Carl Philipp von Venningen

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Allianzwappen am Schloss Eichtersheim. Vom Beschauer gesehen: links Venningen, rechts Hutten

Carl Philipp von Venningen (* 1728; † 27. August 1797, in Eichtersheim) war ein Reichsritter aus der Familie der Herren von Venningen. Er wurde Regierungspräsident und Oberamtmann in kurpfälzischen Diensten.

Familie[Bearbeiten]

Er entstammte dem katholischen Familienzweig der Venninger. Sein Großvater Johann August von Venningen, Bruder des kurpfälzischen Generalleutnants Eberhard Friedrich von Venningen (1642−1710), war zum Katholizismus konvertiert. Carl Philipp von Venningen wurde als Sohn von Carl Ferdinand von Venningen (1693−1731) und Elisabeth Claudia von Reichenstein geboren. Christian von Venningen († 1731 im Kindesalter) und seine Schwester Maria Anna, die 1754 Carl Ferdinand von Hatzfeld heiratete, waren seine Geschwister.

Da der Vater früh starb, erbte Carl Philipp bereits als Minderjähriger den gesamten Familienbesitz, seine Mutter war herrschaftsrechtlich als Vormund eingesetzt.[1] Sie heiratete 1743 in zweiter Ehe Christoph Philipp von Erthal, kurmainzer Amtmann sowie Direktor der Lohrer Spiegelmaufaktur und wurde die Stiefmutter von dessen Kindern, u.a. der späteren Fürstbischöfe Friedrich Karl Joseph von Erthal und Franz Ludwig von Erthal. Gemäß dem Lohrer Heimatforscher Karlheinz Bartels ist eine ihrer Stieftöchter (eine Schwester der beiden Fürstbischöfe) das reale Vorbild zur Märchengestalt Schneewittchen. Elisabeth Claudia von Erthal, verwitwete von Venningen, geb. von Reichenstein sei die im Märchen beschriebene böse Stiefmutter.[2]

Carl Philipp von Venningen ehelichte 1750 Maria Anna von Hutten zu Stolzenberg († 1781), eine Großnichte des Speyerer Fürstbischofs und Kardinals Franz Christoph von Hutten zum Stolzenberg.

Leben[Bearbeiten]

Allianzwappen am Schlösschen Weiler
Seitenansicht des Schlosses Eichtersheim, mit Wassergraben und Brücke

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften wurde Carl Philipp Kammer- und Hofgerichtsrat in Mannheim und 1750 zum Kurpfälzischen Wirklichen Adligen Regierungsrat mit Sitz und Stimme befördert. Danach wurde er zum Oberappellationsgerichtsrat und 1765 zum Regierungspräsidenten befördert. Im gleichen Jahr wurde er ebenfalls Oberamtmann und Amtsvorstand beim Oberamt Kreuznach. Für diese Position bekam er die Bezahlung, ohne dort persönlich tätig bzw. präsent sein zu müssen. 1786 bis 1796 war er Oberkurator der Universität Heidelberg. 1791 verkaufte Carl Philipp von Venningen sein Palais in Mannheim und zog sich in den folgenden Jahren nach und nach von seinen Ämtern zurück, um in seinem Schloss in Eichtersheim zu leben.

Carl Philipp ließ zwischen 1767 und 1781 das Wasserschloss in Eichtersheim umbauen, 1779 das Rentamt und bis 1782 die katholische Kirche neu errichten. Überdies kaufte er Schloss Agnestal bei Zuzenhausen, welches er vollenden ließ und erbaute Schloss Eschelbronn sowie das Schlösschen Weiler bei Sinsheim. Er war ein großer Förderer der St. Anna Wallfahrt in Weiler.[3] Im Laufe seines Lebens erweiterte Carl Philipp von Venningen den ererbten Familienbesitz durch weitere Erwerbungen, so dass er auch in folgenden Orten Besitzrechte hatte: Grombach, Hilsbach, Mühlhausen, Rappenau und Spechbach.

Carl Philipp von Venningen starb am 27. August 1797 und wurde in der Gruft der katholischen Schlosskirche von Eichtersheim beigesetzt, die er 1777 bis 1782 erbauen ließ. Bereits 1790 hatte er seinen Besitz zu einem Fideikommiss zusammengefasst, damit das Erbe nicht aufgeteilt werden konnte.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite über die Geschichte von Weiler bei Sinsheim
  2. Bericht von Radio Antenne Bayern zur Märchengestalt des Schneewittchens
  3. Webseite über die Geschichte der Annawallfahrt in Weiler bei Sinsheim