Zelle 211 – Der Knastaufstand

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Filmdaten
Deutscher Titel Zelle 211 – Der Knastaufstand
Originaltitel Celda 211
Produktionsland Spanien
Originalsprache Spanisch
Erscheinungsjahr 2009
Länge 110 Minuten
Stab
Regie Daniel Monzón
Drehbuch Daniel Monzón
Jorge Guerricaechevarría
Musik Roque Baños
Kamera Carles Gusi
Schnitt Cristina Pastor
Besetzung

Zelle 211 – Der Knastaufstand (Originaltitel: Celda 211) ist ein spanischer Spielfilm des Regisseurs Daniel Monzón aus dem Jahr 2009.

Handlung[Bearbeiten]

Um einen positiven Ersteindruck bei seinem neuen Job als Gefängniswärter zu machen, besucht Juan Oliver bereits einen Tag vor Arbeitsbeginn seinen künftigen Arbeitsplatz. Als ihm das Gefängnis von zwei Wärtern gezeigt wird, kommt es zu einem Unfall, bei dem er bewusstlos wird. Wegen seiner starken Blutungen wird er direkt in die freie Zelle Nummer 211 gebracht. Während er versorgt wird, brechen jedoch die Gefängnisinsassen aus und bringen den Zellenblock unter ihre Kontrolle. Als die beiden Wärter dies erkennen, lassen sie Juan bewusstlos zurück. Juan erwacht nach einiger Zeit inmitten der Wirren des Aufstandes und gibt vor, ein wegen Mordes verurteilter Gefangener zu sein. Es gelingt ihm, die anderen Gefangenen davon zu überzeugen und sich mit Malamadre, dem Anführer des Aufstands anzufreunden.

Malamadre nimmt baskische Häftlinge, die der ETA zugeordnet werden, als Geiseln und benutzt sie als Druckmittel. Dies wird öffentlich bekannt und löst eine Vielzahl weiterer Gefängnisaufstände und Demonstrationen im Baskenland aus. Die spanische Regierung schaltet sich aus Angst vor weiteren Übergriffen ein, und Juan wird klar, dass er auf sich alleine gestellt ist.

Juans schwangere Frau Elena befürchtet, dass ihr Mann in Schwierigkeiten ist und fährt zum Gefängnis. Dort findet eine wilde Demonstration statt, die die Behörden aber gewalttätig niederschlagen. Elena wird dabei schwer von einem Schlagstock getroffen, was in den Nachrichten, und damit über einen Fernseher auch im Zellenblock, gezeigt wird. Als Juan Elena im Fernsehen sieht, besteht er darauf zu erfahren, wie es ihr geht.

Malamadre fordert eine Liste mit den Namen und den Verletzungen aller Demonstranten an, erhält von den Behörden aber nur eine sehr kurze Liste. Wütend über das Unterschlagen der Wahrheit, beschließen die Gefangenen, eines der ETA-Mitglieder zu töten. Juan schreitet jedoch im letzten Moment ein und schlägt vor, nur ein Ohr abzuschneiden. Die anderen Gefangenen willigen ein und er wird gezwungen, seinen Vorschlag umzusetzen.

Daraufhin stellen die Behörden die geforderten Informationen über alle verletzten Demonstranten zur Verfügung. Juan erfährt, dass Elena im Krankenhaus ist und besteht wieder darauf, mit ihr zu sprechen, was jedoch wieder abgelehnt wird. Währenddessen erfährt Apache, ein weiterer Anführer der Gefangenenrevolte, durch ein Handytelefonat mit einem Freund bei der Polizei die Wahrheit über Juan.

Juan wird kurz darauf ein Video auf dem Handy gezeigt, bei dem man sieht, wie Elena von dem Gefängniswärter Utrilla niedergeschlagen wird. Juan besteht darauf, dass Utrilla zu ihnen gebracht wird. Dies geschieht, und Utrilla wird mit der Handyaufnahme durch den vor Wut rasenden Juan konfrontiert.

Juan fordert erneut, mit Elena sprechen zu dürfen, erfährt aber stattdessen, dass sie und ihr ungeborenes Baby bereits verstorben sind. Die wütenden Gefangenen prügeln auf Utrilla ein und hören erst damit auf, als dieser ihnen verrät, dass Juan ein Gefängniswärter ist. Statt dies zuzugeben, schlitzt Juan Utrillas Kehle auf und schließt sich damit endgültig dem Gefangenenaufstand an. Malamadres Berater fordern Juans Tod, was aber von Malamadre abgelehnt wird. Juan versucht sich umzubringen, scheitert jedoch.

Malamadre wird eine Akte durch die Gefängnisaufseher zugespielt, die Juans wahre Identität enthüllt. Die Regierung selbst schickt einen neuen Verhandlungsführer, der auf Malamadres Forderung nach Hafterleichterungen eingeht. Juan widerspricht allerdings und fordert dass die Regierung den Forderungen öffentlich zustimmt, alternativ würden die ETA-Gefangenen hingerichtet. Malamadre ist außer sich vor Wut darüber, von Juan übergangen worden zu sein, stimmt ihm aber dennoch zu. In einem ruhigen Moment teilt Malamadre Juan mit dass, sofern die Regierung nicht auf die Forderungen eingeht, er ihn als Strafe für seinen Verrat umbringen wird.

Die Regierung geht nicht auf die Forderungen ein und schickt eine GEO Einheit. Im entstehenden Kampf tötet Apache Juan und verletzt Malamadre schwer. Es bleibt offen, ob Apache nun der neue Anführer der Gefangenen wird oder Malamadre sich an ihm rächt.

Während eines abschließenden Untersuchungsausschuss bedauern die Gefängnisbeamten Juans Tod, erklären aber, dass sie durch die Kooperation mit Apache die Situation bestmöglich lösen konnten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Francisco Pérez Gandul.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Der Film gewann acht Goyas in den Kategorien bester Film, bester Regisseur, beste männliche Hauptrolle, beste weibliche Hauptrolle, bester Nachwuchsdarsteller, bestes adaptiertes Drehbuch, bester Schnitt und bester Ton. In weiteren sieben Kategorien war der Film nominiert. Er liegt damit auf Platz vier der am meisten ausgezeichneten Filme bei der Goyaverleihung.
  • Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2010 folgten zwei Nominierungen in den Kategorien bester Darsteller (Luis Tosar) und bestes Drehbuch.

Kritiken[Bearbeiten]

Cell 211 is a thriller about a man’s attempt to save his life by thinking quickly. It never explains. It simply sets out the situation and shows us what he does and what the results are. You might be surprised by how much more exciting this is than conventional action.”

Cell 211 ist ein Film über einen Mann der versucht sein Leben durch schnelles Denken zu retten. Er geht einfach in die Situation hinein und zeigt uns was er tut und was die Auswirkungen sind. Sie könnten überrascht sein um wieviel dies aufregender als konventionelle Action ist.“

Roger Ebert[1]

„Spannender, hervorragend gespielter Gefängnisthriller, der routiniert Standards des Genres bedient, während gesellschaftspolitische Themen nur am Rand einfließen. Die dokumentarisch anmutende Unmittelbarkeit der Inszenierung verbindet sich reizvoll mit einer suggestiv gezeichneten Raumpoetik.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://rogerebert.suntimes.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20100630/REVIEWS/100639996/-1/RSS Kritik von Robert Ebert]
  2. Zelle 211 – Der Knastaufstand im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 14. April 2012