Cayuse

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Cayuse

Die Cayuse, deren Name sich wahrscheinlich vom französisch-kanadischen Wort cailloux für Steine oder Felsen ableitet, waren ein Indianer-Stamm im Columbia-Plateau im Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Cayuse selbst nannten sich, wie viele indigene Völker Amerikas, einfach Te-taw-ken - ‘Wir, das Volk’.[1]

Vor der Unterwerfung durch die Weißen lebten Cayuse im nordöstlichen Oregon als Nachbarn der Umatilla und Nez Percé. Wie die Nez Percé waren auch die Cayuse erfolgreiche Pferdezüchter, und bis heute trägt eine Pferderasse ihren Namen.

Geschichte[Bearbeiten]

Umapine (Wakonkonwelasonmi), ein Cayuse-Häuptling, September 1909

Bis in die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts waren die Cayuse ein bei den kleineren Stämmen der Gegend gefürchteter Stamm. Sie traten auch als Mittelsmänner im Handel mit anderen Stämmen auf. Um 1847 raffte eine Masernepidemie einen Großteil des Stammes dahin und hinterließ nur noch ca. 400 Überlebende. Daraufhin töteten die Cayuse auf dem Gebiet der Sahaptin im sogenannten "Whitman-Massaker" den Missionar Marcus Whitman und seine Familie, welchen sie für die Masernepidemie verantwortlich machten. Durch die hohen Verluste durch Masern und durch die Kämpfe mit den Weißen waren die Cayuse schließlich gezwungen, mit den USA einen Friedensvertrag zu unterzeichnen und in das Umatilla-Reservat zu ziehen.

Heute[Bearbeiten]

Heute gibt es keinen Indianerstamm der Cayuse mehr. Die Überlebenden gingen in den anderen Stämmen des Reservats, den Walla Walla und den Umatilla, auf und gehören nun zu den sogenannten "Umatilla Confederated Tribes".

Sprache[Bearbeiten]

Die Sprache der Cayuse, die als Waiilatpuan bezeichnet wird, gilt heute als isoliert[2] und ist ausgestorben - schon 1805 sprachen die meisten Cayuse den Dialekt der Unteren Nez Percé.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Cayuse sind auch Namensgeber für einen Militärhubschrauber der United States Army, den Hughes OH-6 "Cayuse", im Rahmen der dort üblichen Praxis, Hubschraubertypen mit Namen von Indianerstämmen zu bezeichnen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cayuse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Jennifer Karson (Hrsg.): Wiyáx ayx t/Wiyáakaa'awn. = As Days Go By. Our History, Our Land, Our People. The Cayuse, Umatilla and Walla Walla. Tamástslikt Cultural Institute u. a., Pendleton OR u. a. 2006, ISBN 0-295-98623-9.

Quellenangaben und Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Robert H. Ruby, John A. Brown: A guide to the Indian tribes of the Pacific Northwest (= The Civilization of the American Indian Series. Bd. 173). Revised edition. University of Oklahoma Press, Norman OK u. a. 1992, ISBN 0-8061-2479-2.
  2. Früher wurde vermutet, sie gehöre als Waiilatpuan-Zweig der Penuti-Sprachfamilie an oder sei mit dem ebenfalls dieser Sprachfamilie angehörigen, Molalla, verwandt.