Catalina de Erauso

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Catalina de Erauso (Portraitgemälde von Juan van der Hamen y León, 1626)

Catalina de Erauso alias Francisco Loyola (* 1592 in Donostia-San Sebastián, Spanien; † 1650 in Cuitlaxtla, Neuspanien, heute Mexiko) war eine baskische Adlige, die mehrere Jahrzehnte als Mann lebte.

Leben[Bearbeiten]

Sie wurde laut dem Taufbuch der Pfarre St. Vincente zu San Sebastián im Jahre 1592 geboren. Als 4-Jährige wurde sie von ihren Eltern ins Kloster gesteckt, doch kurz vor der Weihe, als 15-Jährige, gelang ihr die Flucht in die Freiheit. Schnell merkte Catalina, dass sie in der Welt als Frau nicht überleben konnte. Sie verkleidete sich als Mann – ein unverzeihlicher Frevel im Zeitalter der Inquisition – und ließ sich auf ein Leben voller Gefahren ein, das sie bis nach Südamerika führte.

Das Bemerkenswerte an ihrem Leben ist, dass sie es schaffte, über Jahrzehnte als Frau unter Männern unerkannt zu bleiben – und das, obwohl sie als Matrose und als Soldat (im Vizekönigreich Peru) mitten unter ihnen gelebt hat. Erst nach einer schweren Verletzung gestand sie ihr wahres Geschlecht auf dem vermeintlichen Totenbett. Sie wurde der Inquisition vorgeführt, die sie allerdings nicht anklagte – obwohl sie hierzu die Möglichkeit gehabt hätte. Später suchte Catalina Papst Urban VIII. auf, der ihr erlaubte, sich weiterhin als Mann zu kleiden – eine spektakuläre Entscheidung, die Catalinas Ruhm mit begründet hat.

Catalinas Autobiografie ist auf Deutsch unter dem Titel Die Nonne als Fähnrich erschienen.

Rezeption[Bearbeiten]

  • Markus Orths: Catalina. Historischer Roman. Goldmann, München 2006, ISBN 3-442-46159-6.
  • Lea Korte: Die Nonne mit dem Schwert. Historischer Roman. Droemer/Knaur, München 2007, ISBN 3-426-63386-8.
  • Armin Frank: Die Dame mit dem Degen, Historischer Roman. Lothar Blanvalet Verlag in Berlin, 1955. Antiquarisch zu erwerben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Nonne als Fähnrich: Die Geschichte der Donna Catalina de Erauso von ihr selbst geschrieben. Nach dem Spanischen mit Anmerkungen und Nachwort von Alfred Semerau. Blömer, Leipzig 1929.

Weblinks[Bearbeiten]