Causse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Causse Méjean, 340 km²

Causse ist die französische Bezeichnung für die großflächigen Kalk-Hochebenen auf 700 bis 1200 m Höhe im französischen Zentralmassiv.

Sie werden im Norden und Westen durch die Berge des Limousin und das Périgord begrenzt und im Osten durch das Aubrac und die Cevennen. Die Causses liegen im Nationalpark Cevennen sowie im Regionalen Naturpark Causses du Quercy und im Regionalen Naturpark Grands Causses. Die einzelnen Causses sind voneinander durch tiefe, steile Schluchten und Flusstäler getrennt.

Die Causses zählen durch ihre herbe Schönheit und durch die äußerst geringe Besiedelungsdichte zu den beeindruckendsten Landschaften Frankreichs. Die Bezeichnung Hochebene ist allerdings trügerisch - das Relief ist fast immer hügelig mit manchmal bizarren Felsformationen, zum Beispiel die des Chaos de Montpellier-le-Vieux. Ebenso wie diese Felsformationen sind viele der Landschaftsformen der Causses durch Karst-Erscheinungen wie Höhlen und Naturschächte (frz. Aven) geprägt. Bekannte Beispiele für solche Schächte sind der Aven Armand und der Gouffre de Padirac.

Die Causses sind sehr arm an Wasser - das liegt aber nicht daran, dass es wenig Niederschläge gäbe, sondern daran, dass der Regen wie in den meisten Karstgebieten von dem vorherrschenden Kalkstein nicht festgehalten werden kann, sondern fast direkt im Boden versickert. Dementsprechend wirken weite Gebiete steppen- oder sogar fast wüstenartig. Wenn sich in einer Einsenkung (Doline) ausnahmsweise fruchtbarer Boden angesammelt hat, dann wird hier auf oft winzigen Flächen intensiver Ackerbau betrieben - es entsteht ein starker Kontrast zur steinigen, unfruchtbaren Umgebung.

Die wenigen Senken, in denen sich wegen eines tonhaltigen Untergrunds Wasser ansammeln kann (frz. Lavognes), werden als Viehtränken benutzt. Die seltenen natürlichen Wasserquellen waren früher sehr wertvoll - oft liegt in der Nähe einer solchen Quelle ein Gehöft. Höfe, die fern von solchen Quellen liegen, waren früher auf Zisternen oder mühsame Wassertransporte angewiesen. Erst seit wenigen Jahrzehnten sind fast alle Siedlungen an eine moderne Wasserversorgung angeschlossen.

Durch den spärlichen Baumbewuchs hat sich auf den Grands Causses eine eigentümliche, praktisch holzlose Architektur entwickelt. Die Funktion von Holzbalkendecken und Dachstühlen wird durch steinerne Gewölbe erfüllt - selbst die Dächer sind mit Natursteinplatten gedeckt.

Die Causses von Nord-Westen nach Süd-Osten:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Causse Méjean – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien