op. 114. Mendelssohn orchestrierte seine erste Komposition, Carl Baermann schrieb die Orchesterfassung für die zweite.[6][7][8]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lemma Baermann, Carl (II), in Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Band 1, S. 1615
  • Thomas Grass, Dietrich Demus, René Hagmann: Das Bassetthorn: seine Entwicklung und seine Musik. BoD – Books on Demand, 2004, ISBN 3831144117, S. 98f (Auszug in der Google-Buchsuche).
  • Robert Erdt: Der Münchner Klarinettenvirtuose Carl Baermann (1811-1885) als Pädagoge, Klarinettist und Komponist: Zum Einsatz der Klarinette im 19. Jahrhundert und ihrer didaktischen Vermittlung. Peter Lang, Frankfurt am Main, 2010. Diss. München 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. bei Robert Erdt wird belegt, dass Carl Baermann 1811 geboren wurde. Robert Erdt: Der Münchner Klarinettenvirtuose Carl Baermann. München 2010, S. 116
  2. zu Helene Harlas siehe Karl Josef Kutsch; Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage, München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 10206f
  3. Stephen Fox: Mühlfeld's Clarinet, bei Stephen Fox
  4. Lemma Karl Baermann, in MGG, Band 1, S. 1615
  5. Lemma Baermann, Carl (I), in MGG, Band 1, S. 1614
  6. Thomas Grass, Dietrich Demus, René Hagmann: Das Bassetthorn: seine Entwicklung und seine Musik. S. 98f
  7. Baermann - Mendelssohn, bei Orfeo
  8. Konzertstück Nr.1 f-moll bei Josef Jiskra