Castel Giorgio

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Castel Giorgio
Kein Wappen vorhanden.
Castel Giorgio (Italien)
Castel Giorgio
Staat: Italien
Region: Umbrien
Provinz: Terni (TR)
Koordinaten: 42° 42′ N, 11° 59′ O42.711.983333333333559Koordinaten: 42° 42′ 0″ N, 11° 59′ 0″ O
Höhe: 559 m s.l.m.
Fläche: 42,35 km²
Einwohner: 2.178 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einw./km²
Postleitzahl: 05013
Vorwahl: 0763
ISTAT-Nummer: 055009
Volksbezeichnung: Castelgiorgesi
Schutzpatron: San Pancrazio (12. Mai, offizieller Schutzpatron) und San Giorgio (23. April, inoffizieller Schutzpatron)
Website: Gemeinde Castel Giorgio

Castel Giorgio ist eine Gemeinde mit 2178 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) in der Provinz Terni in der Region Umbrien in Italien.

Geografie[Bearbeiten]

Rathaus von Castel Giorgio

Die Gemeinde erstreckt sich über ca. 42 km². Sie liegt ca. 60 km südwestlich von Perugia und ca. 60nbsp;km nordwestlich von Terni am Fluss Romealla und an der Grenze zum Latium nahe dem Bolsenasee. Sie gehört zur Comunità montana Orvietano Narnese Amerino Tuderte und wird von der Via Cassia durchquert.

Zu den Ortsteilen gehören Casa Perazza und Contrada Poderetto.

Die Nachbargemeinden sind Acquapendente (VT), Bolsena (VT), Castel Viscardo, Orvieto und San Lorenzo Nuovo (VT).

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten Spuren einer Besiedlung des Gebiets stammen aus der Zeit der Villanovakultur, danach waren die Etrusker vor Ort, wie die im 3. oder 2. Jahrhundert v. Chr. entstandene Nekropole des Lauscello zeigt. Durch die Lage an den Römerstraßen Via Cassia und Via Traiana Nova (auch Via Regia genannt) entstanden Gebäude der Römer. Die Geschichte des heutigen Ortes begann um 1477, als der Kardinal Giorgio della Rovere entschied, eine Familienresidenz für sich und seine Familie zu errichten. Aus dieser Zeit stammen die Burg, der Palazzo Sannesio und die Kirche des San Pancrazio. Zu den Gegnern des Kardinals gehörten der Bischof von Orvieto und die Familie der Valenti aus Porano, die mit den Della Rovere Krieg führten. Dabei wurde der Ort stark beschädigt. Weitere Schäden erlitt der Ort durch Karl VIII. auf seinem Weg nach Viterbo, durch das Feuer von 1497 und durch die Erdbeben von 1505 und 1511. Der Wiederaufbau des Ortes wurde durch den Kardinal Giacomo Sannesio 1610 eingeleitet, die Arbeiten wurden rund zehn Jahre später beendet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Palazzo Sannesio in Castel Giorgio
Kirche Chiesa di San Pancrazio
  • Chiesa di San Pancrazio, auch Chiesa parrocchiale genannt, Kirche aus dem 17. Jahrhundert am Zentralplatz Piazza Giorgio della Rovere.
  • Palazzo Sannesio, um 1477 entstanden durch den Kardinal Giorgio della Rovere und benannt nach dem Kardinal Giacomo Sannesio[2].

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Giorgio della Rovere (um *1459 bei Parma; † 14. März 1505 in Acquapendente), wurde am 22. Juni 1476 von Sixtus IV. (Francesco della Rovere) zum Bischof von Orvieto ernannt.[3]
  • Giacomo Sannesio (*1460 in Belforte del Chienti; † 28. Februar 1621 in Rom), wurde am 9. Juni 1604 zum Kardinal gewählt. Nahm am 1. April 1605 an der Konklave teil, die Leo XI. zum Papst wählte sowie an der vom 9. Februar 1621, aus der Gregor XV. als Papst hervorging. Wurde in der Kirche San Silvestro al Quirinale in Rom begraben.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Castel Giorgio – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. offizielle Webseite der Gemeinde, abgerufen am 9. März 2011
  3. Webseite von Castel Giorgio News zu Giorgio della Rovere, abgerufen am 10. März 2011
  4. Webseite von Castel Giorgio News zu Giacomo Sannesio, abgerufen am 10. März 2011