Carré d’Art

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Norman Fosters Kulturzentrum
Der Innenraum

Das Carré d’art in Nîmes in Südfrankreich ist ein modernes Kulturzentrum nach Art des Pariser Centre Pompidou mit einem Museum moderner Kunst und einer öffentlichen Bibliothek.

An der Stelle des heutigen Carré d’art befand sich ein im Februar 1800 eröffneter Theaterbau mit klassizistischer Steinfassade, der am 27. Oktober 1952 einer Brandstiftung zum Opfer fiel.[1] Die erhalten gebliebene Hauptfassade mit ihrer mächtigen Kolonnade sollte zunächst auch im Falle eines Neubaus erhalten bleiben, nicht zuletzt wegen der benachbarten Maison Carrée, einem hervorragend erhaltenen römischen Tempel des ersten vorchristlichen Jahrhunderts.[2]

1984 wurde ein Wettbewerb unter zwölf geladenen Architekten, darunter Frank Gehry, Jean Nouvel und César Pelli zugunsten des britischen Architekten Norman Foster entschieden. Fosters Gebäude wurde im Mai 1993 eröffnet.[3]

Die Theaterfassade 1980
Die aus dem Stadtzentrum ins Grüne transferierte Kolonnade

Auf die Erhaltung der Theaterfassade wurde letztlich trotz zahlreicher Proteste verzichtet, sie wurde demontiert und bei der Autobahnraststätte Caissargues in freier Natur rekonstruiert. Fosters Glasfront mit ihren schmalen Stahlpfeilern nimmt allerdings das Säulenmotiv der benachbarten Maison Carrée auf und das neungeschossige Kulturzentrum respektiert durch Tieflegung mehrerer Geschosse das Bauhöhenprofil des Platzes. Die energetische Sinnhaftigkeit von Fosters Glaskubus im mediterranen Bereich wurde zum Teil bestritten.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl.[1]
  2. Vgl. die Projektpräsentation durch Foster and Partners im Internet
  3. [2]
  4. vgl Philippe Dagens Bericht über einschlägige Überhitzungsprobleme in Le Monde vom 6. Mai 1993

43.8380555555564.355Koordinaten: 43° 50′ 17″ N, 4° 21′ 18″ O