Casamance-Konflikt

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Wandmalerei, die vor Landminen warnt, in einem Ort der Casamance

Der Casamance-Konflikt ist die Bezeichnung für eine militärische Auseinandersetzung zwischen der Regierung Senegals und der Mouvement des forces démocratiques de la Casamance (MFDC) seit 1990. Hintergrund ist die Auseinandersetzung über die Frage der Unabhängigkeit der Region Casamance.

Die Region wird überwiegend von Angehörigen der Diola bewohnt und hat eine lange Tradition von Unabhängigkeitsbewegungen. Die MFDC organisierte anfangs friedliche Demonstrationen für die Freiheit. 1982 wurden die Anführer der Organisation inhaftiert, was einen Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt auslöste.

1990 begann die MFDC mit Unterstützung der Armee Guinea-Bissaus mit Angriffen auf militärische Einrichtungen in der Region. Die senegalesische Armee wiederum griff Stellungen der MFDC in der Basse Casamance, heute meist als Ziguinchor-Region bezeichnet, und Guinea-Bissau an. Beide Seiten des Konflikts werden beschuldigt, dabei auch Unbeteiligte angegriffen zu haben.

Zahlreiche Waffenstillstandsabkommen wurden in den 1990er Jahren geschlossen, allerdings war keines von Dauer. Der Übergriff auf vier französische Touristen brachte den Konflikt auch in die europäischen Schlagzeilen; beide Seiten der Auseinandersetzung beschuldigten sich gegenseitig, dafür verantwortlich zu sein.

Mit Augustin Diamacoune Senghor bekam die MFDC einen Anführer, der wieder Verhandlungslösungen suchte. Da die Regierung Senegals die Unabhängigkeit der Region weiter strikt ablehnte, spalteten sich einige Mitglieder von der MFDC ab und begannen erneut den bewaffneten Kampf.

Zwischen 1997 und März 2001 wurden ungefähr 500 Menschen Opfer des Kampfes. Im März 2001 unterzeichnete Senghor erneut ein Abkommen, das unter anderem die Freilassung von Gefangenen, die Rückkehr der Flüchtlinge und die Räumung der Landminen vorsah. Autonomie allerdings sah das Abkommen nicht vor. Daraufhin spaltete sich die MFDC in zwei Fraktionen, die sich gegenseitig bekämpfen.

Seit der Spaltung gehen die Kämpfe bis heute weiter. Sie haben bisher etwa 5000 Menschenleben gekostet (Stand: 2009).

Einen neuen Anlauf zur Beendigung des Konflikts wurde im August 2011 gestartet, Senegals Präsident Abdoulie Wade hat am 17. August bei einem Arbeitsbesuch in Gambia seinen Amtskollegen Präsident Yahya Jammeh gebeten, bei diesem Konflikt zu vermitteln.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Senegal seeks Gambia’s intervention in ending Casamance conflict The Daily Observer vom 17. August 2011

Weblinks[Bearbeiten]