Castrokultur

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Verbreitungsgebiet der Castrokultur
Castro de Coaña, Asturien, Spanien

Castrokultur (portugiesisch: Cultura Castreja, galicisch: Cultura Castrexa, spanisch: Cultura Castreña) ist die alte archäologische Bezeichnung für die eisenzeitliche Kultur der nordwestlichen Iberischen Halbinsel vom Ende der Bronzezeit (1. Jahrtausend v. Chr.) bis ins 1. Jahrhundert vor Chr. Inzwischen ist die Bezeichnung umstritten.

Das charakteristischste und deshalb namensgebende Merkmal dieser Kultur, waren die auf Hügeln gelegenen und mit einem Wall befestigten Siedlungen, die als Castro (von lat. castrum) und Citânias bezeichnet werden. Plätze dieser Art fanden sich in einem Gebiet, das sich im Osten bis zum Río Cares und im Süden bis zum Duero erstreckt. Weitere Merkmale sind u. a. die Lusitanische Kriegerstatue und stehende und sitzende männliche und weibliche Götterstatuen (Sendim, Xinco de Limia), Wirbelräder als Swastika-Elemente (Santa Terga), Omphaloi, Pedra Formosas und Torques.

Die Region Ave, im Zentrum dieser Kultur gelegen, weist größere Castros, die Citânias oder Cividades (vom Lat. civitas) auf. (s. a. Citânia de Sanfins oder Cividade de Terroso)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Castrokultur begann sich am Ende der Bronzezeit, aufgrund kultureller Einflüsse der zentraleuropäischen und mediterranen Kulturen, zu entwickeln. In der anschließenden Periode, die bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. reichte, breiteten sich die Castros vom Süden nach Norden und von der Küste ins Innere der Iberischen Halbinsel aus. Diese Expansion ging weiter, bis im 2. Jahrhundert v. Chr. der Einfluss des Römischen Reiches stärker wurde. Der endgültige Niedergang wurde durch die römische Eroberung und die Errichtung der Provinz Gallaecia besiegelt. Im 4. Jahrhundert n. Chr. war die Castrokultur verschwunden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft der Castrokultur basierte im Wesentlichen auf der Landwirtschaft, auf Jagd und Fischerei.

Daneben spielte der Bergbau von Gold, Eisen, Kupfer, Zinn und Blei eine wichtige Rolle. Die zumeist minderwertigen Erze wurden von den Castro-Metallurgen geläutert und zu Werkzeugen, Schmuck und anderem verarbeitet.

Weiterhin sind Keramik-Arbeiten und Edelsteinbearbeitung überliefert.

Als Waffen wurden hauptsächlich Schwerter und Dolche hergestellt und verwendet.

Beispiele für Castros[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • C. A. F. de Almeida: Cultura castreja: evolução e problemática, Arqueologia 8. 1983 S. 70–74.
  • F. Calo Lourido: A plástica da Cultura Castrexa galaico-portuguesa. Bde. 1 und 2, 1994 A Coruña: Fundación Pedro Barrié de la Maza
  • T. Chapa Brunet: La escultura ibérica de Jaén en su contexto mediterráneo, Escultura ibérica, Jaén: Junta de Andalucía. 1990
  • I. Cobas Fernández, M. P. Prieto Martínez: Introducción a la cerámica prehistórica y protohistórica en Galicia. TAPA 17, 1999. Santiago de Compostela: Laboratorio de Arqueología y Formas Culturales, Universidad de Santiago de Compostela.

Referenzen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]