Carl Justus Fedeler

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Carl Justus Fedeler (* 7. November 1837 in Bremen; † 18. März 1897 in Bremerhaven) war ein in Bremerhaven tätiger Maler von Schiffsbildern und Vorlagenzeichner für Holzstichillustrationen. Er wird leicht mit seinem Vater, dem Marinemaler Carl Justus Harmen Fedeler verwechselt, der sich meist Carl Justus Fedeler nannte und entsprechend signierte. Der hier behandelte Sohn dagegen benutzte nur den Vornamen Carl und signierte in der Regel[1] mit C. Fedeler.

Biografie[Bearbeiten]

Die Mosel kurz vor dem Anschlag von 1875

Fedeler wurde in Bremen als Sohn des oben genannten, bekanntesten Bremer Marinemalers geboren. Er fuhr eine Zeitlang zur See und erhielt im väterlichen Atelier eine handwerklich-künstlerische Ausbildung als Maler von Schiffsbildern. Nach dem Tod des Vaters (1858) lässt er sich im Mai 1860 in Bremerhaven nieder und bildet sich autodidaktisch weiter.

Seine frühen Gemälde sind, wenn nicht signiert und durch Datierung eindeutig zuzuweisen, von denen seines Vaters nur schwer zu unterscheiden. Beide liebten es, die glasige Durchsichtigkeit tiefer Meereswellen in lasierenden Grüntönen auf die Leinwand zu bringen. Spätere Bilder zeigen ein zunehmendes Interesse an und Geschick in der Darstellung von Erscheinungsformen verschiedener Wasseroberflächen und atmosphärischer Stimmungen.

Abfahrt der Schiffe Germania und Hansa zur Zweiten Deutschen Polarexpedition am 15. Juni 1869 von Bremerhaven. Holzstich nach einer Zeichnung von Carl Fedeler.

1858 beginnt auch seine Tätigkeit als Zulieferer von ereignishaften Zeichnungen und Skizzen rund um Hafen und Schifffahrt für die im Holzstich ausgeführten Abbildungen in den jetzt populär werdenden bebilderten Zeitschriften, wie der in Leipzig erscheinenden Illustrirten Zeitung. Bereits ab 1866 werden seine Ölbilder auch in Form von Fotokarten vervielfältigt und als Souvenirs und Sammelbilder gehandelt. 1868 malte er Landschaften für die Ausstattung des Passagierdampfers Rhein des Norddeutschen Lloyd, von dem Fedeler auch in der Folgezeit vielfach in Anspruch genommen wurde. Ein prominenter, Fedelers Wertschätzung kennzeichnender Auftrag war die Einfügung eines heimkehrende Dreimasters in das große allegorische Treppenhaus-Wandgemälde Arthur Fitgers in der Neuen Bremer Börse zu Bremen von 1881. Fedeler gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Bremerhavener Kunstvereins, ohne selbst den Anspruch zu stellen, dort mit Werken vertreten zu sein.

Ehrungen

  • Die Fedelerstraße in Bremen-Vegesack wurde nach ihm benannt.

Sammlungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arthur Fitger: Carl Fedeler (Nekrolog), in: Weser-Zeitung, Bremen, 3. April 1897
  • Saur: Allgemeines Künstlerlexikon. Band 37, Saur, München/Leipzig 2003, S. 385.
  • Elke Grapenthin: Künstler und Künstlerinnen in Bremerhaven und Umgebung. Bremen 1991, S. 108–113.
  • Bremische Biographie des 19. Jahrhunderts. Bremen 1912, (Nachdruck Bremen 1976), S. 130 f.
  • Johannes Lachs: Schiffe aus Bremen, Bilder und Modelle im Focke-Museum. Bremen o.J. [1993], S. 109, 128, 130, 141, 142, 144, 149, 152, 155, 167.
  • Gert Schlechtriem: Carl Fedeler, Bilder alter Polarexpeditionsschiffe, in: Zeitschrift Schiff und Zeit, Jg. 1973, S.37.

Nachweis[Bearbeiten]

  1. Mit Ausnahme von mindestens zwei im Todesjahr des Vaters datierten Gemälden (Lachs, S. 130 und 142) die noch mit C. J. Fedeler bezeichnet sind.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carl Justus Fedeler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien