Carl Theodor Welcker

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Porträt Carl Theodor Welcker, Lithographie um 1848 nach einer Zeichnung von Valentin Schertle

Karl Theodor Georg Philipp Welcker (* 29. März 1790 in Ober-Ofleiden bei Homberg (Ohm), Landgrafschaft Hessen-Darmstadt; † 10. März 1869 in Neuenheim bei Heidelberg, Großherzogtum Baden) war ein deutscher Jurist, Hochschullehrer und liberaler Politiker. Als Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung gehörte er dem Verfassungsausschuss an.

Leben[Bearbeiten]

Carl Theodor Welcker, sein Grab auf dem Bergfriedhof (Heidelberg) in der (Abt. R) gelegen

Welcker war eines von 17 Kindern des Pfarrers Heinrich Friedrich Welcker und der Johannette Welker, geborene Strack. Sein älterer Bruder Friedrich Gottlieb Welcker war ein berühmter Altphilologe.

Carl Theodor Welcker studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Gießen und Heidelberg. In Gießen war er seit dem 18. August 1806 immatrikuliert und seit 1807 Mitglied des Corps Franconia II.[1] Zusammen mit Friedrich Ludwig Weidig und Adolf Ludwig Follen war er an der unerlaubten Wiedergründung der Landsmannschaft Franconia am 8. Mai 1809 beteiligt. Diese wurde am 1. Juli desselben Jahres[2] von den Behörden aufgelöst, allerdings 1811 ein weiteres Mal gegründet.

Nach seiner Habilitation im Jahre 1813 veröffentlichte er als Privatdozent im selben Jahr seine Schrift Die letzten Gründe von Recht, Staat und Strafe. Die Universität Gießen berief ihn 1814 zum ordentlichen Professor. 1814 hatte er in einer Rede über Deutschlands Freiheit ein starkes Deutschland mit einem wiederhergestellten Kaisertum und die Besinnung auf germanisch-deutsch-christliche Traditionen bei scharfer Ablehnung aller französischen, überhaupt ausländischen Ideen gefordert, da er von der politischen Entwicklung enttäuscht war.

Welcker nahm zusammen mit über 100 Gießener Studenten 1814 als Freiwilliger eines Jägerbataillons an den Befreiungskriegen teil. Danach lehrte er als Professor an den Universitäten Kiel, Heidelberg, Bonn und Freiburg im Breisgau. In Kiel war er zusammen mit Friedrich Christoph Dahlmann und Nikolaus Falck Herausgeber der frühliberalen Kieler Blätter, die von den deutschen Fürsten die Einhaltung ihres Verfassungsversprechens einforderten. Der führende Vertreter des süddeutschen Liberalismus war von 1831 bis 1851 Mitglied der Zweiten Badischen Kammer und wurde deswegen bereits 1832 wegen seiner politischen Betätigung in den Ruhestand versetzt.

Weitere wichtige Stationen waren 1847 die Teilnahme an der Heppenheimer Tagung und 1848 bis 1849 gehörte er der Frankfurter Nationalversammlung an. Er gehörte zuerst zur Casino-Fraktion und ab Dezember 1848 zur Fraktion Pariser Hof. Er gehörte neben Friedrich Daniel Bassermann, Friedrich Christoph Dahlmann, Georg Waitz und Johann Gustav Droysen dem Verfassungsausschuss an, dessen Aufgabe die Ausarbeitung einer gesamtdeutschen Verfassung war. Er lieferte sich heftige Rededuelle mit dem Gießener Abgeordneten Carl Vogt. Er wurde Ehrenmitglied der Freimaurerloge Zur Einigkeit in Frankfurt/Main.

Er war ab März 1832 zusammen mit Karl von Rotteck in Freiburg im Breisgau Herausgeber und Redakteur liberalen Zeitung Der Freisinnige die mehrfach verboten wurde. Zusammen mit Rotteck gab 1834 bis 1842 das zwölfbändige Staatslexikon (Rotteck-Welckersches Staatslexikon) heraus, das zu seiner Zeit eine der Grundlagen liberaler Weltsicht bildete.

In Hamburg wurde eine Straße in der Neustadt nach ihm benannt und ein zwischenzeitlich abgerissener Brunnen vor dem Logenhaus der Vereinigten 5 Logen errichtet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Theodor Welcker (= Meyer's Groschen-Bibliothek der deutschen Classiker für alle Stände. 360. Bändchen, ZDB-ID 1423064-1). Mit Biographie und Portrait. Hermann J. Meyer, New York NY 1850.
  • Friedrich von WeechWelcker, Karl Theodor. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 660–665.
  • Johanna Schultze: Carl Theodor Welckers Versuch einer entwicklungsgeschichtlichen Grundlegung der Geschichtswissenschaft. In: Geist und Gesellschaft. Kurt Breysig zu seinem sechzigsten Geburtstage. Band 3: Vom Denken über Geschichte. Marcus, Breslau 1928, S. 147–174.
  • Peter Moraw: Kleine Geschichte der Universität Gießen von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Auflage. Ferber, Gießen 1990, ISBN 3-927835-00-5.
  • Egbert Weiß: Corpsstudenten in der Paulskirche (= Einst und Jetzt. Sonderheft 1990, ZDB-ID 300218-4). N. Streng u. a., Fürth u. a. 1990, S. 45.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einst und Jetzt, Bd. 7 (1962), S. 69
  2. Biographie Carl Theodor Welcker Stiftung e. V.

Weblinks[Bearbeiten]