Centaurus A

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Galaxie
Centaurus A
Überlagerung von Aufnahmen im Submillimeter- (APEX, orange) mit Röntgen- (Chandra, blau) und sichtbaren Bereich.
Überlagerung von Aufnahmen im Submillimeter- (APEX, orange) mit Röntgen- (Chandra, blau) und sichtbaren Bereich.
DSS-Bild von NGC 5128
Sternbild Zentaur
Position
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Rektaszension 13h 25m 27,6s[1]
Deklination −43° 1′ 8,8″ [1]
Erscheinungsbild
Morphologischer Typ S0 pec; Sy2  [1]
Helligkeit (visuell) +6,6 mag [2]
Helligkeit (B-Band) +7,6 mag [2]
Winkel­ausdehnung 25,7′ × 20′ [1]
Flächen­helligkeit +13,3 mag/arcmin² [2]
Physikalische Daten
Zugehörigkeit M83-Gruppe  
Rotverschiebung +0,001825 ± 0,000017  [1]
Radial­geschwin­digkeit (+547 ± 5) km/s  [1]
Entfernung 12 Mio. Lj  
Masse eine Billion (1012) M
Durchmesser ca. 150.000 x 120.000 Lj
Geschichte
Entdeckung James Dunlop
Entdeckungsdatum 29. April 1826
Katalogbezeichnungen
NGC 5128 • PGC 46957 • ESO 270-9 • MCG -07-28-001 • IRAS 13225-4245 • 2MASX J13252775-4301073 • SGC 132233-4245.4 • Arp 153 • GC 3525 • h 3501 • AM 1322-424 • PRC C-45 • HIPASS J1324-42 • Dun 482
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Centaurus A (NGC 5128) ist die Bezeichnung einer Galaxie im Sternbild Centaurus. NGC 5128 ist eine starke Radioquelle. NGC 5128 hat eine Winkelausdehnung von 25,7' x 20,0' und eine scheinbare Helligkeit von 6,6 mag. Centaurus A ist nach Messier 81 die zweithellste Galaxie außerhalb der Lokalen Gruppe und die fünfthellste am Himmel. Sie liegt in einer Entfernung von ca. 12 Millionen Lichtjahren und ist Teil der M83-Gruppe.

Entdeckung[Bearbeiten]

  • 1826: NGC 5128 wird am 29. April von James Dunlop entdeckt.
  • 1847: John Herschel katalogisiert die Galaxie als außergewöhnlich aussehender Nebel.
  • 1949: John Gatenby Bolton, Bruce Slee und Gordon Stanley lokalisieren NGC 5128 als eine der ersten extragalaktischen Radioquellen.
  • 1954: Walter Baade und Rudolph Minkowski schlagen vor, dass die außergewöhnliche Gestalt durch die Vereinigung einer großen elliptischen Galaxie und einer kleinen Spiralgalaxie resultiert.
  • 1970: Entdeckung von Röntgenemissionen
  • 1975–76: Entdeckung von Gammastrahlung

Den Namen Centaurus A erhält sie als hellste Radioquelle im Sternbild Zentaur.

Besonderheiten[Bearbeiten]

Centaurus A ist die nächstgelegene Radiogalaxie und die dritthellste Radioquelle am Himmel. Sie ist eine elliptische Galaxie, welche von einem ungewöhnlichen Staubband durchquert wird. Außerdem ist sie eine starke Quelle von Röntgen- und Gammastrahlung. Aus dem Kern heraus wird ein relativistischer Jet emittiert. Durch ihre Nähe ist sie eine der am besten untersuchten aktiven Galaxien. Die ungewöhnliche Aktivität von Centaurus A lässt sich dadurch erklären, dass sie vor einigen 100 Millionen Jahren eine Kollision mit einer kleinen Spiralgalaxie hatte und diese vollständig aufnahm. Dadurch gab es eine heftige Sternentstehungsphase, welche das Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie aktivierte. Dieses hat eine Masse von 200 Millionen Sonnenmassen.

Aufbau[Bearbeiten]

Weitfeld-Aufnahme mit dem 2,2m-MPG/ESO Teleskop im sichtbaren Bereich

Im Optischen Spektrum hat die Galaxie einen Durchmesser von 150.000 × 120.000 Lichtjahren und hat die Form eines Ellipsoids.[3] Sie enthält einen Aktiven Galaktischen Kern. Der Zentralbereich besteht hauptsächlich aus älteren roten Sternen. Dieser Bereich wird von einer Staubscheibe durchzogen, in der vor kurzem neue Sterne entstanden. Über 100 Sternentstehungsgebiete wurden in diesem Bereich entdeckt. Sie wird von ausgedehnten Radiostrahlungsgebieten umgeben.

