Carrie (Roman)

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Carrie ist das erste veröffentlichte Werk des US-amerikanischen Schriftstellers Stephen King. Herausgegeben wurde der Roman im Jahre 1974 durch den Doubleday-Verlag. Eine Übersetzung ins Deutsche von Elisabeth Epple wurde erst 1977 durch den Schneekluth-Verlag publiziert. Die neuerliche Übersetzung von Wolfgang Neuhaus veröffentlichte der Gustav Lübbe-Verlag im Jahre 1992.

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung dreht sich um die 16-jährige Schülerin Carietta White in der US-Kleinstadt Chamberlain. Carietta wächst ohne ihren Vater auf, der vor ihrer Geburt auf einer Baustelle ums Leben gekommen ist. Bereits im Alter von drei Jahren lässt sie mit ihren telekinetischen Kräften einen Steinregen über dem Haus niedergehen, in dem sie mit ihrer Mutter lebt, als diese ihr in religiösem Wahn nach dem Leben trachtet.

Im Alter von 16 Jahren bekommt Carrie nach dem Sportunterricht unter der Dusche ihre erste Periode, über die sie unwissend und erschrocken ist. Ihre Mitschülerinnen hänseln und demütigen sie deswegen. In der Folge treten einige Fälle von Telekinese als Reaktion auf Beleidigungen, Demütigungen oder Ignoranz ihrer Mitmenschen auf, und Carrie wird sich der Tatsache bewusst, dass diese von ihr ausgehen. Sie denkt neu über die Beziehung zu ihrer Mutter nach, die jegliche Form von Reifung zur Frau und erst recht von Geschlechterliebe als grässliche Sünde darstellt und über Jahre verhindert hat, dass Carrie wie ein normales Mädchen aufwachsen konnte. Es gelingt Carrie nach verschiedenen neuen Bestrafungen durch die Mutter, durch ihre neu erkannten Fähigkeiten dieser Gewalt ihrer Mutter in einem gewissen Maße Einhalt zu gebieten und den Einfluss des religiösen Wahns auf sie zurückzudrängen.

Mit Hilfe einer wohlwollenden Lehrerin legt Carrie schrittweise ihre Angst vor dem Frau-Werden ab und wird sogar von einem Jungen zum Frühlingsball der Schule eingeladen. Für den Ball näht sie sich gegen den erbitterten Widerstand der Mutter ein hübsches Kleid. Ihre Mutter schmiedet unterdessen einen Mordplan gegen ihre Tochter, weil sie darin die einzige Möglichkeit sieht, Carrie vom Satan reinzuwaschen. Zur gleichen Zeit besorgen sich andere Schüler zwei Eimer Schweineblut, mit dem sie Carrie beim Frühlingsball übergießen wollen. Carrie und ihr Begleiter Tommy werden zu König und Königin des Balls gewählt. Als sie auf der Bühne stehen, schüttet Carries Mitschülerin Chris mithilfe eines Zugseils die heimlich unter der Decke befestigten Eimer mit dem Schweineblut über Carrie und Tommy. Der Eimer über Tommy fällt auf seinen Kopf und tötet ihn später. Als sich Gelächter deswegen überall breit macht, fühlt sich Carrie von allen hintergangen und rächt sich mit ihren telekinetischen Fähigkeiten. Zunächst schließt sie alle Türen, so dass niemand entkommen kann, setzt dann die Sprinkleranlage in Betrieb und löst damit tödliche Stromschläge durch die Elektrik aus. Schließlich eskaliert ihre Zerstörungswut, und die Schule geht in Flammen auf, wobei sich am Ende nur zwölf Personen retten können.

Carrie richtet auf der Straße weitere Verwüstungen mit zahlreichen Todesopfern an. Beim anschließenden Gebet in der Kirche beschließt sie, ihre Mutter umzubringen, weil sie tief im Innern weiß, dass sie das auch vorhat. Zu Hause angekommen, verwickelt ihre Mutter Carrie in ein Gespräch und sticht ihr daraufhin ein Küchenmesser in die Schulter. Die schwer verletzte Carrie bringt Kraft ihrer Gedanken das Herz ihrer Mutter zum Stillstand. Anschließend rächt sie sich an Chris und deren Freund Billy, die die Eimer mit Schweineblut unter der Decke des Ballsaales angebracht hat. Susan, eine der wenigen Mitschülerinnen, die Mitleid und keinen Groll gegen Carrie empfanden, findet die im Sterben liegende Carrie. Wegen der Vorkommnisse ziehen immer mehr Bewohner aus Chamberlain weg. Die Stadt stirbt langsam aus und verwandelt sich immer mehr zu einer Art Touristenattraktion für die Leute, die über Carrie Bescheid wissen wollen.

