Carl Christian Schmid

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Politiker Carl Christian Schmid. Zum Theologen siehe Carl Christian Erhard Schmid.
Carl Christian Schmid

Carl Christian Friedrich Schmid (* 9. Mai 1886 in Osnabrück; † 6. April 1955 in Meerbusch) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Politiker (DVP).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Carl Christian Schmid studierte Rechtswissenschaften. An der Universität Göttingen wurde er 1904 Mitglied des Corps Bremensia.[1] Nach bestandenem juristischen Staatsexamen und anschließender Referendarzeit wirkte er 1917 bis 1918 zunächst als Regierungsrat im preußischen Innenministerium, sowie 1918 bis 1920 als Landrat in Hanau. Im Jahr 1919 war er Mitglied im Kommunallandtag Kassel und dem Provinziallandtag der Provinz Hessen-Nassau.[2]1920 erfolgte seine Wahl zum Bürgermeister in Düsseldorf. 1923 wurde er zum Generalkommissar und stellvertretenden Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete ernannt. 1924 bis 1928 saß Schmid als Abgeordneter für die DVP im preußischen Landtag, daran anschließend bis 1932 im Reichstag. 1926 erfolgte seine Berufung zum Staatssekretär im Reichsministerium für die besetzten Gebiete. In dieser Funktion verblieb er bis zur Auflösung des Ministeriums im Jahr 1930.

1933 wurde er zum Regierungspräsidenten von Düsseldorf ernannt und musste nach jahrelangen Querelen mit dem NSDAP-Oberpräsidenten Josef Terboven und dem örtlichen Gauleiter Friedrich Karl Florian im November 1938 zurücktreten: Die Gauleitung hatte die Pogrome vom 9. und 10. November zum Anlass genommen, eine Kampagne gegen Schmid zu inszenieren, da dieser eine jüdische Ehefrau hatte. Am Mittag des 10. November kam es zu tumultartigen Szenen vor dem Regierungspräsidium, bei denen ca. 3.000 HJ- und SA-Angehörige lautstark Schmids Rücktritt forderten und teilweise gewaltsam in das Gebäude eindrangen. Einzelne Teilnehmer riefen im Chor: ‚Schweineschmid heraus‘.“ Es waren Rufe zu hören, wie: ‚Nieder mit dem Judenschmid, raus mit dem Judenschwein.‘ Er wurde wegen seiner Mischehe, die gegen das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums verstieß, noch an diesem Tage "beurlaubt". Die Abendausgabe der „Rheinischen Landeszeitung“ schrieb: „Dann zogen Tausende von Volksgenossen zum Ufer der Alten Garde, wo sie in Sprechchören durch Niederrufe ihrem Abscheu darüber Ausdruck gaben, dass ein dort beschäftigter Beamter auch heute noch mit einer Jüdin verheiratet ist.“

Literatur[Bearbeiten]

  • Horst Romeyk: Düsseldorfer Regierungspräsidenten 1918–1945. In: Rheinische Vierteljahresblätter. 44, 1980, S. 237–299, hier S. 278 f.
  • Holger Berschel: Bürokratie und Terror. Das Judenreferat der Gestapo Düsseldorf. Essen 2001.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 39, 1042
  2.  Jochen Lengemann, Historische Kommission für Hessen (Hrsg.): MdL Hessen. 1806-1996 biografischer Index. Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 324.