Castello del Valentino

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Castello del Valentino
Kupferstich

Das Castello del Valentino ist ein historisches Gebäude in Turin und im gleichnamigen am Po gelegenen Parco del Valentino. Heute ist es Sitz der Fakultät Architektur des Politecnico di Torino.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Er wurde erstmals in Dokumenten aus dem Jahr 1275 erwähnt. Vermutlich bezieht er sich auf die einst in der Nähe des Parks stehenden St.Veits-Kirche, die die Reliquie des Heiligen Valentin von Terni beherbergte.

Das ursprünglichen Gebäude wurde von Herzog Emanuel Philibert von Savoyen auf Anraten von Andrea Palladio erworben. Zuvor diente es als Residenz verschiedener adeliger Familien.

Seine heutige Form verdankt das Schloss Prinzessin Christina von Frankreich, der Frau des späteren Herzog von Savoyen, Viktor Amadeus I.. Die Arbeiten zogen sich knapp 30 Jahre (1633-1660) nach Plänen Carlo e Amedeo di Castellamonte. Der hufeisenförmige Grundriss umfasst einen mit Marmor gepflasterten Innenhof. Die Ecken sind mit jeweils einem Turmaufbau hervorgehoben. Die Fassade weist, dem Geschmack und der Herkunft der Prinzessin entsprechend, Stilelemente und eine Aufteilung auf, wie sie zu der Zeit in Frankreich modern war, so zum Beispiel die Mansarddächer. Über dem zentralen Eingang prangt an einem Giebel ein großes Wappen der Savoyer.

Neben dem Palazzo Madama im Zentrum Turins als offizielle Residenz diente das damals noch vor den Mauern der Stadt liegende Schloss als private Residenz. Die schöne, jung verwitwete Herzogin Christina führte dort ein hemmungsloses Leben. Es soll sogar ein unterirdischer Tunnel angelegt worden sein, um ihren zahlreichen Liebhabern ein problemloses Kommen und Gehen zu ermöglichen.

Im 19. Jahrhundert wurden einige Änderungen in seiner architektonischen Gestaltung sowie seiner Anbindung an die Stadt vorgenommen, die kostbare barocke Einrichtung jedoch größtenteils von napoleonischen Soldaten geplündert und nach Frankreich gebracht.

In den folgenden Jahren verfiel das Schloss, was sich jedoch im Nachhinein als Glücksfall für das Schloss herausstellen sollte. Zwar hat die Zeit ihren Tribut gefordert, z.B. durch Wasserschäden. Der Vernachlässigung ist es jedoch auch zu verdanken, dass sämtliche Fresken und Friese in seinem Inneren in ihrem historischen Zustand aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben sind. 1860 entschied sich die Technische Universität für das Castello del Valentino als neuen Standort, sodass das Schloss renoviert und wieder in seinem alten Glanz hergestellt wurde. Am 12. Mai 2007 wurde der zentrale Sala dello Zodiaco (Tierkreissaal) wiedereröffnet, dessen Deckenfresko eine Personifikation des Po, ausgestattet mit Attributen des Meeresgottes Poseidon, zeigt. Im Parco del Valentino befindet sich auch der Orto Botanico dell'Università di Torino, der Botanische Garten der Universität.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Castello del Valentino (Turin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

45.0543333333337.6855277777778Koordinaten: 45° 3′ 16″ N, 7° 41′ 8″ O