Cem Özdemir

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Cem Özdemir auf dem Bundeskongress der Grünen Jugend 2008 in Potsdam

Cem Özdemir (* 21. Dezember 1965 in Bad Urach) ist ein deutscher Politiker türkischer Herkunft und Bundesvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Beruf

1983 nahm Özdemir die deutsche Staatsbürgerschaft an. Nach der Mittleren Reife machte er eine Ausbildung zum Erzieher. Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife und absolvierte ein Studium der Sozialpädagogik an der „Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen Reutlingen“ (heute Evangelische Hochschule Ludwigsburg), das er als Diplom-Sozialpädagoge (FH) beendete. Seit 1987 war Özdemir als Erzieher und freier Journalist tätig. Özdemir ist Sohn türkischer Gastarbeiter und mit der argentinischen Journalistin Pia Castro verheiratet. Özdemir ist bekennender Moslem.[1]

Partei

Özdemir ist seit 1981 Mitglied der Grünen. Von 1989 bis 1994 war er im Grünen-Landesvorstand von Baden-Württemberg. 1992 zählte er zu den Mitbegründern von Immi-Grün – Bündnis der neuen InländerInnen. Am 2. Juni 2008 kündigte Özdemir seine Kandidatur für den Parteivorsitz an.[2] Gegenkandidat Özdemirs für die im November angesetzte Wahl war Volker Ratzmann, Grünen-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus von Berlin,[3] der jedoch aus privaten Gründen seine Kandidatur am 4. September 2008 aufgab. Seit 15. November 2008 ist Özdemir - neben der wiedergewählten Claudia Roth - einer von zwei Bundesvorsitzenden der Partei. Er wurde mit 79,2 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt.[4].

Abgeordneter

Von 1994 bis 2002 war Özdemir Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 1998 war er dort innenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Dieses Amt legte er am 26. Juli 2002 nieder, nachdem Veröffentlichungen über einen günstigen Privatkredit von PR-Berater Moritz Hunzinger [5] und die unzulässige Verwendung dienstlich erworbener Bonus-Meilen Aufsehen erregt hatten. Ebenso erklärte er seinen Rückzug aus dem Bundestag.[6] Die Kandidatur für die Bundestagswahl 2002 konnte er wegen einer bereits erteilten Zustimmung nicht mehr zurückziehen, aber nach seiner Wiederwahl nahm er das Bundestagsmandat nicht an.

Özdemir ist stets über die Landesliste Baden-Württemberg in den Deutschen Bundestag eingezogen und hat seine politische Heimat im Grünen-Kreisverband Ludwigsburg.[7] Für die Bundestagswahl 2009 bewarb sich Özdemir in zwei Kampfkandidaturen erfolglos um einen aussichtsreichen Listenplatz auf der Landesliste Baden-Württemberg.[8] Als bereits feststehendem Direktkandidaten für den Wahlkreis Stuttgart I werden ihm nur Außenseiterchancen eingeräumt. Er hielt jedoch an seiner Kandidatur für den Parteivorsitz fest.[9]

2003 war Özdemir Transatlantic Fellow des German Marshall Fund of the United States.[10] In dieser Zeit hielt er u. a. Brownbag-Lesungen an der University of Madison im US-Bundesstaat Wisconsin[11] zur Rolle der Türkei in Europa.

Seit 2004 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments (Fraktion Die Grünen / Freie Europäische Allianz), in dem er dem Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten angehört und Außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion ist. Zudem war er Vize-Präsident[7] des nichtständigen Ausschusses zur behaupteten Nutzung europäischer Staaten durch die CIA für die Beförderung und das rechtswidrige Festhalten von Gefangenen (CIA-Ausschuss).[7] Özdemir ist Mitglied der hochrangigen Kontaktgruppe Nordzypern, der interparlamentarischen Delegation EU-Türkei, der Anti-Racism and Diversity Intergroup[7] sowie der Atlantikbrücke. 2007 war er an der Gründung der europäischen Denkfabrik European Council on Foreign Relations beteiligt.[12]

Außerdem übernahm er im Jahr 2007 die Schirmherrschaft über den Christopher Street Day Stuttgart.[7] Er ist offizieller Unterstützer des Bündnisses Freiheit statt Angst für Datenschutz und gegen staatliche Überwachung. [13]

Veröffentlichungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Erstmals wird ein Moslem Parteichef, Bild, 15. November 2008
  2. vgl. Özdemir kündigt Kandidatur als Parteichef an bei Spiegel-Online (aufgerufen am 2. Juni 2008)
  3. vgl. Volker Ratzmann kandidiert für Grünen-Vorsitz bei welt.de, 15. Juni 2008 (aufgerufen am 15. Juni 2008)
  4. Özdemir und Roth neue Doppelspitze der Grünen bei welt.de, 15. November 2008
  5. Der Skandal um die PR-Honorare. In: Manager-Magazin, 22. Juli 2002
  6. Matthias Geis: Özdemir fliegt – Und die Grünen geben sich moralisch. In: Die Zeit Nr. 32 vom 1. August 2002 (Özdemirs Rücktritt in Relation zu den Verfehlungen von Scharping und Gysi)
  7. a b c d e Gayweb-Newsticker: Cem Özdemir: Schirmherr des CSD Stuttgart 2007
  8. Ferda Ataman: Özdemir gescheitert: Grüne demütigen designierten Vorsitzenden, SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik, 12. Oktober 2008
  9. Trotz Demütigung: Özdemir kandidiert für Grünen-Vorsitz, SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik, 13. Oktober 2008
  10. Past Fellows
  11. Center for European Studies Spring 2003 Events
  12. Übersicht über die Mitglieder auf der ECFR-Homepage
  13. Demonstration Freiheit statt Angst Unterstützerliste


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