Carlo Giovanni Maria Denina

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carlo Giovanni Maria Denina.

Carlo Giovanni Maria Denina, (* 28. Februar 1731 in Revello in Piemont; † 5. Dezember 1813 in Paris), war ein italienischer Philologe und Historiker.

Denina studierte in Turin die schönen Wissenschaften und Theologie. 1754 erhielt er die Professur der Humaniora in Pinerolo, die er aber durch eine seinen Vorgesetzten missfällige Komödie, die er durch seine Schüler aufführen ließ, verlor. 1756 wurde er außerordentlicher Professor der Rhetorik, später Professor der griechischen Sprache und der italienischen Literatur am Kollegium der Universität in Turin.

Als er sein Werk "Dell'impiego delle persone" trotz eines Verbots seines Arbeitgebers heimlich in Florenz herausgab, wurde er von der Universität für sechs Monate in ein Seminar nach Vercelli geschickt und nach Ablauf dieser Strafzeit nach Revello verwiesen. Erst 1781 wurde ihm erlaubt, nach Turin zurückzukehren. 1782 zog er auf bitten Friedrichs des Großen nach Berlin, wo er von 7. November 1782 bis 24. Januar 1812 Ordentliches Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften war. 1787 wurde er Mitglied der Akademie gemeinnütziger Wissenschaften in Erfurt.

Später hatte er den Titel eines Legationsrats und ein Kanonikat in Warschau. Nach der Schlacht bei Marengo ernannte ihn der Verwaltungsrat von Piemont zum Bibliothekar der Universität von Turin; bevor er aber das Amt antrat, übertrug ihm Napoléon Bonaparte für die Dedikation seines "Clef des langues" 1804 die Stelle eines kaiserlichen Bibliothekars in Paris.

Denina verfasste zahlreiche historische Arbeiten wie etwa über das Antike Griechenland, über Preußen, Friedrich den Großen und über Deutschland, die zum Teil in französisch geschrieben sind.

Werke[Bearbeiten]

  • Sein Epos "La Russiade" (Berl. 1799-1800) enthält eine Verherrlichung Peter des Großen
  • Discours sur les vicissitudes de la littérature 1760
  • Delle revoluzioni d'Italia libri ventiquattro 1769
  • Histoire politique et littéraire de la Grèce 1781
  • Essai sur la vie de Frédéric II 1788
  • Prusse littéraire sous Frédéric II 1790
  • Révolutions de la Germanie 1804
  • Histoire du Piémont 1805
  • La Clef des langues 1805. Reprint Genf: Slatkine, 2003, hrsg. und 'préface' von Jürgen Storost. Siehe auch: Jürgen Storost, "Carlo Denina 'La Clef des Langues'". In: Jürgen Storost, "In memoriam Vladimiro Macchi", Bonn: Romanistischer Verlag, 2008, Seiten 84 - 100.
  • Histoire de l'Italie occidentale 1809.

Literatur[Bearbeiten]

Zu Deninas Mitgliedschaft in der Berliner Akademie der Wissenschaften vgl.: Jürgen Storost: 300 Jahre romanische Sprachen und Literaturen an der Berliner Akademie der Wissenschaften, Frankfurt a.M.: Lang, 2001, Teil 1, S. 112 - 131.