Verfilmungen[Bearbeiten]

1976 wurde das Buch von Brian De Palma mit Sissy Spacek und John Travolta unter dem Titel Carrie – Des Satans jüngste Tochter erstmals verfilmt. Dieser Film gilt als beste Verfilmung des Romans. Wegen seines Erfolgs wurde 1998 die Fortsetzung Carrie 2 – Die Rache gedreht.

2002 entstand eine Neuverfilmung, die sich inhaltlich zwar näher an der Vorlage hielt, jedoch ein völlig anderes Ende hatte. Der Fernsehfilm war eine Pilotsendung zu einer möglichen Serie, die aber wegen schlechter Quoten nicht realisiert wurde.

2013 drehte Kim Peirce mit Carrie die zweite Neuverfilmung des Romans und hat für die Rolle der Carrie Teenie-Star Chloë Grace Moretz sowie als Mutter Julianne Moore gecasted.

Verknüpfungen zu anderen Werken und zur Realität[Bearbeiten]

  • Carries Mutter arbeitet in der Blue Ribbon Wäscherei, wo auch Barton Dawes aus dem Roman Sprengstoff arbeitet und wo in der Kurzgeschichte 'Der Wäschemangler' ebendieser Amok läuft (siehe Nachtschicht).
  • Carries Geburtstag ist der 21. September – wie auch der von Stephen King. Der 21. September kommt auch in anderen Romanen vor, etwa in Sie: Annie Wilkes tötete am 21. September vermutlich ihre Patientin Laura Rothberg.
  • Carrie hat ein reales Vorbild. Als Kind lebte King in Durham, Maine und besuchte die Schule im benachbarten Lisbon Falls. Ausgerechnet ein umfunktionierter Leichenwagen brachte ihn und andere Kinder dorthin – und eine der Mitfahrerinnen war ein seltsames Mädchen, neben dem niemand gerne saß: Carrie. Wie King berichtet, nahm sie sich im Erwachsenenalter das Leben.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Carrie ist Kings sechster Roman, allerdings der erste veröffentlichte. Zuvor schrieb er das unveröffentlichte Buch The Aftermath, Todesmarsch, das unveröffentlichte Sword in the Darkness, Amok und Menschenjagd. Drei davon wurden unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht.

Musical[Bearbeiten]

1988 entstand eine Musical Adaption unter dem Titel Carrie: The Musical mit einem Libretto von Lawrence D. Cohen, Liedtexten von Dean Pitchford und Musik von Michael Gore. Friedrich Kurz produzierte gemeinsam mit der Royal Shakespeare Company einen ersten Tryout, der vier Wochen in Stratford-upon-Avon gezeigt wurde und am 13. Februar 1988 dort Premiere feierte. Die Produktion hatte große technische Probleme und mehrfach wurde während der vier Wochen Spielzeit das Buch geändert. Mehrmals kam es zu schweren Unfällen, so wurde die Hauptdarstellerin Barbara Cook während der Premiere beinahe durch ein Teil des Bühnenbilds enthauptet und kündigte darauf hin.

Am 28. April 1988 begannen Previews einer erneut überarbeiteten Fassung in New York im Virginia Theatre. Die Premiere fand am 12. Mai statt und bereits am 15. Mai, nach nur 16 Previews und 5 Vorstellungen, schloss die Produktion, nachdem Investoren trotz guter Verkaufszahlen ihre Gelder zurückzogen. Laut New York Times war die mehr als 7 Millionen Dollar teure Produktion teuerste quick flop in der Geschichte des Broadways.

Anschließend gab es nur drei nicht genehmigte Amateuraufführungen des Stücks 1999 in New York, 2001 in Dänemark und 2008 in Schottland.

Am 20. November 2009 fand in New York ein Reading einer stark überarbeiteten Version des Musicals statt. Diese wurde 2012 im Off-Broadway Theater MCC erstmals aufgeführt. Die neue Produktion begann mit Previews am 31. Januar, feierte Premiere am 1. März und schloss wie geplant am 8. April nach 34 Previews und 46 Vorstellungen. Diese neue Version wurde erstmals offiziell für die Aufführung durch andere Theater verfügbar gemacht. [1][2] [3]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carrie The Musical Fans Website
  2. A Few Stills from Carrie the Musical
  3. Carrie the Musical auf der Website von R&H Theatrical

Weblinks[Bearbeiten]