Beobachtungen[Bearbeiten]

Optisch[Bearbeiten]

Zentralbereich von Centaurus A, beobachtet mit dem Hubble-Weltraumteleskop

Mit dem Hubble-Weltraumteleskop wurde der innere Bereich genauer untersucht. Hierbei wurden am Rand der Staubscheibe neu gebildete Sternhaufen mit heißen jungen Sternen entdeckt. Die Staubscheibe selbst hat einen Neigungswinkel von 10 bis 20 Grad zu unserer Sichtlinie.

Die normalen optischen Fotografien zeigen nur den inneren Bereich der Galaxie. Der australische Astronom David Malin konnte durch eine spezielle Technik die Randbereiche der Galaxie genauer untersuchen.[4] Hierbei zeigt sich die enorme Größe der Galaxie. Hierbei wurde auch eine Hüllenstruktur von mehreren Schalen entdeckt, die auf die Kollision mit einer anderen Galaxie zurückzuführen ist.

1986 wurde eine Supernova in Centaurus A entdeckt (SN 1986G).[5]

Infrarot[Bearbeiten]

Centaurus A im nahen Infrarotlicht, aufgenommen vom New Technology Telescope.
Aufnahme im fernen Infrarot mit dem Herschel-Weltraumteleskop

Beobachtungen mit dem Spitzer-Weltraumteleskop ergaben eine parallelogramm-artige Struktur im zentralen Staubband. Diese seltsame Form wird dadurch erklärt, dass Centaurus A eine kleine Spiralgalaxie verschluckt hat und deren Scheibe während des Aufnahmeprozesses verbogen und verdreht wurde.

Mit dem Spitzer-Weltraumteleskop wurde 2006 eine schalenförmige expandierende Struktur um den Kern mit einem Radius von 150 Lichtjahren gefunden.[6]

Radio[Bearbeiten]

Die Radiostrahlung von Centaurus A wird von zwei Regionen emittiert. Die innere Region erstreckt sich symmetrisch in zwei Armen jeweils 16.000 Lichtjahre vom Kern (siehe erste Abbildung). Die äußere Radioquelle ist ebenfalls symmetrisch und ist um 40 Grad gegenüber dem inneren Bereich gedreht. Die äußere Radioquelle hat einen Durchmesser von 2,5 Millionen Lichtjahren, was sie zu einem der ausgedehntesten Objekte dieser Art am Himmel macht. (Der scheinbare Durchmesser beträgt 9 Grad, dies entspricht zwanzig Vollmonddurchmesser). Diese Radiowolken bestehen wahrscheinlich aus heißem dünnen Gas, welches vom Kern ausgestoßen wurde. Die Radiostrahlung selbst wird durch sich schnell bewegende Elektronen erzeugt, die sich im Magnetfeld der Radiowolken bewegen und dabei Synchrotronstrahlung abgeben.[3]

Röntgenstrahlung[Bearbeiten]

Centaurus A im Röntgenlicht

Beobachtungen mit dem Röntgenteleskop Chandra zeigen einen 30.000 Lichtjahre ausgedehnten Jet, der vom Kern der Galaxie ausgeht.[7] Die Helligkeit des Kerns im Röntgenbereich kann sich innerhalb weniger Tage ändern, deshalb kann die Quelle nur maximal ein hundertstel eines Lichtjahres groß sein. Die Röntgenstrahlung des Kerns kommt wahrscheinlich von einer Akkretionsscheibe um ein massereiches Schwarzes Loch.

Gammastrahlung[Bearbeiten]

Beobachtungen im Gammastrahlenbereich zeigen, dass Centaurus A hierbei 200-mal mehr Energie abstrahlt als in Radiostrahlung.

Video[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Centaurus A – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten]

  1. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNASA/IPAC Extragalactic Database. Abgerufen am 17. Februar 2008 (englisch).
  2. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStudents for the Exploration and Development of Space. Abgerufen am 17. Februar 2008 (englisch).
  3. a b Nigel Henbest, Michael Marten: The New Astronomy., 1996, Cambridge University Press, ISBN 0-521-40324-3)
  4. Malin, D. F.; Quinn, P. J.; Graham, J. A.: The Shell structure in NGC 5128, 09/1983, Astrophysical Journal, Part 2 – Letters to the Editor (ISSN 0004-637X), vol. 272, Sept. 1, 1983, p. L5–L7. fulltext @adsabs.harvard.edu
  5. R. Evans, R. H. McNaught, C. Humphries: Supernova 1986G in NGC 5128. In: IAU Circular. 4208, 1986.
  6. Alice C. Quillen et.al.: DISCOVERY OF A 500 PARSEC SHELL IN THE NUCLEUS OF CENTAURUS A, 04/2006, The Astrophysical Journal, volume 641, part 2 (2006), pages L29–L32
  7. Centaurus A: X-Rays from an Active GalaxyAstronomy Picture of the Day vom 5. Juli 2003 (englisch).