Cebu Pacific

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Cebu Pacific
Cebu Pacific Logo.svg
Airbus A319-100 der Cebu Pacific
IATA-Code: 5J
ICAO-Code: CEB
Rufzeichen: CEBU AIR
Gründung: 1996
Sitz: Pasay City, PhilippinenPhilippinen Philippinen
Drehkreuz:
Heimatflughafen:

Mactan-Cebu

Leitung: Garry Kingshot (CEO)
Flottenstärke: 51 (+ 44 Bestellungen)
Ziele: National und international

Cebu Pacific ist eine philippinische Fluggesellschaft mit Sitz in Metro Manila.

Geschichte[Bearbeiten]

Cebu Pacific wurde im März 1996 gegründet. Eigentümerin ist die JG Summit Holdings. Die Fluggesellschaft hat sich zum Ziel gesetzt, eine reine Billigfluggesellschaft zu werden. Mit der in den nächsten Jahren geplanten Flottenvergrößerung möchte Cebu Pacific im südostasiatischen Raum wachsen und steht damit in Konkurrenz mit Fluggesellschaften wie Tiger Airways aus Singapur oder Air Asia aus Malaysia. Auf den philippinischen Inlandsrouten hat Cebu Pacific im Jahr 2007 mit 4,46 Millionen Passagieren, was einem Marktanteil von 43 % entsprach, erstmals mehr Passagiere befördert als die bis dahin führende PAL. 2008 stieg der Marktanteil im Passagierverkehr auf 45,6 % [1], und 2010 lag er bei 48,2 %. Auch im Frachtverkehr hat Cebu Pacific den Marktanteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut und lag nun 2010 bei 51,6 %[2].

Im März 2010 wurde Cebu Pacific, wie auch alle anderen Fluggesellschaften der Philippinen, auf die schwarzen Liste der Europäischen Union[3] gesetzt, ein Flugbetrieb in der EU war somit untersagt. Die Europäische Kommission begründete diesen Schritt damit, dass die für die Aufsicht der in den Philippinen zugelassenen Luftfahrtverkehrsunternehmen zuständigen Behörden nicht hinreichend in der Lage waren, Sicherheitsmängel zu beheben, was aus einer Untersuchung der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO vom Herbst 2009 hervorgeht[4]. Demnach wurde nach dem Vorsichtsprinzip allen philippinischen Airlines ein Flugbetrieb in der EU untersagt[5]. Am 10. Juli 2013 hat die Europäische Kommission aufgrund einer Verbesserung der Sicherheitsaufsicht durch die zuständigen Behörden der Philippinen das Flugverbot im Luftraum der EU für die Philippine Airlines aufgehoben. Für alle anderen philippinischen Fluggesellschaften, einschließlich Cebu Pacific, blieb das Flugverbot jedoch weiterhin bestehen. Die EU begründete dies damit, dass Philippine Airlines als einzigem Luftfahrtunternehmen der Philippinen die Gewährleistung einer wirksamen Einhaltung einschlägiger Vorschriften bescheinigt werden konnte[6]. Am 14. April 2014 wurde auch Cebu Pacific von der schwarzen Liste der Europäischen Kommission entfernt, nachdem das Unternehmen aufgrund interner Programme gängige Sicherheitsbestimmungen erfüllt[7]. Für alle weiteren philippinischen Airlines bleibt das Flugverbot jedoch bestehen.

Im März 2010 führte Cebu Pacific sog. Light Fares ein, besonders günstige Ticketpreise für Passagiere, welche nur Handgepäck mit sich führen, aber darüber hinaus kein weiteres Gepäck aufgeben[8].

Ein Börsengang war zunächst bereits für das Jahr 2008 geplant, wurde aber wegen des damals aufgrund der Finanzkrise unsicheren Umfeldes an den Börsen auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Im Jahr 2010 wurden diese Pläne wieder aufgenommen. Die Zulassung zum Börsengang wurde von der Philippine Stock Exchange am 24. März 2010 genehmigt. Mit der Aktienplatzierung an den internationalen Märkten waren die Banken J.P. Morgan und Deutsche Bank betraut[9]. Die Aktienausgabe sowie Erstnotierung an der PSE erfolgte Ende Oktober 2010. Es wurden bei der Börseneinführung 186,6 Millionen Aktien verkauft, was einem Anteil von 30,4 % aller verfügbaren Papiere entsprach. Die Fluggesellschaft konnte dabei 23,3 Milliarden PHP einsammeln und erzielte damit einen höheren Erlös als jeder andere Billigflieger weltweit bei einem Börsengang je zuvor erreicht hatte[10].

