Schwedische Zentrumspartei
| Centerpartiet Zentrumspartei |
|
| Parteivorsitzende | Annie Lööf |
| Generalsekretär | Michael Arthursson |
| Gründung | 1913 |
| Hauptsitz | Stockholm |
| Jugendorganisation | Centerpartiets ungdomsförbund (CUF) |
| Ausrichtung | Linksliberalismus, Agrarpolitik, Liberalismus, Libertarismus |
| Farbe(n) | Grün |
| Parlamentsmandate | 23 von 349 (Riksdagen, 2010) |
| Mitgliederzahl | 49.300 |
| Internationale Verbindungen | Liberale Internationale (LI) |
| Europapartei | Europäische Liberale, Demokratische und Reformpartei (ELDR) |
| EP-Fraktion | Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) |
| Website | www.centerpartiet.se |
Centerpartiet (dt. Zentrumspartei) ist eine im schwedischen Reichstag vertretene politische Partei. Sie ist eine bürgerliche Partei mit grünem Profil, die die Interessen der Landwirtschaft und der Kleinunternehmer vertritt. Die Parteivorsitzende ist seit 2011 Annie Lööf. Die Zentrumspartei erreichte bei der letzten Reichstagswahl 2010 6,6 % der Stimmen und 23 von 349 Mandaten. Auf europäischer Ebene ist die Partei Mitglied der ELDR und gehört im Europaparlament der liberalen ALDE-Fraktion an.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
1913 wurde die Partei Bondeförbundet (Bauernbund) gegründet, die die Interessen der Landwirtschaft wahrnehmen wollte. 1921 vereinigte man sich mit der 1915 gegründeten Bauernpartei Jordbrukarnas Riksförbund (Reichsverband der Landwirte) unter dem Namen Bondeförbundet, den man bis 1958 beibehielt, als man sich in Centerpartiet umbenannte.
In den ersten Jahrzehnten war Bondeförbundet eine ausgesprochene Interessenpartei, die die Interessen der Landwirtschaft auf einer konservativen Wertbasis vertrat. Doch nach der Weltwirtschaftskrise 1929, die auch die Landwirtschaft traf, ging man 1933 ein Abkommen mit den Sozialdemokraten ein, das Subventionen für die Landwirtschaft und verschiedene Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit beinhaltete. 1936 führte die Zusammenarbeit zu einer Koalitionsregierung mit den Sozialdemokraten, die bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges dauerte. Eine zweite Mitte-links-Regierung bestand von 1951 bis 1957.
Ende der 1960er und Anfang der 70er Jahre gewannen Umweltfragen und die Atompolitik ein immer größeres Gewicht, und die Zentrumspartei profilierte sich mit einer grünen Politik. Dies führte zu den größten Wahlerfolgen 1973 und 1976, als die Partei 24,1 % der Stimmen bekam. Der Parteivorsitzende Thorbjörn Fälldin führte als Ministerpräsident eine bürgerliche Koalition an. Nach einer 6-jährigen Regierungszeit verlor man schließlich die Wahl von 1982; danach ging der Wähleranteil sehr stark zurück. 1991 bis 1994 war die Zentrumspartei eine von vier Koalitionsparteien in der bürgerlichen Regierung, zwischen 1995 und 1998 unterstützte man die sozialdemokratische Minderheitsregierung in wirtschaftlichen und ökologischen Fragen.
Die Zentrumspartei stand immer vor der Herausforderung, sich zu den politischen Blöcken zu positionieren. Darüber hinaus zeigt sie sich in der EU-Frage gespalten. Nachdem Maud Olofsson 2001 den Vorsitz der Partei übernommen hatte, war ein eindeutiger Trend zu neoliberalen Positionen zu beobachten. Den Annäherungsversuchen der Sozialdemokraten vor der Wahl 2002 begegnete die Vorsitzende mit den Worten: "Ich will keine Koalition mit Göran Persson, Punktum!" Am 17. Juni 2011 kündigte Maud Olofsson ihren Rückzug vom Parteivorsitz an.
Der Jugendverband der Partei (Centerpartiets Ungdomsförbund, CUF) pflegt seit einigen Jahren Kontakte zum neoliberalen Think-Tank "Timbro" und führende Zentrumspolitiker wie Fredrick Federley und Annie Lööf, beide Mitglieder des schwedischen Reichstags, sowie Maud Olofsson selbst profilieren die Partei inzwischen als kleinunternehmerfreundlich und anti-gewerkschaftlich. Besonders die Lockerung des Kündigungsschutzes ist seit einigen Jahren eines der Kernthemen der Partei.[1] Auch in Umweltfragen hat die Parteispitze eine Kursänderung zugunsten der Atomenergie durchgesetzt.
