CentOS

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CentOS
CentOS Logo
Bildschirmfoto
CentOS 5.1
CentOS 6.0
Basisdaten
Entwickler CentOS-Gemeinschaft
Aktuelle Version 6.4
(9. März 2013)
5.9 (17. Januar 2013)
Abstammung \ GNU/Linux
 \ Red Hat Linux
   \ Fedora
     \ Red Hat Enterprise Linux
       \ CentOS
Architekturen i386, AMD64 (x86-64)
Lizenz GPL und andere Lizenzen
Sonstiges vollständig binärkompatibel zu Red Hat Enterprise Linux
Website www.centos.org

CentOS (Community ENTerprise Operating System) ist eine Linux-Distribution, die auf der Distribution Red Hat Enterprise Linux (RHEL) des Unternehmens Red Hat aufbaut. Die Distribution wird von einer offenen Gruppe von freiwilligen Entwicklern betreut, gepflegt und weiterentwickelt.

CentOS ist hinter Debian die zweit häufigst verwendete Linux-Distribution für Web-Server.[1]

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund [Bearbeiten]

Red Hat stellt alle Quellpakete für die RHEL-Distribution im Netz bereit und ermöglicht es so, auf dieser Basis eine zu RHEL binärkompatible Linux-Distribution zu entwickeln. Dennoch gibt es direkt von Red Hat keine frei verfügbaren RHEL-Bootmedien oder Boot-Images, RHEL kann nur im Zusammenhang mit Supportverträgen erworben werden. Erst durch kompatible Alternativen wie CentOS besteht aber die Möglichkeit, mehr Computer mit RHEL-kompatiblen Linux-Distributionen zu bespielen, als RHEL-Lizenzen erworben wurden.

Neben den finanziellen Ersparnissen ergibt sich der Vorteil, dass kommerzielle Linux-Software, die für RHEL zertifiziert wurde, auch direkt und ohne Einschränkungen auf der alternativen Distribution genutzt werden kann.

Neben CentOS gibt es weitere Linux-Distributionen, die auf den RHEL-Quellen aufbauen.

Zweck von CentOS [Bearbeiten]

Der Zweck von CentOS ist, eine vollständig zu Red Hat Enterprise Linux binärkompatible Linux-Distribution zur Verfügung zu stellen. Hinzu kommt eine angestrebte schnelle Reaktionszeit in Bezug auf das Bereitstellen von Updates und die Möglichkeit, zusätzlich Support zu CentOS zu erwerben.

Enterprise-OS [Bearbeiten]

CentOS ist binärkompatibel zu Enterprise Linux und daher ebenfalls ein Enterprise-OS, also ein Betriebssystem, das auch auf die Bedürfnisse großer Firmen eingeht. Als Enterprise-OS ist es folglich auf Stabilität und lange Wartungszyklen ausgelegt. So kann man auch CentOS bis zu zehn Jahre nutzen, ohne Pakete bzw. Softwareversionen migrieren zu müssen. Dieser Sachverhalt macht ein Enterprise-OS für den kommerziellen Einsatz interessant, denn nur bei langen Supportzeiträumen haben große Softwarehäuser wie Oracle oder SAP ein Interesse, ein Betriebssystem für ihre Anwendungen zu zertifizieren. Gleiches gilt analog für die großen Computer- und Serverhersteller. Enterprise OSes findet man daher meist auf Servern, aber auch dort wo Rechner extrem stabil laufen sollen (z. B. Börse, Medizin, Raumfahrt). Es ist aber zu beachten, dass CentOS, im Gegensatz zu RHEL, von vielen Software- und Hardwareherstellern nicht direkt unterstützt wird, Support gibt es dann (wenn überhaupt) nur indirekt, auf Grund der Binärkompatibilität zu RHEL.

Unterstützte Architekturen [Bearbeiten]

CentOS unterstützt nahezu alle Architekturen, für die auch Red Hat Enterprise Linux zur Verfügung steht.

In der aktuellen Version unterstützt es folgende Architekturen uneingeschränkt :

Folgende Architekturen wurden zeitweise unterstützt:

Software-Management [Bearbeiten]

Wie bei RHEL wird CentOS mit einem grafischen Installer mit dem Namen Anaconda installiert, der auch für Einsteiger leicht bedienbar ist. Bei der Softwareverwaltung setzt CentOS auf den Paketmanager RPM und die Software-Verwaltung yum. Diese verwendet CentOS schon länger als RHEL. Anwendungen und System-Teile werden dabei online auf einem Repository-Server gesucht, von dort als RPM-Package heruntergeladen und installiert.

