Carl Lazarus Henckel von Donnersmarck

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Carl Lazarus Graf Henckel von Donnersmarck (* 5. März 1772 in Neudeck; † 12. Juli 1864 in Breslau) war ein deutscher freier Standesherr und Industrieller.

Leben[Bearbeiten]

Er war ein jüngerer Sohn von Erdmann Gustav Graf von Henckel von Donnersmarck. Da er eigentlich nicht auf das Erbe des Vaters hoffen konnte, kaufte er die Herrschaft Kascherwitz in Südpreußen. Als Nachfolger seines Bruders wurde er 1813 doch freier Standesherr auf Oberbeuthen und war Besitzer der Herrschaften Neudeck und Alt-Tarnowitz. Er war seit 1816 mit Julie Gräfin von Bohlen verheiratet. Mit dieser hatte er sieben Kinder. Darunter als Jüngstes auch Guido Henckel von Donnersmarck.

Karl Lazarus hat den Familienbesitz erheblich ausgeweitet und war auch Besitzer von Industrie- und Bergbaubetrieben. Sein Haupteinkommen bezog er aber aus der Land- und Forstwirtschaft. Bergbau wurde nur dort betrieben, wo dies ohne größeren Aufwand möglich war. Auch im Industriebereich war er wenig risikofreudig. Immerhin hat er 1828 die Bethlenfalva-Hütte mit einem Puddel- und Walzwerk gegründet, hat dies wie auch seine beiden anderen Eisenwerke verpachtet. Trotz seiner eher zurückhaltenden Investitionstätigkeit produzierten seine Eisenwerke 1847 82.000 Zentner Roheisen, 7800 Zentner Kolbeneisen, 36.200 Zentner Stabeisen und 2000 Zentner Sturz- und Feinbleche. Daneben besaß er 1828 die größten Produktionskapazitäten in der schlesischen Zinkherstellung. Auch diese drei Hütten waren verpachtet. Einzig den Steinkohlenbergbau betrieb Graf Karl Lazarus in eigener Regie, ohne dort eine nennenswerte Modernisierungsstrategie zu verfolgen.

Er war Oberst des 23. Landwehrregimentes. Außerdem trug er die Ehrentitel eines preußischen Kammerherren und seit 1840 den eines Oberlandmundschenkes im preußischen Schlesien. Er war Ritter des Ordens Pour le Mérite und des Johanniterordens. Er war erbliches Mitglied im preußischen Herrenhaus.

Karl Lazarus hat Schloss Neudeck im Tudorstil umgestalten und ausbauen lassen.

Im Jahr 1848 übergab er den Besitz an seinen Sohn Guido Henckel von Donnersmarck.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klemens Skibicki: Industrie im oberschlesischen Fürstentum Pless im 18. und 19. Jahrhundert. Stuttgart, 2002 ISBN 3-515-08036-8 S.210ff.
  • Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste. Zweite Sektion H-N. Leipzig, 1829 S.394
  • L. von Zedlitz-Neukirch: Neues preußisches Adels-Lexikon. Bd.2, Leipzig, 1836 S.368