Carl Laeisz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carl Laeisz

Carl Heinrich Laeisz (* 27. April 1828 in Hamburg; † 22. März 1901 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und Reeder.

Leben[Bearbeiten]

Laeisz war der Sohn des Reeders Ferdinand Laeisz und dessen Ehefrau Johanna Ulrike Catharina Creutzburg. Nach Beendigung seiner Schulzeit absolvierte Laeisz eine kaufmännische Lehre in Bremen, darauf folgten mehrere ausgedehnte Studienreisen durch Großbritannien, Frankreich und Amerika.

Am 1. März 1852 trat er als Teilhaber in die väterliche Firma F. Laeisz ein. Als fähiger Kaufmann brachte er das Familienunternehmen mit den Sparten Handel, Schifffahrt und Versicherung bald in eine herausragende Stellung im Hamburger Wirtschaftsleben.

Laeisz heiratete 1852 Sophie Christine Knöhr (1831−1912), eine Tochter des Schiffsmaklers Christian Ludwig Knöhr. Mit ihr hatte er einen Sohn, Carl Ferdinand Laeisz. Sophie Laeisz trug aufgrund ihrer krausen Haare oder ihrer Frisur[1] den Spitznamen „Pudel“, auf den Laeisz 1857 das zweite Schiff des Unternehmens taufte und das die Tradition begründete, allen Schiffen einen auf "P" lautenden Namen zu geben (siehe Flying P-Liner).

Neben Familie und Unternehmen engagierte sich Laeisz in der Philharmonischen Gesellschaft, in deren Vorstand er von 1899 bis 1901 saß.

Die vom Vater gegründete Firma führte Carl Laeisz mit großem Erfolg; daneben war er Mitbegründer der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft 1871, wo er die Leitung des Verwaltungsrats 1887 nach dem Tod seines Vaters übernahm. Er war er maßgeblich an der Gründung etlicher Reedereien beteiligt, so der Dampfschiff-Rhederei „Hansa“ (1883), die 1892 an die Hapag verkauft wurde, der Deutsch-Australischen Dampfschiffs-Gesellschaft (1888), der Deutschen Levante Linie (1889) und der Deutschen Ost-Afrika-Linie (1890) beteiligt. Ferner war Carl Laeisz Großaktionär der Hapag und Förderer Albert Ballins.

So modern diese Firmen ausgestattet waren, die eigene Reederei benutzte weiterhin Segelschiffe, die für ihre Robustheit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit berühmten Flying P-Liner. Gerade die stählernen Schiffe mit ihrem stehend und laufenden Gut vermehrt aus Stahlseilen und Ketten, die als Salpeterklipper um Kap Hoorn nach Chile und zurück segelten, brachten der Familie Laeisz großes internationales Ansehen. Meine Schiffe können und sollen schnelle Reisen machen. war seine Instruktion an die Kapitäne. Auf Anregung hin gab er den Auftrag für ein Fünfmastvollschiff, die Preußen, dessen Bau und Fertigstellung weder er noch sein Sohn erlebten.

Laeisz war Gründungsmitglied des Eislaufvereins „Auf dem Uhlenhorst”, der als einer der ersten deutschen Vereine Tennis in sein Programm aufnahm. Für die erste Ausrichtung der deutschen Tennismeisterschaften 1892 in Hamburg stiftete Laeisz den Siegerpokal.[2]

Im Alter von fast 73 Jahren starb Carl Laeisz am 22. März 1901 in Hamburg. Testamentarisch hatte er der Philharmonischen Gesellschaft eine neue Musikhalle, die Laeiszhalle, gestiftet. Seine Witwe Sophie Laeisz stockte die Stiftung weiter auf. Sie wurde außerdem 1906/07 einer der Stifter der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung (gegründet 1907).[3]

Bilder[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. nach Angaben des heutigen FL wegen ihrer krausen Haare: Unternehmen. Wachstum und soziale Verantwortung. „Von 1850 bis 1862“ auf den Internetseiten von F. Laeisz (abgerufen 3. März 2008)
    nach anderen Angaben wegen ihrer Frisur: z.B.jomi (3. September 2003). Sophie Laeisz. Hamburger Abendblatt. (abgerufen 3. März 2008)
  2. Gillmeister, H.: Kulturgeschichte des Tennis. Willhelm Fink Verlag, München 1990, ISBN 3-7705-2618-X, S. 284
  3. Die Donatoren (1906 bis April 1907) auf den Seiten der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung (abgerufen 20. März 2008)

Literatur[Bearbeiten]