Software-Repositories anderer Hersteller [Bearbeiten]

Repositories anderer Hersteller verfolgen meist andere Ziele oder eine andere Lizenzpolitik als CentOS. Nennenswert sind hier Dag Wieers, RPM Fusion, RPMForge und atrpms. Die Quellen sind nicht immer zueinander kompatibel. Darüber hinaus stellen immer mehr Softwareprojekte und Firmen, wie das GStreamer-Projekt, Skype oder Adobe Systems, das Mono-Projekt, eigene Repositories zur Verfügung.

Probleme mit der Version RHEL 6 [Bearbeiten]

Normalerweise können Upstream-Updates immer sehr zeitnah (praktisch Tagesfrist) zur Verfügung gestellt werden. Nur bei den etwa halbjährigen „Point-Releases“ von RHEL ist man einige Wochen (bisher schlimmstenfalls ein bis zwei Monate) davon abgeschnitten, da das Freiwilligen-Team von CentOS dann deutlich mehr zu tun hat.

Mit RHEL 6 scheint jedoch Redhat den Zugang zu den Quellen „überarbeitet“ zu haben: Zwar ist es gemäß der GPL selbstverständlich weiterhin erlaubt, diese bzw. daraus gewonnene Binaries zu verbreiten, wer dies jedoch tut, riskiert seinen Zugang zum „Redhat Network“: They are not restricting your right to distribute, they are restricting your access to RHN if you choose to distribute. [2]

Mit CentOS 6.2 scheint man wieder aufgeschlossen und alle Probleme erledigt zu haben. 6.2 war nur etwa eine Woche nach 6.1 verfügbar, die kurzfristigen Updates gibt es auch wieder.

Versionen [Bearbeiten]

Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version
Version RHEL Version Linux Kernel-Version Veröffentlichung Unterstützung bis
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 2.0 2.1 AS 14. Mai 2000 31. Mai 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3.0 3.0 Ende 2003 31. Oktober 2010
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 3.9 3.9 28. Juli 2007
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.0 4.0 2.6.9 1. März 2005 29. Februar 2012
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.6 4.6 16. Dezember 2007
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.7 4.7 13. September 2008
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.8 4.8 22. August 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 4.9 4.9 3. März 2011
Ältere Version; noch unterstützt: 5.0 5.0 2.6.18-8 12. April 2007 31. März 2017
Ältere Version; noch unterstützt: 5.1 5.1 2.6.18-53 2. Dezember 2007
Ältere Version; noch unterstützt: 5.2 5.2 2.6.18-92 24. Juni 2008
Ältere Version; noch unterstützt: 5.3 5.3 2.6.18-128 1. April 2009
Ältere Version; noch unterstützt: 5.4 5.4 2.6.18-164 21. Oktober 2009
Ältere Version; noch unterstützt: 5.5 5.5 2.6.18-194 14. Mai 2010
Ältere Version; noch unterstützt: 5.6 5.6 2.6.18-238 8. April 2011
Ältere Version; noch unterstützt: 5.7 5.7 2.6.18-274 13. September 2011
Ältere Version; noch unterstützt: 5.8 5.8 2.6.18-308 8. März 2012[3]
Aktuelle Version: 5.9 5.9 2.6.18-348 17. Januar 2013[4]
Ältere Version; noch unterstützt: 6.0 6.0 2.6.32-71 10. Juli 2011[5] 30. November 2020
Ältere Version; noch unterstützt: 6.1 6.1 2.6.32-131 9. Dezember 2011[6]
Ältere Version; noch unterstützt: 6.2 6.2 2.6.32-220 20. Dezember 2011[7]
Ältere Version; noch unterstützt: 6.3 6.3 2.6.32-279 9. Juli 2012[8]
Aktuelle Version: 6.4 6.4 2.6.32-358 9. März 2013[9]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Usage of Linux for websites. 11. Januar 2012, abgerufen am 11. Januar 2012.
  2. [1] CentOS-Mailing-Liste Oktober 2011
  3. http://wiki.centos.org/Manuals/ReleaseNotes/CentOS5.8
  4. http://wiki.centos.org/Manuals/ReleaseNotes/CentOS5.9
  5. Release for CentOS-6.0 i386 and x86_64. 10. Juli 2011. Abgerufen am 10. Juli 2011.
  6. Release for CentOS-6.1 i386 and x86_64. 9. Dezember 2011. Abgerufen am 9. Dezember 2011.
  7. Release for CentOS-6.2 i386 and x86_64. 20. Dezember 2011. Abgerufen am 20. Dezember 2011.
  8. Release for CentOS-6.3 i386 and x86_64. 9. Juli 2012. Abgerufen am 9. Juli 2012.
  9. Release for CentOS-6.4 i386 and x86_64. 9. März 2013. Abgerufen am 28. März 2013.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: CentOS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien