Castel Gandolfo
| Castel Gandolfo | ||
|---|---|---|
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| Staat: | Italien | |
| Region: | Latium | |
| Provinz: | Rom (RM) | |
| Koordinaten: | 41° 45′ N, 12° 39′ O41.74638888888912.650833333333426Koordinaten: 41° 44′ 47″ N, 12° 39′ 3″ O | |
| Höhe: | 426 m s.l.m. | |
| Fläche: | 14 km² | |
| Einwohner: | 9091 (31. Dez. 2011)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 649 Einw./km² | |
| Stadtviertel | Mole di Castel Gandolfo, Pavona |
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| Angrenzende Gemeinden | Albano Laziale, Grottaferrata, Marino, Rocca di Papa, Rom |
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| Postleitzahl: | 00040 | |
| Vorwahl: | 06 | |
| ISTAT-Nummer: | 058022 | |
| Volksbezeichnung: | Castellani | |
| Schutzpatron: | Hl. Sebastian | |
| Website: | Castel Gandolfo | |
Blick auf Castel Gandolfo und den Albaner See |
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Castel Gandolfo (auch Castelgandolfo, lateinisch Castrum Gandulphi) ist eine italienische Stadt in der zur Region Latium gehörenden Provinz Rom. In Castel Gandolfo leben 9091 Einwohner (Stand 31. Dezember 2011). Bekannt ist die Stadt wegen der sich hier befindlichen Papstresidenz.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Castel Gandolfo liegt 24 km südöstlich von Rom in den Albaner Bergen oberhalb des Albaner Sees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 155 bis 519 m s.l.m.
Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]
Castel Gandolfo teilt sich in vier Gebiete auf.
- Die Altstadt von Castel Gandolfo liegt auf dem Rand der Caldera, eines erloschenen Vulkans.
- Der Albaner See, der zum Gemeindegebiet gehört, liegt auf dem Kratergrund, 130 m unterhalb der Stadt. Entlang des Ufers liegen Ausflugslokale und Strandbäder.
- Am Westhang der Caldera liegt der Stadtteil Mole mit moderner Wohnbebauung.
- Im Südwesten liegt um einen weiteren - heute trockengelegten - Kratersee (Laghetto di Turno) der Ortsteil Pavona, der in den 1920er Jahren entstand. In ihm leben heute die meisten Einwohner der Gemeinde. Hier befindet sich auch das Gewerbegebiet.
Castel Gandolfo wird zu den Ortschaften der Castelli Romani gezählt. Es wurde in die Liste der schönsten Dörfer Italiens aufgenommen.
Die Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn: Marino, Grottaferrata, Rocca di Papa, Albano Laziale und Rom.
Verkehr [Bearbeiten]
Castel Gandolfo liegt 14 km von der Auffahrt Monteporzio Catone auf den Autobahnzubringer zur Autobahn A1 Autostrada del Sole entfernt.
Castel Gandolfo liegt an der Via Appia (Staatsstraße SS 7), die den Ort mit Rom verbindet.
Die Via Nettunense (Staatsstraße SS 207), die den Stadtteil Pavona durchquert, führt nach Anzio (41 km) ans Meer.
Castel Gandolfo hat einen Bahnhof an der Regionalbahnstrecke FR4 Rom-Albano. Der Bahnhof Pavona an der Regionalbahnstrecke FR4 Rom-Velletri liegt bereits im Stadtteil Pavona von Albano Laziale.
Geschichte [Bearbeiten]
Archäologische Ausgrabungen und historische Quellen lassen vermuten, dass an der Stelle des heutigen Ortes um etwa 1100 v. Chr. bis 600 v. Chr. die antike Stadt Alba Longa lag, die lange der kulturelle Mittelpunkt und Hauptstadt des Latinerbundes war. Alba Longa spielte in der römischen Mythologie bei der Gründung Roms eine herausragende Rolle. 665 v. Chr. wurde Alba Longa von Rom zerstört.
Mit der Eröffnung der Via Appia 312 v. Chr. wurden in dem Gebiet zahlreiche Villen errichtet, darunter als größte die Villa des Kaisers Domitian. Sie ist der Vorgängerbau des heutigen Päpstlichen Palastes.
Im Mittelalter gehörte die Domitianvilla unter dem Namen Massa Caesariana den Grafen von Tusculum. 1221 erwarben sie die Savelli und bauten sie zu ihrer Burg um. 1596 wurde sie von der Apostolischen Kammer beschlagnahmt und in der Folge zum barocken Palast umgebaut. Seit 1628 wird dieser als Sommerresidenz des Papstes genutzt.