Cebu Pacific ist ein Punkt-zu-Punkt-Carrier, das heißt es werden seitens der Fluggesellschaft keine verknüpften Umsteigeverbindungen innerhalb des Liniennetzes angeboten. Nachdem Cebu Pacific anfangs für Pünktlichkeit der Flüge bekannt war, hat diese Eigenschaft in den folgenden Jahren massiv nachgelassen[11]. Cebu Pacific erlangte Bekanntheit für seine Verspätungen oder Annullierungen von Flügen. Medienberichten im April 2009 zufolge waren rund ein Drittel der Flüge verspätet. Nach eigenen Angaben von Cebu Pacific hat sich die Pünktlichkeitsrate von 68,7 % im Januar 2009 auf zwischenzeitlich 91,7 % im September 2010 verbessert, in den Folgemonaten jedoch wieder etwas verschlechtert, so dass sie im Durchschnitt daraufhin um 80 % lag[12]. In den Jahren 2011 und 2012 sank die Pünktlichkeitsrate bisweilen bis auf 62,2 % ab und schwankt seitdem sehr stark. Nachdem die Pünktlichkeit Anfang 2013 wieder über 80 % lag, fiel sie zum April 2013 erneut auf 64,5 % ab[13]. In den Informationen an die wartenden Passagiere an den Flughäfen wird als Grund für die Verspätungen häufig die Überfüllung des Luftraums am NAIA in Manila genannt.

2012 vermeldete die Cebu Pacific, dass 2013/2014 weitere neuen A320 und A330 in die Flotte eingegliedert werden. Cebu Pacific plant, ab dem 3. Quartal 2013[veraltet] auch Langstrecken zu bedienen und hierfür die neue A330 einzusetzen.[14][15]

Im Januar 2014 wurde bekannt, dass Cebu Pacific 100% der Anteile an Tigerair Philippines übernimmt. Im Zuge dessen wurde auch eine engere Kooperation mit der in Singapur ansässigen Tigerair vereinbart, was beiden Gesellschaften eine Optimierung der Flugrouten und Ausweitung der Netzwerke ermöglicht. Tigerair Philippines wird weiterhin unter dem Markennamen Tigerair betrieben[16].

Ziele[Bearbeiten]

Anfangs flog Cebu Pacific hauptsächlich auf nationalen Verbindungen innerhalb der Philippinen, nach und nach kamen auch internationale Ziele im südostasiatischen Raum hinzu. Im Inland werden gegenwärtig (Stand Mai 2013) Manila, Clark, Laoag, Tuguegarao City, Cauayan City, Naga City, Virac, Legaspi, San Jose, Masbate, Coron, Tacloban City, Siargao, Surigao City, Puerto Princesa, Kalibo, Roxas City, Iloilo City, Bacolod City, Boracay (Caticlan), Cebu City, Tacloban City, Tagbilaran (Bohol), Dumaguete, Dipolog City, Pagadian City, Ozamis City, Butuan City, Cagayan de Oro, Camiguin (Mambajao), General Santos, Tawi-Tawi, Zamboanga City, Pagadian, Cotabato und Davao angeflogen. Zu den internationalen Zielen zählen Singapur, Jakarta, Bali, Kuala Lumpur, Bangkok, Siem Reap, Ho Chi Minh City, Hanoi, Macau, Hongkong, Guangzhou, Shanghai, Xiamen, Peking, Taipeh, Incheon, Pusan, Ōsaka, Kota Kinabalu, Brunei und Dubai.[17]

Flotte[Bearbeiten]

Eine ATR 72-500 der Cebu Pacific

Mit Stand September 2014 besteht die Flotte der Cebu Pacific aus 51 Flugzeugen[18] mit einem Durchschnittsalter von 4,4 Jahren[19]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[20][21][22] Anmerkungen
Airbus A319-100 10
Airbus A320-200 28 13
Airbus A321neo 30
Airbus A330-300 05 01 mit 436 Passagieren mehr als jede andere Airline[23]
ATR 72-500 08
Gesamt 51 44

