Carl Gottlieb Hering

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
C. G. Hering

Carl Gottlieb Hering, auch Karl Gottlieb Hering (* 25. Oktober 1766 in Schandau, Kurfürstentum Sachsen; † 4. Januar 1853 in Zittau, Königreich Sachsen) war Lehrer, Musiker (Organist) und Komponist. Bekannt geworden ist er vor allem durch die Vertonung der Kinderreime "Hopp, hopp, hopp, Pferdchen, lauf Galopp" und "Morgen, Kinder, wird’s was geben" sowie des Kaffee-Kanons (C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee!).

Leben[Bearbeiten]

Gedenktafel am Haus Poststraße 3, in Bad Schandau

Hering studierte von 1788 bis 1791 Theologie, Pädagogik, Philologie und Philosophie in Leipzig. Danach war er bis 1794 Hauslehrer bei Familie Krug von Nidda zu Gatterstädt bei Querfurt. Von 1795 bis 1811 arbeitete er als Lehrer und später Konrektor an der lateinischen Stadtschule von Oschatz. In der Zeit wurde er 1796 Magister der Philosophie und erhielt musikalische Ausbildung durch Johann Gottfried Schicht. Er arbeitete zusätzlich noch als Mitarbeiter der Wochenzeitschrift "Oschatzer Erzähler für den Bürger und Landmann". An der St.-Aegidien-Kirche (Oschatz) war er 1802 bis 1811 Organist. Von 1811 bis 1836 war er Lehrer und Oberlehrer, ab 1813 Rektor an der Schule in Zittau.

Mit seiner ersten Frau Christiane Friderike geb. Kreuzberg (1777-1817) hatte er 13 Kinder. Dazu gehörten der Begründer der Homöopathie in Amerika Constantin Hering, der Komponist Carl Eduard Hering, der Schriftsteller Ewald Hering (Pseud. Ewald) und der Philologe Julius Robert Hering (1805-1828).

Im Totenregister von Zittau aus dem Jahr 1853 ist unter der Nr. 8 vermerkt:

gestorben den vierten Januar, früh 1/2 zwey Uhr, begraben den 7. Januar, Medium, z.l.Fr., ganz still, Herr M. Carl Gottlieb Hering, emeritierter Oberlehrer an hiesiger Stadtschule und am Seminar, ein Wittwer, Alter: 86 Jahre, Ursache: Altersschwäche, hinterläßt als Wittwer drey Söhne und zwey Töchter, mündig

Werke[Bearbeiten]

  • Neue, sehr erleichterte, praktische Generalbaßschule für junge Musiker, zugleich als ein nöthiges Hülfsmittel für diejenigen, welche den Generalbaß ohne mündlichen Unterricht in kurzer Zeit leicht erlernen wollen, Oschatz und Leipzig 1805 (Digitalisat).
  • Orthographische Lese- und Schreibeübungen für Bürger- und Landschulen : als ein bequemes Hülfsmittel zur leichtern Erlernung des Lesens, zu einer richtigern Aussprache un bes. zur Orthographie mitgetheilt. Oschatz 1807.
  • Neue praktische Singschule für Kinder nach einer leichten Lehrart. 4 Bände. Fleischer, Leipzig 1807–1809.
  • Neue praktische Klavierschule für Kinder nach einer bisher ungewöhnlichen, sehr leichten Methode. 4 Bände. Oschatz 1812.
  • Kunst das Pedal fertig zu spielen : und ohne mündlichen Unterricht zu erlernen. Fleischer, Leipzig 1816 Digitalisat
  • Allgemeines Choralbuch oder Sammlung der in den evangelischen Gemeinden üblichen Kirchenmelodien. Fleischer, Leipzig 1825 urn:nbn:de:bvb:12-bsb10592904-0

Lieder[Bearbeiten]

(bekannte deutsche Kinderlieder)
  • "C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee!"
(Kaffee-Kanon; Liedtext: „C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee! Nichts für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselman, der ihn nicht lassen kann!“ mit den sechs Anfangstönen C-A-F-F-E-E)

Literatur[Bearbeiten]

  • Hagen Schulz: Carl Gottlieb, Karl Eduard und Richard Hering. Drei Generationen sächsischer Musiker. Begleitheft zur Sonderausstellung 1999/2000 im Stadtmuseum Bautzen. Bautzen 1999. S. 2-19.
  • Rainer Lorenz: Musikpädagogik in den ersten 30 Jahren des 19. Jahrhunderts am Beispiel Carl Gottlieb Herings. Mainz 1988.

Weblinks[Bearbeiten]