Casa Ricordi

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zu weiteren Personen und Begriffen siehe Ricordi (Begriffsklärung).

Ricordi ist ein italienischer Musikverlag, gegründet 1808 von dem Geiger Giovanni Ricordi (1785–1853) in Mailand. Die "casa editrice Ricordi" verlegte im 19. Jahrhundert Werke der wichtigsten italienischen Opernkomponisten, wie z. B. Giuseppe Verdi, Gioachino Rossini oder Giacomo Puccini.

Geschichte[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert gab es kaum Bedarf für die Vervielfältigung von Musiknoten, da nur neue originäre Kompositionen gefragt waren. Es wurde kaum Musik wiederaufgeführt. Das änderte sich im 19. Jahrhundert rapide, als auch mehr und mehr Laien die großen Opernarien und andere Kompositionen zuhause am Klavier nachspielten, also nicht nur eigentliche Musik für Tasteninstrumente, wie das alte Cembalo.

Jetzt waren Noten, möglichst viel und preiswert gefragt. Ricordi war einer der ersten, der diesen neuen Zug der Zeit erkannte. Er schloss Verträge mit Opernhäusern und Orchestern, ging auf die Komponisten zu und versprach ordentliche Tantiemen. Bislang bekamen diese normalerweise nichts für die Wiederaufführung ihrer Werke. Er gründete den Verlag als G. Ricordi & Co. der bald die Werke der wichtigsten italienischen Komponisten vertrieb, Rossini, Donizetti, Bellini, Verdi und Puccini.

1825 erwarb Ricordi das gesamte Archiv des Mailänder Theaters La Scala. 1830 schloss er den Copyright-Vertrag mit Giuseppe Verdi, eine folgenschwere Entscheidung für die Zukunft des Verlages. Innerhalb kürzester Zeit wurde Casa Ricordi marktführend und nach Übernahme wichtiger Konkurrenten auch marktbeherrschend. Vor allem mit Verdi, sowie den italienischen Rechten an Wagner und anderen wichtigen internationalen Komponisten machte der Verlag große Umsätze. Ricordi gründete 1842 eine bedeutende Musikzeitschrift Gazzetta Musicale di Milano und finanzierte das Musikwesen im großen Stil. Ab 1864 expandierte der Musikverlag zunächst nach Neapel, 1865 nach Florenz, 1871 Rom, 1878 London, und 1888 nach Palermo und Paris. So gehörten ihm nun auch wichtige Vertreter der französischen Grand Opera, wie Massenet an.

1956 wurde die in Generationen als Familienbetrieb geführte Firma in eine öffentliche Gesellschaft gewandelt. Seit 1994 gehört der Ricordi Verlag zur Bertelsmann AG, seit 2006 zu Vivendi (Universal Music Group). Das Verlagsarchiv verblieb bei Bertelsmann. Es reicht mehr als 200 Jahre zurück und ist mit seinen mehr als 5000 Partituren (darunter Originalhandschriften von Verdi und Puccini) und 15.000 Briefen eines der bedeutendsten privaten Musikarchive der Welt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]