Catedral de la Plata

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Die neugotische Kathedrale von La Plata, Hauptstadt der Provinz Buenos Aires
Einer der von Miguel Schenke geschnitzten Beichtstühle in der Kathedrale von La Plata
Der von Miguel Schenke geschnitzte Ehrensitz des Erzbischofs in der Kathedrale von La Plata
Die von Leo Moroder geschnitzte Christus-Figur in der Kathedrale von La Plata

Catedral de la Plata (1884 bis 1999), auch Catedral de las pampas genannt, ist eine neugotische Kathedrale, Bischofskirche des Erzbistums La Plata und Wahrzeichen der Stadt La Plata, Hauptstadt der Provinz Buenos Aires in Argentinien.

Geschichte[Bearbeiten]

1881 wurden im Rahmen eines Architektur-Wettbewerbes zur Planung verschiedener öffentlicher Gebäude in der neugegründeten Stadt 70.000 Pesos ausgeschrieben, die Pläne für die Kathedrale wurden jedoch trotz reger internationaler Beteiligung am Wettbewerb verworfen.

Stattdessen wurde der Leiter des Bautenressorts (Obras Públicas) der Provinz, Ing. Pedro Benoit, mit der Projektierung beauftragt, der zusammen mit dem deutschen Architekten Ernst Meyer und dem französischen Architekten Emile Coutaret die Planung übernahm. 1884 wurde von den Paten Dardo Rocha und seiner Gattin Juana Arana de Rocha der Grundstein gelegt, 1885 wurde das Projekt offiziell genehmigt, das als neugotische Kathedrale im französischen Stil ausgelegt war und ursprünglich drei Türme vorsah.

Die Bauarbeiten begannen 1898, die Rosette wurde 1928 eingesetzt, 1932 wurde die Kathedrale zum 50-jährigen Bestehen der Stadt La Plata offiziell eingeweiht und am 19. November 1932 fand der erste Gottesdienst statt, noch bevor der Bau vollendet war. Bis 1940 wurde u.a. das Buntglas für das Querschiff von der Münchner Firma Franz Xaver Zettler geliefert und das Chorgestühl, der Ehrensitz für den Erzbischof und die Beichtstühle aufgestellt.

1941 folgt der Boden aus rosafarbenen Granit aus Olavarría, grauem Granit aus San Luis und schwarzem Granit aus Balcarce. 1947 war die Kathedrale im Großen und Ganzen fertiggestellt, nachdem die Fenster der französischen Firma Lorin & Maunejean angebracht wurden.

Am 19. Februar 1999 wurden die beiden 111,70 m hohen Türme eingeweiht und das Glockenspiel erklang, damit endet die gut hundertjährige Baugeschichte.

Die Rosette besteht aus etwa 25.000 Glasteilen und stellt auf 180 m² das Himmlische Jerusalem dar.

Beteiligte Künstler[Bearbeiten]

  • Leo Moroder (* 15. April 1899 in St. Ulrich in Gröden1982 in Buenos Aires[1]). Von ihm stammen die meisten Holzschnitzereien, z.B. die Christus-Figur (Cristo Crucificado), die Marien-Statue (Inmaculada Concepción) aus dem Jahr 1967 und San Juan Bautista de Rossi. Moroder hatte sein Handwerk bei seinem Onkel Alois Anton Insam-Tavella erlernt und arbeitete nach dem Ersten Weltkrieg noch einige Jahre bei seinem Onkel Franz Moroder, wanderte aber 1924 mit seinem Landsmann Leo Mahlknecht nach Argentinien aus. In der Sala Moroder des Kathedral-Museums befindet sich eine Büste Moroders, die 1982 von Leo Moroders Tochter, Marta, anlässlich seines Todes angefertigt wurde.
  • Miguel Schenke, ebenfalls aus Ortisei (St. Ulrich), schnitzte nach Moroders Plänen den Ehrensitz für den Erzbischof (trono arzobispal), auch die Beichtstühle stammen von ihm.
  • Leo, Vigil und August Mahlknecht zeichnen für das Chorgestühl (1936) verantwortlich, dessen Verzierung mit Köpfen aus Moroders Hand stammt.
  • Francesco De Poli aus der oberitalienischen Stadt Vittorio Veneto steuerte das aus 25 Glocken bestehende, 20 Tonnen schwere Glockenspiel bei, das auf einer Höhe von 75m in dem der Jungfrau Maria gewidmeten Turm untergebracht ist.

Quellen[Bearbeiten]

  • Catedral de la Plata. La Plata Cathedral. Hgg. Fundación Catedral. [Farbbroschüre ohne Erscheinungsdatum].
  • ZAGO, Manrique. Hgg. La Catedral de la Plata. Obras de conservación, puesta en valor y completamiento. 1998
  • -----. Hgg. La Catedral de la Plata. El mayor templo neogotico del siglo XX. MZ ediciones SRL y Fundación Catedral. ISBN 987-97767-5-5. [Darin insbesondere die Aufsätze: „La Catedral, fruto de la tierra y el trabajo del hombre,“ Guillermo Pilía und Nelly Lombardi, S. 96-105; „Las tallas en madera del coro de la catedral,“ Héctor Luis Arena, S. 106-120.]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://pdf.diariohoy.net/2005/04/12/pdf/13-c.pdf Zeitungsartikel auf Spanisch

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Catedral de la Plata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

-34.922883333333-57.956316666667Koordinaten: 34° 55′ 22″ S, 57° 57′ 23″ W