Die Neupositionierung der Partei ist dabei nicht unumstritten und hat Maud Olofsson innerparteiliche Kritik eingebracht. Im Kern steht die Kritik, die Ideale der Partei zu verraten, und die Furcht vor einem Debakel bei der nächsten Reichstagswahl. Befürchtungen, die Wähler könnten die Neupositionierung der Partei nicht unterstützen, werden derzeit durch schlechte Umfragewerte zusätzlich verstärkt.[2][3]
Wahlergebnisse [Bearbeiten]
Reichstagswahlen [Bearbeiten]
Bis 1968 Wahlen zur Zweiten Kammer. Angaben von Statistiska Centralbyrån.[4]

Karten [Bearbeiten]
- 0,0 – 4,9 %
- 5,0 - 7,9 %
- 8,0 - 11,9 %
- 12,0 - 15,9 %
- >16,0 %
Parteivorsitzende [Bearbeiten]
- 1915 Gustaf Eriksson
- 1915–21 Johannes Nilsson
- 1916–19 Erik Eriksson
- 1919–24 Johan Andersson
- 1924–28 Johan Johansson
- 1929–34 Olof Olsson
- 1934–49 Axel Pehrsson-Bramstorp, Ministerpräsident 1936
- 1949–71 Gunnar Hedlund
- 1971–85 Thorbjörn Fälldin, Ministerpräsident 1976–78 und 1979–82
- 1986–87 Karin Söder
- 1987–98 Olof Johansson
- 1998–2001 Lennart Daléus
- 2001–2011 Maud Olofsson
- 2011- Annie Lööf
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Högerhoppet - Dokument Inifrån svt.se, nicht mehr abrufbar
- ↑ Börje Hörnlund: Maud Olofssons politik en katastrof för centern Dagens Nyheter, 7. Mai 2009, abgerufen am 18. Juni 2012
- ↑ Sämst resultat hittills för Centern Svenska Dagbladet, 20. Januar 2013, abgerufen am 15. Februar 2013
- ↑ Historische Wahlstatistiken Statistiska Centralbyrån, abgerufen am 24. Juni 2012
Weblinks [Bearbeiten]
Partit Liberal (Andorra) · Armenische Allnationale Bewegung (Armenien) · Müsavat Partiyası (Aserbaidschan) · Open Vlaamse Liberalen en Democraten (Belgien) · Mouvement Réformateur (Belgien) · Liberalno demokratska stranka (Bosnien und Herzegovina) · Bewegung für Rechte und Freiheiten (Bulgarien) · Nationale Bewegung für Stabilität und Fortschritt (Bulgarien) · Venstre (Dänemark) · Det Radikale Venstre (Dänemark) · Freie Demokratische Partei (Deutschland) · Estnische Reformpartei (Estland) · Estnische Zentrumspartei (Estland) · Finnische Zentrumspartei (Finnland) · Schwedische Volkspartei (Finnland) · Republikanische Partei Georgiens (Georgien) · Unser Georgien – Freie Demokraten (Georgien) · Fianna Fáil (Irland) · Italia dei Valori (Italien) · Radicali Italiani (Italien) · Aleanca Kosova e Re (Kosovo) · Partia Liberale e Kosoves (Kosovo) · Kroatische Sozial‑Liberale Partei (Kroatien) · Kroatische Volksparte – Liberaldemokraten (Kroatien) · Istrische Demokratische Versammlung (Kroatien) ·; Liberale und Zentrumsunion (Litauen) · Bewegung der Liberalen (Litauen) · Darbo partija (Litauen) · Demokratesch Partei (Luxemburg) · Liberalna Partija na Makedonija (Mazedonien) · Liberalno‑Demokatska Partija (Mazedonien) · Partidul Liberal (Moldawien) · Democraten 66 (Niederlande) · Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (Niederlande) · Venstre (Norwegen) · Liberales Forum (Österreich) · Partia Demokratyczna – demokraci.pl (Polen) · Partidul National Liberal (Rumänien) · Jabloko (Russland) · Demokratische Volksunion (Russland) · Volkspartei der Liberalen (Schweden) · Zentrumspartei (Schweden) · FDP.Die Liberalen (Schweiz) · Liberalno-demokratska partija (Serbien) · Sloboda a Solidarita (Slowakei) · Liberaldemokratie Sloweniens (Slowenien) · Zares (Slowenien) · Državljanska lista (Slowenien) · Convergència Democràtica de Catalunya (Spanien) · Centro Liberal Democrático (Spanien) · LIDEM – liberální demokraté (Tschechien) · Bund Freier Demokraten (Ungarn) · Liberal Democrats (Vereinigtes Königreich) · Enomeni Dimokrates (Zypern)