Cattleya

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Cattleya
Cattleya gaskelliana

Cattleya gaskelliana

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Epidendreae
Untertribus: Laeliinae
Gattung: Cattleya
Wissenschaftlicher Name
Cattleya
Lindl.
Cattleya guttata
Cattleya dowiana
Cattleya luteola

Cattleya ist eine Orchideengattung, die in Südamerika heimisch ist. Sie wurde nach dem britischen Orchideengärtner William Cattley benannt und umfasst circa 45 Arten, die epiphytisch (baumbewohnend) oder lithophytisch (felsbewohnend) wachsen. Aufgrund der großen, farbigen Blüten sind sie recht häufig in Kultur anzutreffen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Aus einem kriechenden Rhizom entspringen in jeder Vegetationsperiode längliche, im Querschnitt runde oder ovale Sprosse, die zu keulenförmigen Pseudobulben verdickt sein können oder zylindrisch und unverdickt wachsen. Auch das Wachstum neuer Wurzeln geschieht periodisch. Am oberen Ende der Pseudobulben sitzen ein oder zwei (selten drei) ledrige bis fleischige Laubblätter, die Sprosse selbst sind von häutigen, vertrocknenden Niederblättern umhüllt. Die Blattform ist oval bis breit-lanzettlich. Anhand der Anzahl der Blätter pro Spross unterscheidet man zwei Gruppen, die sogenannten unifoliaten (einblättrige, z.B. Cattleya labiata) und die bifoliaten (zweiblättrige, z.B. Cattleya intermedia) Cattleyen.

Der traubige Blütenstand erscheint endständig aus einer einfachen oder doppelten Blütenscheide. Er trägt meist wenige große Blüten. Selten erscheint der Blütenstand auf einem blattlosen Spross aus dem Rhizom. Die Blüten sind resupiniert, duftend, rosa oder gelb bei den einblättrigen Cattleyen gefärbt, braun-rot, grün, weiß und rosa, manchmal gefleckt, bei den zweiblättrigen. Die Sepalen sind länglich-oval geformt, die Petalen sind entweder genauso geformt oder viel breiter, oft mit gefälteltem Rand. Die Lippe ist dreilappig, die Seitenlappen sind bei den einblättrigen Arten nur undeutlich abgesetzt, bei allen Arten aber nach oben um die Säule gebogen. Lippe und Säule sind nicht verwachsen. An der Basis der Lippe befindet sich ein Nektarium, das nach hinten in den Fruchtknoten hineinragt und so von außen nicht als Sporn sichtbar ist. Die Säule ist weiß oder rosa, sie trägt am Ende das gegen die Blütenachse hinabgebogene Staubblatt. Dieses enthält vier Pollinien.

Die Pflanzen werden von Nektar suchenden Bienen bestäubt. Die rundlich-ovalen Kapselfrüchte benötigen neun bis zehn Monate bis zur Reife. Dabei sind die Embryonen teilweise schon nach drei Monaten fertig entwickelt, die Kapsel öffnet sich aber wesentlich später.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n=40.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Cattleya sind in der Nordhälfte Südamerikas weit verbreitet. Zwei Verbreitungsschwerpunkte sind die Anden sowie das südöstliche Brasilien. Sie wachsen dort epiphytisch, seltener auf Felsen oder am Boden

Systematik[Bearbeiten]

Innerhalb der Unterfamilie Epidendroideae wird die Gattung Cattleya in die Tribus Epidendreae und dort in die Subtribus Laeliinae eingeordnet. Cattleya ist nah verwandt mit Brassavola, Cattleyella, Guarianthe und Rhyncholaelia.[1] Innerhalb der Gattung lassen sich, wie oben beschrieben, zwei Gruppen anhand der Zahl der Blätter pro Spross und der Blütenform unterscheiden. Die einblättrigen Arten (Subgenus Cattleya, Typusart Cattleya labiata) kommen hauptsächlich in den Anden Kolumbiens und Venezuelas vor mit nur zwei Arten im Osten Brasiliens, die Subgenus Intermediae hat ihr Areal im Südosten Brasiliens.

Van den Berg schlug eine Erweiterung der Gattung Cattleya um alle Sophronitis-Arten (inklusive der im Jahr 2000 von Laelia zu Sphronitis umbenannten) vor.[2]

Es wurden folgende 45 Arten in dieser Gattung beschrieben:[3]

Es kommen etliche benannte natürliche Kreuzungen vor. Zudem gibt es die hohe Anzahl von etwa 400 synonymen wissenschaftlichen Namen.

Kultur[Bearbeiten]

Cattleya Hybride aus Züchtung

Die Arten bringen große, farbige Blüten hervor und waren schon kurz nach der Einführung der ersten Pflanzen nach Europa, etwa ab 1830, beliebte Zierpflanzen.
Zahlreiche Hybriden, auch mit verwandten Gattungen wie Laelia und Sophronitis, sind im Handel.
Fast alle benötigen viel Licht, eine Ruheperiode mit trockenem Substrat sowie hohe Luftfeuchtigkeit und gute Lüftung.

Belege[Bearbeiten]

  • Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase: Genera Orchidacearum. Bd. 4/1: Epidendroidae (Part one). Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-850712-7, S. 213–218.
  • Carl L. Withner: The Cattleyas and their relatives. Volume I: The Cattleyas. Timber Press, Portland 1996, ISBN 0-88192-099-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cássio van den Berg u. a.: A phylogenetic analysis of Laeliinae (Orchidaceae) based on sequence data from internal transcribed spacers (ITS) of nuclear ribosomal DNA. In: Lindleyana. 15(2) 2000, S. 96–114. Online, abgerufen am 20. Mai 2008
  2.  C. van den Berg: New combinations in the genus Cattleya (Orchidaceae). In: Neodiversity. 3, 2008, S. 3–12 (http://www.cassiovandenberg.com/pdfs/2008-vandenberg.pdf).
  3. World Checklist of Cattleya. In: The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cattleya – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien