Carl Heinrich Weizsäcker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Karl Heinrich Weizsäcker

Carl Heinrich von Weizsäcker (* 11. Dezember 1822 in Öhringen; † 13. August 1899 in Tübingen) war evangelischer Theologe.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Carl Heinrich Weizsäcker studierte Evangelische Theologie an der Universität Tübingen. Er war zunächst Hofkaplan am Hof des württembergischen Königs Wilhelm I. Ab 1861 wurde er Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Universität Tübingen und übernahm den Lehrstuhl seines Lehrers Ferdinand Christian Baur. Im Jahre 1890 wurde Weizsäcker Kanzler seiner Universität und blieb dies bis zu seinem Tode. Kraft seines Amtes als Kanzler der Universität Tübingen gehörte er von 1890 bis 1899 der Zweiten Kammer des württembergischen Landtages an.

Weizsäcker war ein führender Vertreter der historisch-kritischen Schule. Sein Hauptwerk ist Das apostolische Zeitalter der christlichen Kirche. Er wurde 1840 Mitglied der Tübinger Königsgesellschaft Roigel.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • 1862 Ehrendoktorwürde (Dr. theol. h.c.) der Universität Tübingen
  • 1877 Verleihung des Kommenturkreuzes des Ordens der Württembergischen Krone, womit der persönliche Adelstitel verbunden war
  • 1894 Verleihung des Titels und Rangs eines Staatsrats
  • 1897 Verleihung des Titels und Rangs eines Geheimen Rats
  • 1897 2 Ehrendoktorwürden (Dr. phil. h.c. und Dr. jur. h.c.) der Universität Tübingen

Familie[Bearbeiten]

Carl Heinrich Weizsäcker entstammt dem pfälzisch-württembergischen Geschlecht Weizsäcker. Er war der Sohn der früh verwitweten Sophie Weizsäcker geb. Rößle (1796–1864), welche 1816 Christian Ludwig Friedrich Weizsäcker (1785–1831) geheiratet hatte. Dieser war Pfarrer und Stiftsprediger in der hohenlohischen Residenzstadt Öhringen und stammte aus der zweiten Ehe des fürstlichen Mundkochs Gottlieb Jacob Weizsäcker. Sein Bruder war der Historiker Julius Weizsäcker (1828–1889).

Weizsäcker war seit 1848 mit Auguste Sophie Dahm (1824–1884) verheiratet. Die beiden hatten drei Kinder:

  • Sophie (* 1850; † nach 1910) ∞ 1875 Adolf von Bilfinger (1846–1902), Oberhofprediger, drei Söhne
  • Karl von Weizsäcker (1853–1926), württembergischer Politiker
  • Marie (1857–1939) ∞ 1875 Paul von Bruns (1846–1916), Chirurg, Professor für Medizin, zwei Söhne

Werke[Bearbeiten]

  • Untersuchungen über die evangelische Geschichte, ihre Quellen und den Gang ihrer Entwicklung. Besser, Gotha 1864 Digitalisat in der Google-Buchsuche, 2. Auflage, Mohr (Siebeck), Tübingen und Leipzig 1901 (Digitalisat in der Google-Buchsuche)
  • Lehrer und Unterricht an der evangelisch-theologischen Facultät der Universität Tübingen : von der Reformation bis zur Gegenwart. Fues, Tübingen 1877 (Zur vierten Säcularfeier der Universität Tübingen im Sommer 1877 : Festprogramm der evangelisch-theologischen Facultät) (Digitalisat in der Google-Buchsuche)
  • Mitarbeit an der Textbibel (Übersetzung des Neuen Testaments)

Literatur[Bearbeiten]

  • Ad. JülicherWeizsäcker, Karl. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 55, Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 27–38.
  •  Frank Raberg: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815–1933. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016604-2, S. 1002.
  • Martin Wein: Die Weizsäckers. Geschichte einer Deutschen Familie. DVA, Stuttgart 1988, ISBN 3-421-06389-3
  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I Politiker, Teil 6: T–Z, Heidelberg 2005, S. 249–251.

Weblinks[Bearbeiten]