Carolina-Dosenschildkröte

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Carolina-Dosenschildkröte
Eastern Box Turtle-27527-1.jpg

Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina)

Systematik
Ordnung: Schildkröten (Testudinata)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Neuwelt-Sumpfschildkröten (Emydidae)
Gattung: Dosenschildkröten (Terrapene)
Art: Carolina-Dosenschildkröte
Wissenschaftlicher Name
Terrapene carolina
(Linnaeus, 1758)
Terrapene carolina
Terrapene carolina
Carolina-Dosenschildkröte

Die Carolina-Dosenschildkröte (Terrapene carolina) ist eine Schildkröte aus der Gattung der Dosenschildkröten. Sie gehört zu den nordamerikanischen Arten, deren Verbreitung über den Osten und die Mitte der USA bis in den Südwesten reicht. Seit mehr als einhundert Jahren wird sie auch als Terrarientier gehalten.

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Die Carolina-Dosenschildkröte hat je nach Unterart eine Carapaxlänge von 10 bis 20 Zentimeter. Der Rückenpanzer ist immer deutlich aufgewölbt. Die Färbung des Rückenpanzers ist allerdings sehr variabel. Je nach Unterart hat sie ein gelbliches bis orangefarbenes Flecken- und Streifenmuster. Der Bauchpanzer dagegen ist einfarbig und entweder bräunlich oder dunkel gezeichnet.

Die Männchen lassen sich von den Weibchen an der Augenfarbe unterscheiden. Männchen haben eine auffällige rote Iris, während die der Weibchen gelblich braun sind. Die Geschlechter unterscheiden sich auch in den Extremitäten. Die Hinterfußkrallen der Männchen sind nur etwas gebogen und verhältnismäßig kurz. Die Weibchen haben die längeren, schlankeren und geraderen Hinterfußkrallen.

Wie alle Dosenschildkröten verfügt auch die Carolina-Dosenschildkröte über einen besonderen Schließmechanismus ihres Panzers. Bei Gefahr kann sie ihren Bauchpanzer vorn und hinten mittels Quergelenk einklappen. Sämtliche Weichteile sind damit geschützt - wegen dieses besonderen Schutzmechanismuses trägt die Gattung die Bezeichnung Dosenschildkröte. Bei frisch geschlüpften Jungtieren funktioniert diese Klappmechanismus allerdings noch nicht.[1]

Lebensweise[Bearbeiten]

Sie bevorzugt feuchte Lebensräume wie Wiesen, Schwemmland oder feuchte Wälder. Morgens, vor allem nach einem Regen, ist sie sehr aktiv und sucht Nacktschnecken, Würmer, Pilze oder Beeren. Die Carolina-Dosenschildkröte ist ein Allesfresser. Um der Hitze zu entkommen, versteckt sie sich mittags und im Hochsommer im Schlamm. In den kalten Monaten fällt sie in Winterstarre. Einige Individuen sind in Gewässernähe oder sogar in der Flachwasserzone von Gräben und langsam fließenden Bächen zu finden, die Carolina-Dosenschildkröte ist jedoch ein schlechter Schwimmer.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Die Carolina-Schildkröte paart sich von Frühjahr bis in den Herbst. Die Weibchen legen die Eier jedoch gewöhnlich in der Zeit von Mai bis Juli. Sie legen dabei bis zu vier Gelege an. Ein Gelege umfasst zwischen zwei und sechs Eier. Wann die Jungtiere schlüpfen ist abhängig von der Umgebungstemperatur und dem Verbreitungsgebiet. Manche Jungtiere schlüpfen nach 2 Monaten, andere Jungtiere erst nach 4,5 Monaten.

Die Weibchen können nach einer Paarung über mehrere Jahre befruchtete Eier legen. Hauptfeinde der Jungen sind verschiedene Säugetiere, zum Beispiel Waschbären, und Greifvögel.

Systematik[Bearbeiten]

Von Terrapene carolina sind sechs Unterarten beschrieben. Nach Stephens und Wiens (2009) repräsentieren allerdings die beiden Mexikanischen Unterarten eigene Arten. [2]

  • Terrapene carolina carolina - Südliche USA, Nordöstliches Mexiko und Yucatán
  • Terrapene carolina bauri Taylor 1895 - Florida, Halbinsel und Keys
  • Terrapene carolina major (Agassiz 1857) - Südosten der USA
  • Terrapene carolina mexicana (Gray 1849) - Mexikanischer Nordosten
  • Terrapene carolina triunguis (Agassiz 1857) - Südliches Missouri bis Alabama und Texas
  • Terrapene carolina yucatana (Boulenger 1895) - Halbinsel Yucatán

Nachweise[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rogner, S. 71
  2. Uwe Fritz, Peter Havaš: Checklist of Chelonians of the World. In: Vertebrate Zoology 57, 2007, S. 197- (Online; PDF; 925 kB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Rogner: Schildkröten – Biologie, Haltung, Vermehrung, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5440-1

Weblinks[Bearbeiten]