Carl-Dietrich von Trotha

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Carl Dietrich von Trotha)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Carl-Dietrich Ernst Wilhelm von Trotha (* 25. Juni 1907 in Kreisau; † 28. Juni 1952 in Fox Lake, Illinois) war ein deutscher Jurist, Ökonom, Hochschullehrer und Oberregierungsrat. Er war Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Mitglied des Kreisauer Kreises.

Familie[Bearbeiten]

Er entstammte dem sächsischen Adelsgeschlecht von Trotha und war der Sohn des königlich preußischen Generalmajors Dietrich von Trotha (1857-1914) und dessen zweiter Ehefrau Margarete von Moltke (1879-1946).

Trotha heiratete am 29. Oktober 1933 in Wilhelmshaven die Diplom-Volkswirtin Dr. rer. pol. Margarete Bartelt (1907–1995), Dozentin am sozialpädagogischen Seminar des Pestalozzi-Fröbel-Hauses in Berlin, die Tochter des Oberbürgermeisters Emil Bartelt und der Dorothea Gerdsen. Das Ehepaar hat vier Söhne.

Leben[Bearbeiten]

Trotha gründete bereits mit 21 Jahren mit seinem Cousin Helmuth James von Moltke und Horst von Einsiedel ein freiwilliges Arbeitslager für Bauern, Arbeiter und Studenten mit dem Ziel, soziale Barrieren aufzulösen. Er wurde mit 22 Jahren Geschäftsführer der Notgemeinschaft des Bergwerksgebietes in Schlesien. Zusammen mit Einsiedel war er Mitglied der Schlesischen Jungmannschaft als Teil der bündischen Deutschen Freischar.[1]

Er studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie später Rechtswissenschaften in Breslau. Wie bei seinem Studienfreund Einsiedel hatte sein Professor Eugen Rosenstock-Huessy mit seinen Vorstellungen der Bildung und der so genannten „Arbeitslagerbewegung“ wesentlichen Anteil an seinen ökonomischen Wertvorstellungen. Er gehörte zu den Mitbegründern der Löwenberger Arbeitsgemeinschaft. 1933 wurde er bei Rosenstock-Huessy mit einer Schrift über die staatliche Wirtschaftslenkung promoviert.

1936 wurde er Angestellter im Reichswirtschaftsministerium, zunächst im Generalreferat des Staatssekretärs. Später wechselte er in das Referat für Energiewirtschaft, dessen Leiter er wurde. Auch in dieser Zeit behielt er eine enge Verbindung zu seinem Freund Einsiedel, gemeinsam standen sie in Verbindung mit Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen.

Bereits in den späten 1930er Jahren versuchte er gemeinsam mit Moltke und später mit Einsiedel, Konzepte für eine Wirtschaftsordnung zu formulieren. Er gehörte als einer der ersten dem Kreisauer Kreis an. Sein Interesse im Kreis galt der Sozialen Marktwirtschaft und einer Wirtschaftsordnung. Er wurde den Attentätern des 20. Juli 1944 zugerechnet. Ein Nachweis konnte jedoch von der Gestapo nicht erbracht werden.

Ab Mai 1945 arbeitete er in der Zentralverwaltung des neu gebildeten Magistrats von Berlin. 1948 war er Teilnehmer an der ersten Weltkonferenz des Ökumenischen Rates der Kirchen. Er wurde Mitbegründer und Vorsitzender der Europa-Union in Berlin und vertrat dann Berlin und die deutsche Bewegung für ein vereinigtes Europa in Straßburg. Während der Berlin-Blockade war er Mitbegründer der Deutschen Hochschule für Politik und wurde dort Professor für Auslandskunde und Außenpolitik.

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Aussage unbelegt un widerspricht der (ebenfalls unbelegten) Aussage unter Kreisauer Kreis. --Joes-Wiki (Diskussion) 18:38, 29. Jun. 2012 (CEST)

Er verstarb 1952 bei einem Autounfall in den USA.

Die Visionen von Trotha und Einsiedel zu Europa und der Verzicht auf einzelstaatliche Souveränität wurden in seinen Ausführungen zu einer Nachkriegs-Wirtschaftsordnung mehrfach ausführlich dargestellt und haben dem Grunde nach an Aktualität nicht verloren.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Günter Brakelmann: Helmuth James von Moltke: 1907-1945. Eine Biographie., C.H.Beck, München 2009, S. 39

Weblinks[Bearbeiten]