Casa-Pia-Missbrauchsskandal

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Der Casa-Pia-Missbrauchsskandal ist die in Medien und der Öffentlichkeit gebräuchliche Bezeichnung für einen Fall von Kindesmissbrauch durch Prominente in Portugal.

Fall[Bearbeiten]

Er führte im September 2010 zu Verurteilungen gegen eine Reihe von Beschäftigten der portugiesischen staatlichen Organisation Casa Pia, in deren Kinderheim Casa Pia de Lisboa in Lissabon über viele Jahre sexueller Missbrauch an Schutzbefohlenen, einige darunter taub oder anders behindert, stattgefunden hatte. Bildaufnahmen der Taten wurden von einem Kinderpornoring vertrieben. Der Fall wurde 2002 durch Publikation in der Expresso und einen darauf folgenden Fernsehbeitrag öffentlich bekannt. Kritisiert wurde das langjährige Verfahren.[1][2][3] Es begann im November 2004 und ist das längste Verfahren der portugiesischen Justizgeschichte. In den fast sechs Jahren wurden etwa 1000 Zeugen und Sachverständige gehört. Eine besondere Brisanz hat der Fall in Portugal, da Politiker und andere bekannte Personen des öffentlichen Lebens angeklagt waren, darunter die TV-Größen Herman José und Carlos Cruz, der ehemalige Premierminister António Guterres, der ehemalige Arbeitsminister Paulo Pedroso, sowie der ehemalige portugiesische Konsul in Stuttgart Jorge Ritto. Herman José wurde freigesprochen, da er sich zu den in der Anklage genannten Tagen im Auftrag des portugiesischen Fernsehsenders SIC in Brasilien aufgehalten hatte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Katharina Peters: Kinderschänder-Urteil in Portugal. Leiden ohne Ende. In: Spiegel online, 3. September 2010 (online)
  2. Schuldig! Portugals größter Missbrauch-Prozess endet. In: WELT Online. Abgerufen am 4. September 2010.
  3. Portugal: Prominente Kinderschänder. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 28. August 2013.