Carl Brockelmann

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Carl Brockelmann (* 17. September 1868 in Rostock; † 6. Mai 1956 in Halle (Saale)) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Orientalisten und Semitisten des 20. Jahrhunderts.

Leben[Bearbeiten]

Carl Brockelmann, Sohn eines Rostocker Kaufmanns und Neffe des Reeders Ernst Brockelmann. Er verbrachte seine Jugend in Rostock. Er nahm zunächst im Sommersemester 1886 ein Philologiestudium in Rostock auf,[1] konnte dann jedoch mit einem Stipendium nach Breslau gehen. Im Jahre 1888 ging er zum Orientalisten Theodor Nöldeke nach Straßburg, wo er im Sommer 1888 sein Staatsexamen ablegte. In den folgenden zwei Jahren war Brockelmann Proband und Hilfslehrer am Protestantischen Gymnasium in Straßburg. Er unterrichtete u.a. die Söhne der Straßburger Fabrikantenfamilien Adler und Oppenheimer.

Wissenschaftlicher Werdegang[Bearbeiten]

Im Jahre 1893 erhielt Brockelmann eine Privatdozentur an der Universität Breslau, im Jahre 1900 wurde er Außerordentlicher Professor an der Universität Berlin und 1903 Ordentlicher Professor in Königsberg. Im Jahre 1910 folgte er einem Ruf nach Breslau, 1922 wieder an die Universität Berlin. Er kehrte jedoch schon 1923 wieder nach Breslau zurück, wo er 1936 emeritiert wurde. Seine letzten Jahre verbrachte er in Halle, wo er noch bis zu seinem 88. Lebensjahr die Lehre in seinem Fach aufrechterhielt. Ein Schüler von ihm war Max Bravmann.

Er war maßgeblich an der Entwicklung der DIN-Norm DIN 31635 (Umschrift des arabischen Alphabets) beteiligt, die auf der Umschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (DMG) von ihm und Hans Wehr beruht. Sie wurde 1936 auf dem Internationalen Orientalistenkongress in Rom angenommen.

Werke[Bearbeiten]

  • Geschichte der arabischen Litteratur. Zweite den Supplementbänden angepasste Auflage. Brill, Leiden 1943. Supplementbände I-III. Brill, Leiden 1937-1942 (ursprünglich in Die Litteraturen des Ostens in Einzeldarstellungen)
  • Geschichte der christlichen Literaturen des Orients, 2. Aufl. Leipzig 1909 (Die Litteraturen des Ostens in Einzeldarstellungen)
  • Grundriss der vergleichenden Grammatik der semitischen Sprachen, Bd. 1-2, 1908/1913
  • Semitische Sprachwissenschaft, 2. Aufl. 1916
  • Lexicon Syriacum, 2. Aufl. Halle 1928
  • Syrische Grammatik, Leipzig 1938
  • Geschichte der islamischen Völker und Staaten
  • Osttürkische Grammatik der islamischen Literatur-Sprachen Mittelasiens, Leiden 1954
  • Hebräische Syntax. 1956
  • Arabische Grammatik. Berlin u.a. 1904, zahlreiche Neuauflagen, darunter Leipzig 1960. (Neubearbeitung der Grammatik von Albert Socin.)

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Sellheim (Hrsg.): Autobiographische Aufzeichnungen und Erinnerungen von Carl Brockelmann. In: Oriens. Bd. 27. Brill, Leiden 1981, ISSN 0078-6527, S. 1–65.
  • Otto Spies: Verzeichnis der Schriften von Carl Brockelmann. Harrassowitz, Leipzig 1938.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Immatrikulation von Carl Brockelmann im Rostocker Matrikelportal

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]