Carlito’s Way

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Filmdaten
Deutscher Titel Carlito’s Way
Originaltitel Carlito’s Way
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1993
Länge 145 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Brian De Palma
Drehbuch Edwin Torres (Roman),
David Koepp
Produktion Martin Bregman,
Michael Scott Bregman,
Willi Bär
Musik Patrick Doyle
Kamera Stephen H. Burum
Schnitt Kristina Boden,
Bill Pankow
Besetzung

Carlito’s Way ist ein 1993 von Brian De Palma gedrehter US-amerikanischer Gangsterfilm. Es handelt sich um eine Verfilmung des zweiten Buches After Hours aus Edwin Torres’ Bücher-Serie über das kriminelle Leben von Carlito Brigante. Der Titel des ersten Buches Carlito’s Way wurde genommen, um eine Verwechslung mit Martin Scorseses Die Zeit nach Mitternacht (After Hours) von 1985 zu vermeiden.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt damit, dass der ehemalige puerto-ricanische Mafioso Carlito Brigante niedergeschossen wird. In einer Rückblende erinnert er sich, wie er in diese Lage gekommen ist. Ursprünglich war Carlito wegen schwerster Delikte zu einer dreißigjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sein zwielichtiger Anwalt David Kleinfeld konnte ihn jedoch aufgrund von Verfahrensfehlern nach fünf Jahren aus dem Gefängnis holen. Carlito bedankt sich überschwenglich bei Kleinfeld und sagt ihm, dass er ihm ewig dankbar sein werde. Mit Kleinfeld verbindet Carlito eine enge Freundschaft. Durch die vermittelten Kontakte zur organisierten Kriminalität konnte Kleinfeld sein Geschäft ausbauen.

Nach seiner Entlassung hat er den festen Vorsatz, aus dem kriminellen Geschäft auszusteigen und ein neues Leben zu beginnen, jedoch fehlt ihm noch das nötige Geld. Carlito hat den Traum, zu einem alten Freund auf Paradise Island, Bahamas auszuwandern und sich dort mit 75.000 Dollar in dessen dortige Autovermietung einzukaufen. Kurz nach seiner Entlassung fährt er mit seinem jungen Cousin, der als Laufbursche für einen örtlichen Gangster arbeitet, unbeabsichtigt zu einem Drogengeschäft. Carlito hat dort aufgrund seiner Instinkte von Anfang an ein sehr ungutes Gefühl und behält recht: Sein Cousin wird von den Geschäftspartnern seines Bosses ermordet, und Carlito ist gezwungen, die Gangster in Notwehr zu erschießen. Carlito nimmt die 30.000 Dollar, die sein toter Cousin den Drogenhändlern gab, an sich und kauft sich in einem Nachtclub ein, um dort das nötige Geld zu verdienen.

Carlitos Anwalt Kleinfeld wird mittlerweile von im Gefängnis einsitzenden Mafiaboss Taglialucci erpresst, seinen Gefängnisausbruch zu organisieren oder der Gangster veranlasst vom Gefängnis aus die Ermordung Kleinfelds. Taglialucci macht aus seiner Verachtung gegenüber Kleinfeld keinen Hehl, da dieser eine Million Dollar, die ihm der Mafiaboss als Bestechungsgelder für Richter und Geschworene gegeben hat, unterschlagen und für sich behalten hat. Die Staatsanwaltschaft versucht mittlerweile Carlito mit einem Agent provocateur zu einem Verbrechen anzustiften. Dieser enttarnt den Verräter jedoch, verzichtet dann aber darauf diesen zu ermorden.

In dem Nachtclub, den Carlito führt, kommt es zu einem Streit mit dem Junggangster Benny Blanco, der Anspruch auf die Gesellschaft einer bestimmten Kellnerin erhebt, die allerdings gerade mit Kleinfeld Sex auf der Herrentoilette hat. Carlito lässt ihn rauswerfen, will ihn von seinem Freund Pachanga aber nicht töten lassen, da er seine kriminelle Vergangenheit hinter sich lassen will, obwohl Benny ihm klarmacht, dass er ihn bei Gelegenheit als Rache für den Rauswurf umbringen wird.

Carlito kommt seiner Ex-Freundin Gail wieder näher und schafft es sie zu überzeugen, mit ihm zusammen auf die Bahamas auszuwandern. Allerdings kommt es zwischen den beiden zum Streit, da Kleinfeld Carlito gebeten hat, ihn bei der Befreiung des Mafiabosses aus dem Gefängnis, das von Wasser umgeben liegt, auf Kleinfelds Boot zu begleiten und den Mafiaboss aus dem Wasser zu fischen. Kleinfeld selbst ist durch seine Kokainabhängigkeit immer unzuverlässiger und unkontrollierbarer geworden. Bei der Befreiungsaktion ist auch der Sohn des Bosses Frankie Taglialucci anwesend. Gail bittet Carlito inständig nicht mitzumachen, doch dieser fühlt sich Kleinfeld gegenüber verpflichtet, da dieser ihn aus dem Gefängnis holte. Gail prophezeit Carlito, dass sie eines Tages um drei Uhr morgens in der Notaufnahme neben ihm stehen werde, weil ihn Gangster niedergeschossen haben.

