Catherine Sauvage

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Catherine Sauvage, geboren als Janine Saunier (* 29. Mai 1929 in Nancy, Frankreich; † 20. März 1998 in Bry-sur-Marne (Val-de-Marne)[1]), war eine französische Chansonnière und Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Janine Saunier, die schon früh vom Theater begeistert war, kam im Jahr 1947 nach Paris, wo sie nach einem früheren Freund den Künstlernamen Sauvage annahm. Sie nahm Schauspielunterricht bei Jean-Louis Barrault und begann in Cabarets wie dem Rose Rouge, L’Écluse, Quod Libet, Tabou , L’Arlequin und Trois Maillets Chansons zu singen. Im La Huchette lernte sie 1949 Leo Ferré kennen und war fasziniert von seinem Auftritt. Als sie Jacques Canetti vier Jahre später in seinem Caberet Les Trois Baudets engagierte, sang sie Ferrés Chansons wie Monsieur William, Les Amoureux du Havre, Paris canaille, Le Piano du pauvre, L'Ile Saint-Louis, L’Homme und Le Guinche. Mit diesem Vortrag feierte sie auch Erfolge im Olympia und erhielt im Jahr 1954 den Grand Prix du Disque.[2]

Sauvants besonderes Interesse galt der Interpretation anspruchsvoller Texte von Schriftstellern. So hatte sie neben Liedern von Gilles Vigneault, Jean-Roger Caussimon, Félix Leclerc, Georges Dor, Serge Gainsbourg und Jean-Claude Darnal auch Texte von Jacques Prévert, Charles Baudelaire, Bertolt Brecht, Colette, Alfred Jarry, Pierre Mac Orlan, Henri Michaux und Louis Aragon in ihrem Programm.[2] Letzterer sagte über ihren Vortrag seiner Gedichte: „Und plötzlich mit ihrer Stimme, wie durch ein Geschenk, erhält alles seinen vollständigen Sinn.“[3] Georges Brassens urteilte über ihren Vortrag: „Catherine Sauvage singt nicht, sie beißt.“[4]

Nachdem Sauvage 1961 noch einen zweiten Grand Prix du Disque erhalten hatte, trat sie während der Popmusik-Welle, die Frankreich Anfang der 1960er Jahre überschwemmte, in der Hintergrund und arbeitete hauptsächlich als Theaterschauspielerin, ehe sie im Jahr 1968 im Bobino ein Come-Back feierte. Im Jahr 1992 nahm sie noch einmal eine Platte zu Ehren Jacques Préverts auf, im Juli 1994 hatte sie in La Rochelle ihren letzten Auftritt, ehe sie zwei Jahre später an Krebs starb.[5]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1961: Chansons de Louis Aragon
  • 1961: Chansons de coeur… chansons de tête
  • 1964: Chansons d’amour et de tendresse, chansons des amours déchirantes
  • 1966: Chansons françaises du Canada
  • 1968: Le Bonheur. Catherine Sauvage à Bobino 1968
  • 1969: Le Miroir aux alouettes
  • 1969: Chansons libertines
  • 1970: Larguez les amarres
  • 1971: Avec le temps
  • 1992: Colette: Dialogues de bêtes

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1956: Paris canaille
  • 1966: Deux heures à tuer
  • 1983: La Fiancée qui venait du froid
  • 1988: Le Miroir aux alouettes

Theater (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten nach Catherine Sauvage in der Bibliothèque nationale de France. Es existieren auch zahlreiche abweichende Daten im Internet. Auch der Geburtsname wird zum Teil als Jeanine Marcelle Saunier angegeben.
  2. a b Biographie auf France Musique.
  3. „Et tout à coup avec sa voix, comme un cadeau, chaque mot prend sens complet“ Zitat nach: Biographie auf France Musique.
  4. „Catherine Sauvage, elle ne chante pas, elle mord“. Zitat nach: Biographie auf France Musique.
  5. Biographie bei Universal Music.