Catherine Trautmann

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Catherine Trautmann (2014).
Video-Vorstellung (englisch) / (französisch)

Catherine Trautmann (* 15. Januar 1951 in Straßburg; geborene Argence) ist eine französische Politikerin und Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie gehört der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas an.

Studium[Bearbeiten]

Ein Studium an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Straßburg II schloss sie mit einer Arbeit im Bereich koptischer Religionsgeschichte, Sprache und Literatur als Magister ab.

Politisches Wirken auf nationaler Ebene[Bearbeiten]

Innerhalb des Parti socialiste (PS) gehörte Catherine Trautmann seit 1987 dem nationalen Rat an. Von 1986 bis 1988 zog sie für das Département Bas-Rhin in die Nationalversammlung ein. Während dieser Zeit war sie daneben Mitglied der französischen Delegation beim Europarat. 1988 ernannte sie Michel Rocard schließlich zur Staatssekretärin für Ältere und behinderte Mitbürger.

Als Catherine Trautmann 1997 der erneute Einzug in die Nationalversammlung gelang, wurde sie als Ministerin für Kultur in das Kabinett Jospin berufen. Bis 1998 war sie zudem Pressesprecherin der Regierung. Allerdings gelang es ihr nicht, aus dem Schatten ihres Vorgängers Jack Lang herauszutreten, weshalb das Ministerium im Zuge einer Regierungsumbildung im Jahr 2000 an Catherine Tasca vergeben wurde.

Politisches Wirken in Straßburg[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 1989 trat sie als Vertreterin des PS für die Wiedereinrichtung einer Straßenbahn ein, während ihr Rivale Marcel Rudloff sich für eine Metro aussprach. Mit ihrem Wahlsieg kam es zur Realisierung des Projektes, das eine bedeutende Rolle bei der Aufwertung des Stadtbildes von Straßburg spielt. Den Posten der Bürgermeisterin von Straßburg und Vorsitzenden des Gemeindeverbandes hatte sie von 1989 bis 2001 inne.

Nach ihrer Wiederwahl im Juni 1995 willigte sie ein, in Straßburg eine Versammlung des rechtsradikalen Front National zu genehmigen, organisierte aber parallel dazu eine bedeutende Gegenkundgebung, deren Erfolg ihr innerhalb der Partei Anerkennung auf nationaler Ebene einbrachte. Als bei den Parlamentswahlen 1997 die Gauche plurielle den Sieg davontrug, wechselte sie als Kulturministerin in die nationale Politik und überließ ihre Funktionen auf kommunaler Ebene Roland Ries unter der Bedingung, diese Amtsgeschäfte bei ihrer Rückkehr wieder zu übernehmen.

Tatsächlich aber weigerte sich dieser bei der Rückkehr von Catherine Trautmann, zunächst mit der Unterstützung von Jean-Claude Petitdemange, ihr die Amtsgeschäfte zu überlassen und versuchte stattdessen, innerhalb der lokalen Parteiorganisation einen Wechsel der Machtverhältnisse zu seinen Gunsten zu bewirken, um letztendlich doch nachzugeben. Jean-Claude Petitdemange dagegen wandte sich von der lokalen Führungsriege ab. Infolge dieser Rivalitäten innerhalb der Partei kam es in der Straßburger Bevölkerung zu einem Ansehensverlust des PS. Der relative gute Erfolg der unabhängigen Liste von Jean-Claude Petitdemange spaltete die Stimmen der linken Wähler bei den Kommunalwahlen 2001, wovon der Listenzusammenschluss von UDF-RPR, der vom Duo Fabienne Keller und Robert Grossmann (inzwischen beide UMP) angeführt wurde, profitierte. So kam es zu einer Niederlage der Sozialistischen Partei und Catherine Trautmann übernahm den Fraktionsvorsitz in der Oppositionsrolle.

Europaabgeordnete[Bearbeiten]

Bei der Europawahl 2004 erhielt sie ein Mandat für das Europaparlament und übernahm damit die Nachfolge der Straßburger Abgeordneten Hélène Gillig (von 1989 bis 1997). Bei der Europawahl in Frankreich 2009 war Catherine Trautmann Spitzenkandidatin ihrer Partei im Wahlkreis Est.

Für die Periode 2009 bis 2014 wurde sie wieder gewählt und ist Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie und in der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Als Stellvertreterin ist sie im Haushaltsausschuss.[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Website des Europäischen Parlaments