In der Nacht läuft zunächst alles nach Plan, doch Kleinfeld zieht Taglialucci nicht aus dem Wasser, sondern schlägt ihn tot und tötet auch dessen Sohn Frankie Taglialucci. Carlito ist stocksauer und weiß, dass die Mafia Rache suchen wird, zumal Taglialucci einen weiteren Sohn hat: Vincent ‚Vinnie‘ Taglialucci. Er bricht die Freundschaft zu Kleinfeld ab und sagt, dass sie quitt seien.

Bereits am nächsten Tag wird ein Mordanschlag auf Kleinfeld verübt, den er aber schwer verletzt überlebt. Carlito entschuldigt sich mittlerweile bei Gail und erfährt, dass sie von ihm schwanger ist. Da wird er von Mitarbeitern des Staatsanwaltes Norwalk in dessen Büro gebracht. Dort erfährt Carlito, dass Kleinfeld als Anwalt sehr korrupt ist und ihm u. a. Bestechung vorgeworfen wird und Norwalk daher schon länger gegen ihn ermittelt. Als Norwalk Kleinfeld vor einiger Zeit unter Druck setzte, bot dieser ihm an, gegen Carlito unter Eid auszusagen, dass dieser wieder mit Drogen handelt, was aber nicht der Wahrheit entsprach. Norwalk will nun, dass Carlito gegen Kleinfeld wegen des Doppelmordes am Mafiaboss und dessen Sohn aussagt. Carlito weigert sich und plant stattdessen, mit Gail noch am selben Abend die Stadt mit dem Zug zu verlassen. Er will nach Miami fliehen und von dort auf die Bahamas fliegen. Sie verabreden sich für 23.30 Uhr auf dem Bahnhof, wo der Zug abfährt.

Im Krankenhaus steht Kleinfeld mittlerweile unter Polizeischutz. Carlito erkennt in einem auf dem Flur wartenden Polizisten, der seinen Kollegen in ein paar Minuten ablösen soll, sofort einen Gangster. Tatsächlich ist es Vinnie Taglialucci. Carlito spricht Kleinfeld auf seinen Verrat hin an, doch dieser spottet nur über Carlitos Ehrenkodex. Carlito bleibt äußerlich ruhig und zeigt Kleinfeld sogar noch, wie er am besten mit seinem Revolver umgeht, falls ein Killer das Zimmer stürmen sollte, und geht dann mit den sarkastischen Worten, dass Kleinfeld eine großartige Zukunft vor sich habe. Kurz danach kommt Vinnie Taglialucci ins Zimmer und richtet eine Pistole auf Kleinfeld, dieser schafft es schneller nach seiner Waffe zu greifen, muss aber feststellen, dass sie leer ist, da Carlito unbemerkt die Kugeln aus dem Magazin entfernt hat und so mit dafür sorgt, dass Vinnie Kleinfeld als Rache für die Ermordung seines Vaters und seines Bruders erschießt.

Allerdings will Vinnie auch Carlito töten, da die Mafia sich sicher ist, dass er auch auf dem Boot dabei war und bei der Ermordung mitgeholfen hat. Mit mehreren Gangstern zusammen taucht er in Carlitos Nachtclub auf und verwickelt ihn zunächst in einen Smalltalk. Carlito schafft es, mit seinen 70.000 Dollar (5.000 Dollar will er sich von seinem Freund auf den Bahamas auslegen lassen) durch einen Hinterausgang zu fliehen. Es kommt zu einer atemberaubenden Verfolgungsjagd bis in die New Yorker Grand Central Station, wo es Carlito gelingt, alle Gangster bis auf Vinnie zu töten. Vinnie wird, schwer verletzt- von der anrückenden Polizei erschossen.

Glücklich läuft Carlito auf Gail zu, die mit seinem Freund Pachanga schon auf ihn wartet, doch da taucht plötzlich Carlitos Widersacher Benny Blanco auf und schießt Carlito dreimal in den Bauch. Es stellt sich heraus, dass Pachanga Carlito an ihn verraten hat, allerdings wird dieser auch umgehend von Benny erschossen. Carlito gibt Gail noch die 70.000 Dollar und bittet sie, mit seinem ungeborenen Kind die Stadt zu verlassen, dann stirbt er.

Kritik[Bearbeiten]

„Der dicht inszenierte Film verliert an Reiz durch die ausschließliche Konzentration auf Gangsterfilm-Klischees, woran auch die furiose, vertiefende Schlußszene nichts mehr ändern kann.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Sean Penn spielt diesen Kleinfeld […] mit so hintergründiger Brillanz, daß das schauspielerische Dauerduell zwischen ihm und Pacino schon das halbe Vergnügen an "Carlito's Way" macht. […] De Palma führt vor, daß er im Anheizen und Ausreizen einer klassischen Suspense-Situation oder einer Verfolgungsjagd unter den Hitchcock-Adepten noch immer der Größte ist.“

Urs Jenny: Der Spiegel[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Film erhielt 1994 zwei Nominierungen für einen Golden Globe Award:

Prequel[Bearbeiten]

Seit 2005 gibt es auch den Film Carlito’s Way – Rise To Power (deutsch: Carlito’s Way – Weg zur Macht) zu kaufen, der die Carlito Brigantes Vorgeschichte erzählt. Der Film lief nicht in den Kinos, sondern kam nur als DVD in den Handel.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carlito’s Way im Lexikon des Internationalen Films
  2. Urs Jenny: Vom Knast ins Paradies, in: Der Spiegel Nr. 9/1994, abgerufen am 28. Oktober 2013