Castorama

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Castorama
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN FR0000124208
Gründung 13. Juni 1969
Sitz Templemars, Département Nord, Frankreich
Leitung Guy Colleau[1]
Mitarbeiter 12.500
Umsatz 3,5 Mrd. €
Branche Handel
Produkte HeimwerkerbedarfVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.castorama.fr
Stand: 2010 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2010
Castorama-Markt in Stettin, Polen

Castorama ist der Name einer ursprünglich aus Frankreich stammenden Baumarktkette mit Sitz in Templemars, Département Nord. Sie ist derzeit (Stand: 2011) in Frankreich, Polen und Russland präsent. In den vergangenen Jahren war sie darüber hinaus in Deutschland und Italien zu finden. Mittlerweile ist diese Kette mit B&Q, einer Tochtergesellschaft des britischen Einzelhandelskonzerns Kingfisher, fusioniert.

Geschichte[Bearbeiten]

Christian Dubois gründete am 13. Juni 1969 das Unternehmen Castorama. An selben Tag ist der erste Markt in Englos nahe der Stadt Lille eröffnet worden. Erst im Jahre 1971 wurde der Name als offizieller Markenname in das Handelsregister eingetragen. Im Jahre 1988 begann das Unternehmen international zu expandieren; zunächst in Italien, dann später in Deutschland, Polen und Russland. Die Fusion mit der britischen Baumarktkette B&Q, einer Tochtergesellschaft des britischen Einzelhandelskonzerns Kingfisher, erreichte im Jahre 1998 57,9 %, so dass schon dann Kingfisher die Kontrolle über das Unternehmen hatte. Vollendet wurde dies 2002 mit 100 % der Anteile. Gleichzeitig schied zu dieser Zeit Christian Dubois, mittlerweile in den Aufsichtsrat gewechselt, aus der Firma ganz aus.[2]

Der Gründer[Bearbeiten]

Christian Dubois wurde im November 1921 geboren. In den 1950er-Jahren startete er einige Handelsunternehmen in der Bau- und vor allem Do-it-yourself-Branche. Schließlich gründete er am 13. Juni 1969 „Castorama“ in Englos und ließ drei Jahre später den Firmennamen als Markennamen registrieren. Er führte das Unternehmen in der Mitte der 1980er-Jahre zum Marktführer in Frankreich. Mit 71 Jahren, im Jahre 1992, wechselte er vom Präsidium des Unternehmens in den Aufsichtsrat. Zehn Jahre später, 2002, verließ er die Firma vollständig, zeitgleich mit der Übernahme von 100 % der Firma durch Kingfisher. Er starb am 20. Januar 2005 im Alter von 83 Jahren.[2]

Castorama in Deutschland[Bearbeiten]

Im Jahre 1990 war Castorama in Deutschland gegründet worden, 1992 wurde der erste Markt eröffnet. Im April 2002 wurde in Deutschland der Name Castorama in Casto Depot umgewandelt. Alle sechs Baumärkte wurden von Grund auf umgebaut. Ziel war es, mit möglichst wenig Mitteln das Unternehmen rentabler zu machen, was aber nicht gelang. Am 31. Juli 2003 kam das Aus für alle Casto-Depot-Märkte in Deutschland. Betroffen waren die Standorte in Castrop-Rauxel, Kamen, Wildau bei Berlin, Koblenz, Chemnitz und Kassel. Der Eigentümer Kingfisher hatte im Dezember 2002 beschlossen, dass sich Casto Depot aus dem deutschen Raum zurückziehen wird. Es wurde ein Sozialplan ausgearbeitet und allen Mitarbeitern gekündigt. Davon waren rund 350 Mitarbeiter der sechs Baumärkte sowie etwa 40 Beschäftigte der Zentrale in Liederbach am Taunus betroffen.[3]

Castorama in Frankreich[Bearbeiten]

Frankreich ist das Land, in dem die Kette ihre Wurzeln hat, denn dort hat im Jahre 1969 der erste Markt eröffnet. Laut eigenen Angaben haben die Märkte nun ein Durchschnittsalter von 34,9 Jahren. In 101 Filialen wird ein Umsatz von 2,3 Mrd. Euro erzielt. In Frankreich sind 13.074 Mitarbeiter beschäftigt, davon 53 % im Verkauf (Stand: 30. November 2008).[4]

Castorama in Italien[Bearbeiten]

Castorama war seit 1988 in Italien vertreten. Im Jahre 2008 jedoch hat sich die britische Kingfisher plc von ihrer italienischen Tochter Castorama getrennt. Sie wurde an die italienische Groupe Adeo S.A. für 440 Mill. Brit. Pfund (560 Mio. Euro) verkauft, wobei diese Summe noch eine erfolgsabhängige Komponente enthält. Zum Zeitpunkt des Verkaufs ging es dabei um 31 Niederlassungen und 2.200 beschäftigte Mitarbeiter.[5]

