Catalogue raisonné

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Ein Catalogue raisonné ist ein nach wissenschaftlichen Standards erstelltes Verzeichnis sämtlicher Werke eines Künstlers, meist eines bildenden Künstlers.

Definition[Bearbeiten]

In der bildenden Kunst werden die Begriffe Catalogue raisonné, Werkverzeichnis, Œuvre-Katalog und Œuvreverzeichnis synonym verwendet. Neben Catalogues raisonnés eines Künstlers, häufig getrennt nach Art der Kunst und Technik (sämtliche Gemälde, sämtliche Skulpturen, sämtliche Radierungen etc.), gibt es auch Catalogues raisonnés zu archäologischen Objekten (etwa einer bestimmten Periode), zu Inschriften, zu allen Werken einer bestimmten Sammlung etc.

Der Einfachheit halber wird im Folgenden stellvertretend das Beispiel eines Catalogue raisonné eines einzelnen bildenden Künstlers erläutert.

Bei kunstgeschichtlicher Forschung zu einem bestimmten Thema, etwa zu einem Künstler, dient der entsprechende Catalogue raisonné als Ausgangspunkt, aller relevanten Daten. Meist wird für jedes Werk mindestens das Folgende aufgelistet:

  • Abbildung
  • Titel
  • Material/Technik
  • Abmessungen (H × B × T = Höhe × Breite × Tiefe)
  • Datierung
  • Derzeitiger Aufbewahrungsort
  • Provenienz
  • Literatur, in der das Werk besprochen wurde
  • Ausgestellt bei/in

Da nachfolgende Forschungen zu diesem Künstler auf dem Catalogue raisonné basieren, muss ein Catalogue raisonné nach wissenschaftlichen Maßstäben erstellt werden, er muss vollständig sein und seine Informationen müssen durch Quellen belegt sein.[1]

Aufgrund ihrer Bekanntheit wird auf Catalogues raisonnés häufig nur unter Nennung ihres Autors verwiesen (z. B. „Zervos“ für die Gemälde Pablo Picassos).

Nur wenige kunstgeschichtlich bedeutende Künstler haben ihre eigenen Werke vollständig aufgelistet oder auflisten lassen, so dass für diese ein Catalogue raisonné direkt zur Verfügung steht. (Beispiel hierfür ist Paul Klee; bei den noch lebenden Künstlern z. B. Gerhard Richter.) In den anderen Fällen wurden die Catalogues raisonnés von anderen Personen erstellt. Ist der Künstler bereits tot, erfordert dies umfangreiche Vorarbeiten, da möglicherweise nicht alle Werke öffentlich zugänglich sind und nicht von allen Gemälden Abbildungen existieren. Auch kann es bei einzelnen Werken strittig sein, ob sie vom Künstler selbst stammen, aus seiner Werkstatt, von einem anderen Künstler seiner Zeit oder ob es sich um Kopien oder Fälschungen handelt. In diesen Fällen soll ein Catalogue raisonné das gesamte verfügbare Wissen widerspiegeln, deshalb kann er neben den eigenhändigen Werken auch in gesonderten Kapiteln solche aufführen, die dem Künstler zugeschrieben werden oder die ihm früher zugeschrieben wurden.

Ein Beispiel für das besonders sorgfältige Erstellen eines Catalogue raisonné eines lange verstorbenen Künstlers ist das Rembrandt Research Project.

Mit die umfangreichsten Werkverzeichnisse sind sicherlich die von Pablo Picasso und Joan Miró.

On-line oder Elektronischer Katalog[Bearbeiten]

Zunehmend existieren im Internet elektronische Werkverzeichnisse. Meist benötigt man hierfür allerdings ein Passwort. Ein solches im Internet zugängliches Werkverzeichnis ist z. B. das von Felix Nussbaum. Siehe Weblinks.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fritz Winter, Leben und Werk: Mit Werkverzeichnis der Gemälde und einem Anhang der sonstigen Techniken; 532 S., Bruckmann, 1986, ISBN 3-7654-2029-8.