Castillo de Teayo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

20.749805555556-97.633277777778Koordinaten: 20° 44′ 59″ N, 97° 38′ 0″ W

Karte: Mexiko
marker
Castillo de Teayo
Magnify-clip.png
Mexiko

Castillo de Teayo ist eine archäologische Ruine im Zentrum des gleichnamigen Ortes und Municipios im mexikanischen Bundesstaat Veracruz und der La Huasteca genannten Region. Der Ort wurde im 19. Jahrhundert wiederbesiedelt, nachdem er seit der Conquista verlassen war.

Geschichte[Bearbeiten]

Über den heute Castillo de Teayo genannten Ort fehlen für die vorspanische Zeit präzise Informationen. Die Region war von den Bevölkerungsgruppen der Totonaken und der Huaxteken bewohnt, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts dem Aztekischen Reich Tribut zahlten. Verwaltet wurde die Gegend von Teayo von Tochpan (heute Tuxpan) aus. Erobert wurde sie Anfang 1520 von Andrés de Tapia.[1] Nach dem Fall der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan wurde der Hafenort Tuxpan 1526 von Hernán Cortés beansprucht und auch kurzzeitig in Besitz gehalten, ging dann aber an verschiedene Encomenderos über. Nach 1604 wurden die Einkünfte der Encomienda den Erben des letzten unabhängigen Herrschers der Azteken, Moctezuma I. zugewiesen.

Pyramide[Bearbeiten]

Pyramide auf dem Hauptplatz

Die eigentliche Pyramide auf dem Hauptplatz besteht aus zwei Teilen: Der Pyramidenkörper besteht aus drei Stufen, deren Außenwände eine von unten nach oben abnehmende Neigung nach Innen aufweisen. Die Grundfläche ist quadratisch und hat knapp 25 Meter Seitenlänge. Eingesenkt in den Pyramidenkörper ist die von breiten Treppenwangen gesäumte Treppe von 40 Stufen, die nach Westen gerichtet ist. Die Treppenwangen gehen entsprechend dem postklassischen Baukanon in ihrem obersten teil in vertikale Blöcke über.

Das eigentlich Tempelgebäude ist im Vergleich zu den Ausmaßen der Pyramide mit 7 × 3 Metern recht klein, so dass der Innenraum eher eine Nische gleicht. Das untere Drittel der Tempelwand ist leicht nach innen geböscht, darüber folgt ein schmales Gesimsband, dann sind die Wände vertikal und erreichen eine Gesamthöhe von 4,5 Meter. Sowohl im Inneren wie außen sind große Reste des Stuckverputzes erhalten. Heute wird die Konstruktion von einem Dach aus Palmblattfasern gegen die Witterung geschützt. Im 19. Jahrhundert befand sich hier ein gedeckter Glockenturm aus Holz.

In der näheren Umgebung der Pyramide befanden sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zahlreiche Steinskulpturen, die heute in das hinter der Pyramide gelegenen Lokalmuseum übergeführt wurden[2] Unter diesen ist eine Darstellung des Regengottes Tlaloc.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eduard Seler: Die Alterthümer von Castillo de Teayo. In Eduard Seler: Gesammelte Abhandlungen, Behrendt, Berlin 1908. S. 410-49.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Gerhard:Geografía histórica de la Nueva España, 1519-1821. Universidad Nacional Autónoma de México, México 1986. ISBN 968-36-0293-2. S. 119
  2. Felipe Solís: Escultura del Castillo de Teayao, Veracruz, México. Universidad Nacional Autónoma de México, México 1981. ISBN 968-5801-45-2.

Siehe auch[Bearbeiten]