Castorama in Polen[Bearbeiten]

Castorama in Glogau, Polen

Castorama hat im Jahre 1994 seine polnische Dependance gegründet. Drei Jahre später – 1997 – wurde der erste Markt in Warschau eröffnet. In den folgenden Jahren wurden noch weitere Märkte eröffnet. Im Jahre 2006 wurde die neue Marke „Brico Depot“ aus der Taufe gehoben.[6]

Laut eigenen Angaben sind die Castorama- und Brico-Depot-Märkte Marktführer in Polen. Beide Ketten haben zusammen 72 Märkte, davon 69 mit dem Markennamen „Castorama“ und 3 unter dem Namen „Brico Depot“. Darin werden 10.800 Angestellte beschäftigt (Stand: Dezember 2014).[6]

Auf der polnischen Website gibt es zwar eine Übersicht der Produkte, es werden aber keine Preise angegeben. Nach Aussagen von Castorama sind Preisangaben von untergeordneter Bedeutung, da es sowieso eine Tiefpreisgarantie gibt. Es gibt dabei keine Möglichkeit der Online-Bestellung im klassischen Sinne; wer etwas von zuhause aus bestellen will, muss sich eine Filiale aussuchen und dort anrufen oder eine E-Mail schreiben. Im Rahmen dieses Kontakts wird der Preis angegeben und die Bestellung getätigt. (Stand: Januar 2011)

Castorama in Russland[Bearbeiten]

Seit 2004 gibt es die Marke "Castorama" auch in Russland. Die ersten Märkte eröffneten im Jahre 2006 in Samara und St. Petersburg. Es folgten ein weiterer Markt in St. Petersburg sowie die Märkte in Moskau und Rostow-na-Donu (2007); Omsk und Krasnodar (2008); sowie Togliatti, Woronesch, Krasnodar, Moskau und Nischni Nowgorod (2009). Die neuesten Filialen stehen in Perm und Ufa (seit 2010). Castorama beschäftigt 2.300 Mitarbeiter in Russland (Stand: Januar 2011).

Sponsoring[Bearbeiten]

Von 1990 bis 1995 war Castorama Sponsor eines Radsportteams. Die Daten im Einzelnen:

Fabian Jeker für Castorama, 1993
Jahr Teamname Teamleiter Fahrräder von Einzelnachweis
1990 Castorama Cyrille Guimard, Jacques Cadiou, Bernard Quilfen Raleigh [7]
1991 Castorama - Raleigh Bernard Quilfen, Pascal Dubois Raleigh [8]
1992 Castorama Cyrille Guimard, Bernard Quilfen, Pascal Dubois Cyrille Guimard [9]
1992 Castorama - Sodime [10]
1992 Sodime - Eurodinox - Castorama [11]
1993 Castorama Cyrille Guimard, Bernard Quilfen, Pascal Dubois Maxi Sports / Cyrille Guimard [12]
1994 Castorama Bernard Quilfen, Pascal Dubois Maxi Sports / Cyrille Guimard [13]
1994 V.C. Lyon - Castorama-Cramer [14]
1995 Castorama Jean-René Bernaudeau, Bernard Quilfen Maxi Sports / Cyrille Guimard [15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Castorama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Direction Castorama. Castorama Frankreich, abgerufen am 23. November 2011 (französisch).
  2. a b Christian Dubois, fondateur de Castorama. CARNET • NÉCROLOGIE. Les Échos, 21. Januar 2005, abgerufen am 4. Dezember 2014 (französisch).
  3. Castorama zieht sich aus Deutschland zurück. raumausstattung.de, 2003, abgerufen am 29. Januar 2011.
  4. Chiffre clés. Castorama Frankreich, abgerufen am 29. Januar 2011 (französisch).
  5. Kingfisher veräußert italienische Einzelhandelskette Castorama für 560 Mio. Euro. finanzen.net, 1. August 2008, abgerufen am 29. Januar 2011.
  6. a b Historia Castoramy. castorama.pl, abgerufen am 4. Dezember 2014 (polnisch).
  7. Castorama-Teamdaten für 1990 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  8. Castorama-Teamdaten für 1991 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  9. Castorama-Teamdaten für 1992 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  10. Castorama-Sodime-Teamdaten für 1992 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  11. Sodime-Eurodinox-Castorama-Teamdaten für 1992 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  12. Castorama-Teamdaten für 1993 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  13. Castorama-Teamdaten für 1994 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  14. V.C.Lyon-Castorama-Cramer-Teamdaten für 1994 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011
  15. Castorama-Teamdaten für 1995 auf radsportseiten.net, abgerufen am 29. Januar 2011