Carl Hueter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Carl Hueter (* 27. November 1838 in Marburg; † 12. Mai 1882 in Greifswald) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer sowie Mitglied des Reichstages (MdR).

Biografie[Bearbeiten]

Als Sohn von Carl Christoph Hueter, Lehrstuhlinhaber für Chirurgie und Geburtshilfe in Marburg, begann Carl Hueter 1854 sein Medizinstudium an der Philipps-Universität. Er wurde Mitglied des Corps Teutonia Marburg, das ihn am 14. Juni 1855 recipierte.[1][2] Er beendete das Studium 1858 mit dem Staatsexamen. 1859 promovierte er in Marburg zum Dr. med.

Von 1861 bis 1863 arbeitete Hueter am Anatomischen Institut in Paris, wo menschliche Gelenke untersuchte. Von 1863 bis 1864 war er zunächst Assistent in Marburg und danach in Berlin bei Rudolf Virchow.

Nach seiner Teilnahme am Deutsch-Dänischen Krieg ging Hueter 1865 als Assistenzarzt zu Bernhard von Langenbeck, bei dem er sich 1868 habilitierte. Die Universität Rostock berief ihn als Nachfolger von Gustav Simon. Hueter ging Anfang 1870 von Mecklenburg nach Vorpommern und übernahm den Lehrstuhl der Universität Greifswald. Am Deutsch-Französischen Krieg nahm er als Sanitätsoffizier teil.[1] Für das akademische Jahr 1877/78 wurde er zum Rektor der Universität Greifswald gewählt.[3] In dieser Zeit gründete Hueter mit dem Straßburger Chirurgen Albert Lücke die Deutsche Zeitschrift für Chirurgie. Sie erschien im Leipziger Verlag F. C. W. Vogel. In den folgenden Jahrzehnten wurde sie u. a. von Wilhelm Anschütz, Ferdinand Sauerbruch und August Bier herausgegeben.

Hueter wurde bei der Reichstagswahl 1881 für die Liberale Vereinigung in den Reichstag gewählt. Dort schloss er sich als Hospitant der Fraktion der Deutschen Fortschrittspartei an.

Verheiratet war er mit Marie geb. Harder aus Barkow im Landkreis Greifenberg i. Pom. Er war Bruder von Viktor Hueter, Professor für Gynäkologie in Göttingen.[1]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Geschichtliche Beitraege zur Lere von der Kephalotripsie und den Kephalotriben. Elwert, Marburg 1859 (Dissertation; Digitalisat).
  • Die Formenentwickelung am Skelet des menschlichen Thorax. F.C.W. Vogel, Leipzig 1865 (Digitalisat).
  • Zur Rhinoplastik. August Hirschwald, Berlin 1869.
  • Klinik der Gelenkkrankheiten mit Einschluss der Orthopädie. Auf anatomisch-physiologischen Grundlagen nach klinischen Beobachtungen für Ärzte und Studierende bearbeitet. 2 Bände. F.C.W. Vogel, Leipzig 1870 (Digitalisat).
  • Über das Panaritium, seine Folgen und Behandlungen (= Sammlung klinischer Vorträge. Nr. 9). Breitkopf & Härtel, Leipzig 1870.
  • Ueber die chirurgische Behandlung der Wundfieber bei Schusswunden (= Sammlung klinischer Vorträge. Nr. 22). Breitkopf & Härtel, Leipzig 1871.
  • Die Scrofulose und ihre locale Behandlung als Prophylaxe gegenüber der Tuberculose (= Sammlung klinischer Vorträge. Nr. 49). Breitkopf & Härtel, Leipzig 1872.
  • Die Cheilo-Angioskopie. Eine neue Untersuchungsmethode zu physiologischen und pathologischen Zwecken. Zentralblatt medizinischer Wissenschaften. Berlin 1879, S. 225–256.
  • Grundriss der Chirurgie. 2 Bände. F.C.W. Vogel, Leipzig 1880/82 (Digitalisate: Band 1, Band 2).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Blaubuch des Corps Teutonia zu Marburg 1825 bis 2000. Marburg 2000
  2. Kösener Korps-Listen. 1910, 166, 331.
  3. Rektoratsreden (HKM)
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich Mosler Rektor der Universität Greifswald
1877
Adolph Kießling