Carl Contag

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Carl Contag

Carl Ernst Contag (* 7. August 1863 in Lyck, Masuren; † 17. Februar 1934 in Nordhausen, Provinz Sachsen) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Kommunalbeamter. Als Oberbürgermeister von Nordhausen saß er im Preußischen Herrenhaus.

Leben[Bearbeiten]

Contag besuchte das Königliche Gymnasium Lyck und studierte Rechtswissenschaft an der Albertus-Universität Königsberg. 1881 wurde er im Corps Masovia aktiv.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Dort promovierte er 1885 zum Dr. iur.. 1889 bestand er das Examen zum Gerichtsassessor. Die Stadt Königsberg i. Pr. nahm ihn noch im selben Jahr als Magistratsassessor an. Linksliberal-freisinnig eingestellt, wurde er 1890 Stadtrat in Insterburg. 1891 kam er als Zweiter Bürgermeister nach Elbing.[2]

Die Stadtverordneten Nordhausens wählten ihn am 19. Juli 1899 mit knapper Mehrheit zum Oberbürgermeister.[3] Vergeblich hatte die preußische Staatsregierung versucht, die Wahl des freisinnigen Contag in der linksliberal dominierten Kommune zu verhindern.[2] Im Vierteljahrhundert von Contags Amtszeit entstanden Nordhausens Stadthaus, Stadtbad, Stadttheater und Kanalisation.[4][5][6] Er führte die Stadt durch den Ersten Weltkrieg, die Novemberrevolution und die Deutsche Inflation 1914 bis 1923. Bei seinem Ausscheiden am 30. September 1924 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft verliehen. Den Ruhestand verlebte er in Nordhausen. Er starb mit 70 Jahren.

Von 1900 bis 1918 war er von Amts wegen Mitglied des Preußischen Herrenhauses.

Familie[Bearbeiten]

Verheiratet war Carl Contag mit Margareta Lina Pastenaci (1865–1911), Tochter des Adolf Pastenaci aus Tilsit. Aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor. Nach dem Tod seiner Frau heiratete er 1921 in zweiter Ehe Hertha Hogrefe (1885–1971), eine Tochter von Robert Hogrefe, herzogl. anhalt. Domänenpächter auf Schwägerau und Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses.[7] Diese Ehe blieb kinderlos.

Schriften[Bearbeiten]

  • Nordhausen in der Kriegs- und Nachkriegszeit, in: Das tausendjährige Nordhausen, 2. Teil. Nordhausen am Harz 1927, S. 305–370.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 87, 761.
  2. a b Deutsche Biographische Enzyklopädie 2, Band 2 (GoogleBooks)
  3. Stadtkreis Nordhausen (territorial.de)
  4. Stadthaus Nordhausen
  5. Theater Nordhausen
  6. Stadtentwässerung Nordhausen
  7. Amtsbezirk Waldhausen (territorial.de)