Als 1798 Castel Gandolfo von französischen Soldaten besetzt wurde, schloss es sich der kurzlebigen Republik von Albano an. 1820 wurde auf der Piazza della Libertà der erste Briefkasten der Welt eingerichtet. 1870 wurde der Kirchenstaat aufgelöst und Castel Gandolfo ins Königreich Italien eingegliedert. Mit den Lateranverträgen von 1929 wurden die Grenzen der Papstresidenz als exterritoriales Gebiet des Vatikans festgeschrieben.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| Jahr | 1881 | 1901 | 1921 | 1936 | 1951 | 1971 | 1991 | 2001 | 2011 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1.767 | 1.980 | 2.577 | 2.955 | 4.172 | 4.709 | 6.843 | 7.930 | 9.091 |
Quelle: ISTAT
Politik [Bearbeiten]
Milvia Monachesi (PD) wurde im Mai 2012 zur Bürgermeisterin gewählt. Ihr Vorgänger und Parteifreund Maurizio Colacchi amtierte von 2002 bis 2012. Bei den Wahlen 2002, 2007 und 2012 erreichte die rot-grüne Bürgerliste Arcobaleno immer die absolute Mehrheit der Sitze im Gemeinderat.[3]
Partnerstädte [Bearbeiten]
Châteauneuf-du-Pape, die ehemalige Sommerresidenz der Päpste in der Provence
Curepipe auf Mauritius
Papstresidenz [Bearbeiten]
Castel Gandolfo beherbergt eine Residenz des Papstes. Ursprünglich von Kaiser Domitian erbaut, war es später der Adelssitz der Familie Gandolfi und dann der Savelli. Die Residenz wurde von Papst Clemens VIII. 1596 beschlagnahmt und unter Urban VIII. 1624 bis 1629 zum Papstpalast umgebaut. Seither wurde der Palast von fast allen Päpsten vor allem in den Sommermonaten als Residenz genutzt. Traditionell finden dann auch die Generalaudienzen dort im Innenhof des Papstpalastes statt. Papst Benedikt XVI. nutzte die Residenz während seines Pontifikats das ganze Jahr über häufig zur Erholung. Er hat sich nach seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 nach Castel Gandolfo zurückgezogen, bis er am 2. Mai 2013 endgültig seinen Altersruhesitz im Kloster Mater Ecclesiae nahm.[4][5] Castel Gandolfo ist Sterbeort von Pius XII. (1958) und Paul VI. (1978).
Die Residenz ist ein Komplex von drei Villen. In den Lateranverträgen von 1929 wurde die Sommerresidenz (welche den Papstpalast, die Villa Cybo, den Palazzo Barberini, die Gärten des Belvedere, sowie einen Gutshof mit einer kleinen Landwirtschaft umfasst) als exterritoriale Besitzung des Heiligen Stuhls bezeichnet (mit einer Ausdehnung von 55 Hektar). Im Unterschied zur weit verbreiteten Meinung bedeutet dies nicht, dass die päpstlichen Güter in Castel Gandolfo Teil des Territoriums des Staates der Vatikanstadt sind, sondern dass sie mit dem Status von ausländischen Vertretungsbehörden vergleichbar sind. Die Sicherungsaufgaben innerhalb der päpstlichen Güter werden von der vatikanischen Gendarmerie wahrgenommen. Im Gebiet der Villa Cybo befindet sich das „Internationale Kongresszentrum Mariapoli“ der Fokolar-Bewegung. Zu Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II. wurde von amerikanischen Katholiken ein überdachtes Schwimmbad gespendet.
Im Ostflügel der Anlage befindet sich seit 1930 die Vatikanische Sternwarte Specola Vaticana, die den römischen Standort der Sternwarte wegen der Lichtverschmutzung der Großstadt ersetzte. Sie verfügt über zwei Teleskope aus den 1950er Jahren, die aber mittlerweile veraltet sind. Deshalb wurde 1981 die Forschungsabteilung des Institutes durch deren damaligen Leiter George Coyne nach Arizona an die dortige Universität verlegt.
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Pfarrkirche San Tommaso da Villanova von Gian Lorenzo Bernini
Literatur [Bearbeiten]
- Christoph Henning: Latium. Das Land um Rom. Mit Spaziergängen in der Ewigen Stadt (= DuMont Kunst-Reiseführer). 3., aktualisierte Auflage. DuMont, Köln 2006, ISBN 3-7701-6031-2.
- Anton Henze, Kunibert Bering, Gerhard Wiedmann: Kunstführer Rom. 5., neu bearbeitete Auflage. Philipp Reclam GmbH, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5.
Weblinks [Bearbeiten]
- Die Papstresidenz als 3D-Modell im 3D Warehouse von Google SketchUp
- Castel Gandolfo auf www.comuni-italiani.it (italienisch)
- Zur Geschichte des Papstpalastes
- Artikel zur Geschichte des päpstlichen Sommerpalastes von René Schlott bei Spiegel Online
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
- ↑ Italienischer Zivilschutz
- ↑ Information des Innenministeriums, abgerufen am 23. Mai 2012
- ↑ Castel Gandolfo rüstet auf: „Alle fiebern Benedikt XVI. entgegen“. Radio Vatikan, 22. Februar 2013, abgerufen am 22. Februar 2013.
- ↑ Papst Franziskus heißt Benedikt XVI. im Vatikan willkommen. Radio Vatikan, 3. Mai 2013, abgerufen am 4. Mai 2013.
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