Casole d’Elsa

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Casole d’Elsa
Wappen
Casole d’Elsa (Italien)
Casole d’Elsa
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Siena (SI)
Koordinaten: 43° 21′ N, 11° 3′ O43.34166666666711.042777777778417Koordinaten: 43° 20′ 30″ N, 11° 2′ 34″ O
Höhe: 417 m s.l.m.
Fläche: 148 km²
Einwohner: 3.930 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einw./km²
Postleitzahl: 53031
Vorwahl: 0577
ISTAT-Nummer: 052004
Volksbezeichnung: Casolesi
Schutzpatron: San Donato (7. August)
Website: Gemeinde Casole d’Elsa
Panorama von Casole d’Elsa
Panorama von Casole d’Elsa

Casole d’Elsa ist ein Ort mit 3930 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Siena, Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Lage von Casole d’Elsa in der Provinz Siena

Der Ort erstreckt sich über 148 km². Casole d’Elsa liegt ca. 50 km südwestlich der Regionalhauptstadt Florenz und ca. 25 km westlich der Provinzhauptstadt Siena in der Gebirgskette Montagnola Senese und in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 105 GG[2]. Namenszusatzgebend ist der Fluss Elsa (7 km im Gemeindegebiet), zudem liegt der Ort am Fluss Cecina (3 km im Gemeindegebiet). Wichtige Torrenti im Ortsgebiet sind der Sellate (13 von 18 km im Gemeindegebiet) und der Rosia (4 km im Gemeindegebiet).[3] Der Ort gehört dem Erzbistum Siena-Colle di Val d’Elsa-Montalcino an.

Zu den Ortsteilen (frazioni) gehören Mensano (499 m, ca. 125 Einwohner), Monteguidi (421 m, ca. 150 Einwohner), Pievescola (272 m, ca. 300 Einwohner) sowie La Corsina (392 m, ca. 180 Einwohner), Cavallano (298 m, ca. 120 Einwohner) und Il Merlo (306 m, ca. 100 Einwohner).[4]

Die Nachbargemeinden sind Castelnuovo di Val di Cecina (PI), Chiusdino, Colle di Val d’Elsa, Monteriggioni, Pomarance (PI), Radicondoli, Sovicille und Volterra (PI).