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 2. Februar 1998 prallte eine Douglas DC-9 von Cebu Pacific beim Anflug auf Cagayan de Oro mit 104 Menschen an Bord gegen einen Berg. Niemand überlebte.
  • Am Abend des 2. Juni 2013 verfehlte ein Airbus A320 von Cebu Pacific bei schlechtem Wetter die Landebahn des Francisco Bangoy International Airport in Davao City und kam abseits der Landebahn mit eingeknicktem Bugrad zum stehen. Alle 165 Passagiere an Bord sowie die Besatzungsmitglieder überlebten den Unfall ohne größere Verletzungen. In der Folge des Zwischenfalls blieb der Flughafen von Davao City für 2 Tage für den kommerziellen Flugverkehr geschlossen, bis die Unfalluntersuchung sowie die Bergung des Flugzeugs abgeschlossen war.[24] Nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde der Philippinen CAAP war ein Pilotenfehler Ursache des Unfalls. Den beiden Piloten wurde daraufhin aufgrund Fehlverhaltens, vor allem dem Versäumnis der sofortigen Notfall-Evakuierung, die Flugerlaubnis für drei bzw. sechs Monate entzogen.[25]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. inquirer.net Cebu Pacific Marktanteil (engl.), abgerufen am 1. April 2010
  2. cebupacificair.com: FY2010 Result of Operations (engl.), abgerufen am 23. April 2011
  3. Europäische Kommission: schwarze Liste (engl.)
  4. Europäische Kommission: Verordnung Nr. 273/2010 der EU Kommission (PDF) (engl.)
  5. europa.eu: Pressemeldung zur Aktualisierung der Flugverbotsliste, abgerufen am 2. April 2011
  6. www.airliners.de: EU nimmt Philippine Airlines von schwarzer Liste, abgerufen am 31. Juli 2013
  7. Europäische Kommission: Offizielles Journalder Europäischen Union Nr. 368/2014 (PDF) (engl.)
  8. business.inquirer.net: Cebu Pacific zuversichtlich in 2011 12 Millionen Passagiere zu befördern (engl.), abgerufen am 23. April 2011
  9. mb.com.ph PSE approves listing of Cebu Air on May 3 (engl.), abgerufen am 18. Juni 2012
  10. cebupacificair.com: Cebu Pacific Börsengang ist der bislang größte Billigflieger-Börsengang weltweit (engl.), abgerufen am 18. Juni 2012
  11. cebupacificair.com: Cebu Pacific's On-Time Definition Chart 2009 20. August 2009
  12. cebupacificair.com: Cebu Pacific's On-Time Definition Chart 2011
  13. cebupacificair.com: Cebu Pacific's On-Time Definition Chart 2013
  14. http://www.aero.de/news-15564/Cebu-Pacific-trennt-sich-von-kompletter-A319-Flotte.html
  15. www.cebupacificair.com: Pressemitteilung von Cebu Pacific vom 30. Juli 2012 (engl., PDF, 368 KB), abgerufen am 8. Mai 2013.
  16. abs-cbnnews.com: Cebu Pacific übernimmt Tigerair Philippines (engl.), abgerufen am 12. Januar 2014
  17. cebupacificair.com: Routemap
  18. ch-aviation.ch - Cebu Pacific (englisch) abgerufen am 24. September 2014
  19. planespotters.net - Cebu Pacific (englisch), abgerufen am 24. September 2014
  20. airbus.com: Cebu Pacific bestellt 30 A321neo Flugzeuge (engl.), abgerufen am 16. Juni 2011
  21. http://www.aero.de/news-15564/Cebu-Pacific-trennt-sich-von-kompletter-A319-Flotte.html
  22. atwonline.com - Cebu Pacific inks A330 lease agreement with Intrepid Aviation (englisch), 31. Juli 2013
  23. Der vollste Airbus A330 der Welt, abgerufen am 24. September 2014
  24. inquirer.net: Cebu Pacific entschuldigt sich für Landebahn-Unfall in Davao (engl.), abgerufen am 6. Juni 2013
  25. www.philstar.com: CAAP suspendiert 2 Cebu Pacific Piloten nach Unfall in Davao (engl.), abgerufen am 31. Juli 2013