Cauda equina

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Cauda equina (3)

Die Cauda equina (lat. Pferdeschwanz) ist eine anatomische Struktur des Menschen, die sich innerhalb der Wirbelsäule in einem Sack aus harter Rückenmarkshaut (Dura mater spinalis) und Arachnoidea spinalis befindet.

Lage[Bearbeiten]

Die Cauda equina erstreckt sich vom unteren Ende des Rückenmarks, dem Conus medullaris (bei Erwachsenen in etwa auf Höhe des ersten Lendenwirbels) bis zum Kreuzbein. Es handelt sich dabei um pferdeschweifartig angeordnete Nervenwurzeln, die in dem mit Liquor cerebrospinalis gefüllten und im Duralsack liegenden Subarachnoidalraum verlaufen, bis sie die Wirbelsäule in verschiedenen Höhen seitlich durch Zwischenwirbellöcher verlassen.

Die Cauda equina befindet sich im Normalfall ohne Spannung im Duralsack, ihre Position ist lageabhängig (im Liegen dorsal, in Bauchlage ventral) und zeigt in der Ultraschalluntersuchung des Neugeborenen und Säuglings ein mitschwingendes Bewegungsmuster abhängig von Atmung und Liquorfluss. Bei einer kaudalen Anheftung der Nervenfasern Tethered Cord kommt es zu einer Störung des Schwingmusters[1].

Der Verlauf der Nervenfasern kann in der Kernspintomographie detailliert dargestellt werden.

Entwicklung[Bearbeiten]

Im zweiten Entwicklungsmonat wird der Wirbelkanal durch das Rückenmark auf voller Länge ausgefüllt. Die Nervenwurzeln verlassen das Rückenmark und die Wirbelsäule in etwa auf identischer Höhe. Im dritten Monat verlangsamt sich das Wachstum des Rückenmarks und bleibt gegenüber dem Wachstum der Wirbelsäule zurück. Dadurch bedingt tritt eine relative Verschiebung des Rückenmarks schädelwärts (kranial) auf, dies nennt man Ascensus. Dies hat zur Folge, dass die Nervenwurzeln einen dem Ausmaß des Ascensus entsprechenden Weg innerhalb des Wirbelkanals verlaufen müssen, bevor sie die Wirbelsäule verlassen, da sie ihre Verbindung zu Rückenmark und Wirbelsäule behalten. Im sechsten Entwicklungsmonat reicht das Ende des Rückenmarks bis zu den Sakralwirbeln, bei der Geburt steht es allerdings in Höhe des dritten Lendenwirbels, bei Erwachsenen in Höhe des ersten bis zweiten Lendenwirbels.

Erkrankungen[Bearbeiten]

Es gibt angeborene Veränderungen, welche den genannten Ascensus behindern können:

Neurologische Erkrankungen, die mit einer Schädigung der Cauda equina einhergehen, bezeichnet man als Cauda-equina-Syndrom. Auch ältere Haushunde mittelgroßer und großer Rassen sind häufig von dieser Erkrankung betroffen (→ Cauda-equina-Syndrom der Hunde).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b W. Schuster, D. Färber (Hrsg.): Kinderradiologie. Bildgebende Diagnostik. Springer 1996, ISBN 3-540-60224-0.

Literatur[Bearbeiten]

  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch
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