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wird der Ort 896[5] in Dokumenten des Bistum Volterra, welches im 11. Jahrhundert den Ort mit einer Burg ausstattete. 1186 wurden von Heinrich VI. die Pannocchieschi als Herren bestätigt. 1201 erklärte sich Casole d’Elsa als freie Kommune, wurde aber bereits 1240 von Siena nach langer Belagerung erobert. Dies wurde nach der Schlacht von Montaperti 1260 durch die Verhandlungen in Castelfiorentino am 25. November 1260 bestätigt. Aufstände gegen die seneser Herrschaft gab es 1312 und 1313, jeweils nach Besuchen von Heinrich VII..[5] Die Stadtmauern wurden 1481 von Francesco di Giorgio verstärkt.[6] 1492 gab sich der Ort die Statuten.[5] 1554 eroberte Florenz im Zuge des Krieges gegen Siena den Ort. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Gemeinde von den Truppen Napoleons erobert, die bis 1814 blieben. Danach wurde Casole in das Großherzogtum Toskana eingegliedert, wo es bis 1861 verblieb und dann ins Königreich Italien integriert wurde. Der Ortsnamenzusatz d’Elsa wurde 1862 hinzugefügt.[7] Im Zweiten Weltkrieg erlitt der Ort erhebliche Schäden, so wurden die beiden (einzigen) historischen Stadttore Porta ai Frati (nördliches Tor) und Porta Rivellino (südliches Tor) zerstört.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Chiesa di San Niccolò
Collegiata di Santa Maria Assunta
  • Chiesa di San Niccolò, bereits 1348 schriftlich erwähnte Kirche, enthält Fresken von Francesco Rustici.
  • Chiesa dei Santi Andrea e Lorenzo im Ortsteil Monteguidi, enthält das Werk Madonna del Rosario von Alessandro Casolani.
  • Collegiata di Santa Maria Assunta, 1161 konsekrierte Kirche, enthält das Werk Giudizio Universale des Duccio di Buoninsegna sowie Pietà e i Santi Andrea e Niccolò von 1586 von Alessandro Casolani.
  • Museo archeologico e della Collegiata. Die ersten drei Säale gehören dem Museo Archeologico, danach beginnt das Museo della Collegiata. Hier finden sich Werke von Alessandro Casolani (Madonna col Bambino e San Giovannino, Madonna col Bambino, San Giovannino e due devoti, Cristo benedicente, alle am Ende des 16. Jahrhunderts entstanden, und San Giovanni dolente sowie Maria Maddalena dolente aus dem 17. Jahrhundert. Zudem sind einige Bildentwürfe wie Ritratto muliebre, Sacra Conversazione und Studi per un angelo annunciante e un cane zu besichtigen, alle Werke im Saal 1 des Museo della Collegiata), Lippo Vanni (Graduale et Kyriale, Buchmalerei, Saal 2), Giacomo Pacchiarotti (Madonna con Bambino tra i Santi Donato, Michele Arcangelo, Sebastiano e Nicola (Fresko), Maddalena e San Girolamo und Sant’Agnese e San Francesco, beides Tafelgemälde, alle in Saal 4), Francesco Rustici (San Sebastiano curato dalle pie donne, Saal 6), Vincenzo Rustici (Sacra Famiglia, Saal 6) und Rutilio Manetti (San Girolamo nello Studio, Saal 6).[8]
  • Pieve di San Giovanni Battista a Pievescola, bereits 1032 erwähnte Pieve.
  • Pieve di San Giovanni Battista a Mensano, bereits 1171 in einem Dokument von Papst Alexander III. erwähnte Pieve.
  • Pieve dei Santi Maria e Gervasio a Marmoraia, bereits 1047 erwähnte Pieve in der Località Marmoraia, ca. 5 km östlich von Casole d’Elsa.
  • Rocca di Casole d’Elsa, auch Castello di Casole d’Elsa oder Rocca Senese[7] genannt. Entstand 1352 mit zwei ungleichen Türmen.[6] Hier befindet sich heute der Rathaussitz.
  • Villa la Suvera, Gebäude nahe Pievescuola. Die antike Burg wurde erstmals 1197 als Rocca der Familie der Ardengheschi erwähnt. Ab 1216 unterstand sie der Gerichtsbarkeit von Siena, die 1268 aus bisher unergründeten Motiven die Rocca zerstören ließ. Das heutige Gebäude entstand auf den Grundmauern der alten Burg, das 1507 auf Vermittlung von Pandolfo Petrucci an den Papst Julius II. (Giuliano della Rovere) überging und damit zum Kirchenstaat gehörte. Die Umbauarbeiten von der Festung zur Villa fanden um die gleiche Zeit statt und wurden von Baldassare Peruzzi durchgeführt. 1534 wurde das Besitztum von der Familie Della Rovere an die Familie der Chigi aus Siena verkauft, die bereits seit 1509 mit Erlaubnis der della Rovere hier wohnhaft waren.[9]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jeden zweiten Sonntag im Juli findet ein Palio statt, der mit Pferden ausgetragen wird. Hierbei treten die sechs Contraden (Ortsteile) Campagna, Cavallano, Il Merlo, Monteguidi, Pievalle und Rivellino gegeneinander an.[10] Der Palio von Casole ist in seiner Struktur in weiten Teilen dem Palio di Siena ähnlich.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Casole d’Elsa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 25. August 2013 (ital.) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Casole d’Elsa, abgerufen am 25. August 2013 (ital.)
  4. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Siena, abgerufen am 25. August 2013 (ital.)
  5. a b c Emanuele Repetti: CASOLE (Casulae). In Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846)
  6. a b c Castelli Toscani zu Casole d’Elsa, abgerufen am 15. September 2013 (ital.)
  7. a b Terre di Toscana zu Casole d’Elsa, abgerufen am 15. September 2013 (ital.)
  8. Elisabetta Avanzati, Silvia Nerucci: Casole d’Elsa. Museo archeologico e della Collegiata. In: Musei del Senese. Iterinari culturali in terra di Siena. Nuova immagine, Poggibonsi 2007, ISBN 978-88-7145-255-5, S. 104–117.
  9. Ovidio Guaita: Le Ville della Toscana. Newton & Compton Editori, Rom 1997, ISBN 88-8183-787-0, S. 416 ff.
  10. Informationen beim Comitato Palio di Casole
  11. Webseite Bandiere Arancioni zu Casole d’Elsa, abgerufen am 25. August 2013 (ital.)