Castel Gandolfo

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Castel Gandolfo
Wappen
Castel Gandolfo (Italien)
Castel Gandolfo
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Rom (RM)
Koordinaten: 41° 45′ N, 12° 39′ O41.74638888888912.650833333333426Koordinaten: 41° 44′ 47″ N, 12° 39′ 3″ O
Höhe: 426 m s.l.m.
Fläche: 14 km²
Einwohner: 9037 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 646 Einw./km²
Postleitzahl: 00040
Vorwahl: 06
ISTAT-Nummer: 058022
Demonym: Castellani
Schutzpatron: Hl. Sebastian
Website: Castel Gandolfo

Castel Gandolfo (auch Castelgandolfo, lateinisch Castrum Gandulphi) ist eine Stadt in der Provinz Rom in der italienischen Region Latium mit 9037 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010).

Blick auf Castel Gandolfo und den Albaner See

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Castel Gandolfo liegt 24 km südöstlich von Rom in den Albaner Bergen oberhalb des Albaner Sees. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 155 bis 519 m s.l.m.

Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 2 (mittel gefährdet).[2]

Castel Gandolfo auf OpenStreetMap

Castel Gandolfo teilt sich in vier Gebiete auf.

  • Die Altstadt von Castel Gandolfo liegt auf dem Rand der Caldera eines erloschenen Vulkans.
  • Der Albaner See, der zum Gemeindegebiet gehört, liegt auf dem Kratergrund, 130 m unterhalb der Stadt. Entlang des Ufers liegen Ausflugslokale und Strandbäder.
  • Am Westhang der Caldera liegt der Stadtteil Mole mit moderner Wohnbebauung.
  • Im Südwesten liegt um einen weiteren, heute trockengelegten, Kratersee (Laghetto di Turno) der Ortsteil Pavona, der in den 1920er Jahren entstand. In ihm leben heute die meisten Einwohner der Gemeinde. Hier befindet sich auch das Gewerbegebiet.

Castel Gandolfo wird zu den Ortschaften der Castelli Romani gezählt. Es wurde in die Liste der schönsten Dörfer Italiens aufgenommen.

Die Nachbarorte sind: Albano Laziale, Grottaferrata, Marino, Rocca di Papa, Rom.

[Bearbeiten] Verkehr

Castel Gandolfo liegt an der Via Appia (Staatsstraße SS 7), die den Ort mit Rom verbindet. Die Via Nettunense (Staatsstraße SS 207), die den Stadtteil Pavona durchquert, führt nach Anzio (41 km) ans Meer.

Castel Gandolfo hat einen Bahnhof an der Regionalbahnstrecke FR4 Rom-Albano. Der Bahnhof Pavona an der Regionalbahnstrecke FR4 Rom-Velletri liegt bereits im Stadtteil Pavona von Albano Laziale.

[Bearbeiten] Geschichte

Archäologische Ausgrabungen und historische Quellen lassen vermuten, dass an der Stelle des heutigen Ortes um etwa 1100 bis 600 v. Chr. die antike Stadt Alba Longa lag. Alba Longa spielte in der römischen Mythologie bei der Gründung Roms eine herausragende Rolle. 665 v. Chr. wurde Alba Longa von Rom zerstört.

Mit der Eröffnung der Via Appia 312 v. Chr. wurden in dem Gebiet zahlreiche Villen errichtet, darunter als größte die Villa des Kaisers Domitian. Sie ist der Vorgängerbau des heutigen Päpstlichen Palastes.

Im Mittelalter gehörte die Domitianvilla unter dem Namen Massa Caesariana den Grafen von Tusculum. 1221 erwarben sie die Savelli und bauten sie zu ihrer Burg um. 1596 wurde sie von der Apostolischen Kammer beschlagnahmt und in der Folge zum barocken Palast umgebaut. Seit 1628 wird dieser als Sommerresidenz des Papstes genutzt.

Als 1798 Castel Gandolfo von französischen Soldaten besetzt wurde, schloss es sich der kurzlebigen Republik von Albano an. 1820 wurde auf der Piazza della Libertà der erste Briefkasten der Welt eingerichtet. 1870 wurde der Kirchenstaat aufgelöst und Castel Gandolfo ins Königreich Italien eingegliedert. Mit den Lateranverträgen von 1929 wurden die Grenzen der Papstresidenz als exterritoriales Gebiet des Vatikans festgeschrieben.

[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 1.767 1.980 2.577 2.955 4.172 4.709 6.843 7.930

Quelle: ISTAT

[Bearbeiten] Politik

Maurizio Colacchi (linke Bürgerliste Arcobaleno) wurde 2002 zum Bürgermeister gewählt und im Mai 2007 im Amt bestätigt.

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Papstresidenz

Castel Gandolfo beherbergt die Sommerresidenz des Papstes. Ursprünglich von Kaiser Domitian erbaut, war es später der Adelssitz der Familie Gandolfi und dann der Savelli. Die Residenz wurde von Papst Clemens VIII. 1596 beschlagnahmt und unter Urban VIII. 1624 bis 1629 zum Papstpalast umgebaut. Sie ist Sterbeort von Pius XII. (1958) und Paul VI. (1978).

Die Residenz ist ein Komplex von drei Villen. In den Lateranverträgen von 1929 wurde die Sommerresidenz (welche den Papstpalast, die Villa Cybo, den Palazzo Barberini, die Gärten des Belvedere, sowie einen Gutshof mit einer kleinen Landwirtschaft umfasst) als exterritoriale Besitzung des Heiligen Stuhls bezeichnet (mit einer Ausdehnung von 55 Hektar). Im Unterschied zur weitverbreiteten Meinung bedeutet dieser Status nicht, dass die päpstlichen Güter in Castel Gandolfo Teil des Territoriums des Staates der Vatikanstadt ist, sondern mit dem Status von ausländischen Vertretungsbehörden vergleichbar ist. Innerhalb der Residenz befindet sich ein Internationales Kongresszentrum der Fokolar-Bewegung. Zu Beginn des Pontifikats von Johannes Paul II. wurde von amerikanischen Katholiken ein überdachtes Schwimmbad gespendet.

Im Ostflügel der Anlage befindet sich seit 1930 die Vatikanische Sternwarte Specola Vaticana, die den römischen Standort der Sternwarte wegen der Lichtverschmutzung der Großstadt ersetzte. Sie verfügt über zwei Teleskope aus den 1950er Jahren, die aber mittlerweile veraltet sind. Deshalb wurde 1981 die Forschungsabteilung des Institutes durch deren damaligen Leiter George Coyne nach Arizona an die dortige Universität verlegt.

[Bearbeiten] Literatur

  • Christof Henning, DuMont Kunst-Reiseführer Latium, 2006, 3. Auflage, ISBN 3-7701-6031-2
  • Anton Henze, Kunstführer Rom und Latium, Philipp Reclam GmbH, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Castel Gandolfo – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. Italienischer Zivilschutz
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