Cerentino

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Cerentino
Wappen von Cerentino
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Rovana
BFS-Nr.: 5309i1f3f4
Postleitzahl: 6683
Koordinaten: 685618 / 12878346.3058.55981Koordinaten: 46° 18′ 18″ N, 8° 33′ 0″ O; CH1903: 685618 / 128783
Höhe: 981 m ü. M.
Fläche: 20.16 km²
Einwohner: 61 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 3 Einw. pro km²
Website: www.cerentino.ch
Pfarrkirche Santa Maria

Pfarrkirche Santa Maria

Karte
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Über dieses Bild
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Landschaft und Strasse nach Cerentino

Cerentino ist eine politische Gemeinde im Kreis Rovana, im Bezirk Vallemaggia des Kantons Tessin in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf befindet sich am Zusammenschluss des Val di Bosco und des Valle di Campo und liegt 25 km nordwestlich von Locarno. Die östliche Gemeindegrenze führt (meist Bächen entlang) vom Madone di Camedo (2'446 m ü.M.) über den Pizzo Sascola (2'057 m ü.M.) zum Pizzo Mezzodi (2'223 m ü.M.) in südlicher Richtung. Von dort führt sie nach einem kurzen Schwenker nach Westen in nordwestlicher Richtung bis zum Pizzo Bombögn (2'289 m ü.M.). Die Nordgrenze (zur Gemeinde Bosco/Gurin) verläuft dann in östlicher Richtung zum Pian Crosc (1'955 m ü.M.), dreht dort in nördliche Richtung hinüber zum Camino (2'489 m ü.M.). Der Rest der Gemeindegrenze führt entlang von Graten. Zuerst nach Nordosten zum Pizzo d'Orsalietta (2'476 m ü.M.), dann Richtung Südosten zurück über den Pizzo della Rossa (2'482 m ü.M.) und den Madonino (2'483 m ü.M.) zum Madone di Campo. Hauptbäche sind die Rovana und der Bosco , die südlich des Weilers Collinasca[2] (761 m ü.M., 500 m östlich von Cerentino) zusammenfliessen.

Alle elf Hauptsiedlungen liegen nördlich der Rovana. Allerdings sind von diesen nicht mehr alle bewohnt. Neben dem oben erwähnten Collinasca sind dies Cerentino (980 m ü.M.), Camanoi (1'136 m ü.M., 1 km nördlich von Cerentino), Corino (1'093 m ü.M., westlich von Camanoi), Casa dei Giün (1'080 m ü.M.), Corsopra(1'140 m ü.M., beide nordwestlich von Cerentino) sowie Piede delle Piode (954 m ü.M., 1&nbspkm südwestlich von Cerentino). Vom gesamten Gemeindeareal von 2016 ha sind 66,2 % von Wald und Gehölz und 27,6 % von unproduktiver Fläche (meist Gebirge) bedeckt. Daneben verbleiben bloss noch 4,3 % landwirtschaftliche Nutz- (meist Alpen) und 1,8 % Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1591 625
1769 475
1801 365
1850 371
1888 274
1900 209
1950 152
1990 47
2000 58
2004 69
2010 60
2011 58
2012 62

Seit Jahrhunderten wanderten Menschen aus Cerentino ab. Zuerst in andere europäische Länder (vor allem nach Italien und Holland), ab dem 19. Jahrhundert auch nach Kalifornien. Der Rückgang hielt bis 1990 an. Seither ist ein starkes Bevölkerungswachstum auszumachen (1990-2004: +46,8 %). Dennoch erreicht die Zahl der Bewohner nur knapp 10 % des ursprünglichen Bestands.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine lokale Mundart des Italienischen. Durch die Zuwanderung einiger Auswärtiger ist die Bevölkerung sprachlich nicht mehr einheitlich (1970 noch 98,67 % Italienischsprachige). Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 89,66 % Italienisch, 8,62 % Deutsch und 1,72 % Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

In früheren Zeiten gehörte die gesamte Einwohnerschaft der römisch-katholischen Kirche an. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sind 70,69 % römisch-katholische und 10,34 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 12,07 % Konfessionslose und 1,72 % Muslime. 5,17 % der Einwohner machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den 69 Einwohnern Ende 2004 waren 64 (=92,75 %) Schweizer Staatsangehörige. Bei der letzten Volkszählung waren 94,83 % Schweizer Staatsangehörige. Unter ihnen ein Doppelbürger. Wie die drei Ausländer stammte er ursprünglich aus Italien.

Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus drei Personen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher lebten die Bewohner von der Viehzucht. Bereits früh gab es eine Auswanderung nach Italien und in andere europäische Länder. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Einwohner nach Kalifornien aus. 15 (=75 %) der 20 Erwerbstätigen von Cerentino arbeiten in der eigenen Gemeinde. Den wenigen Wegpendlern stehen sieben Zupendler gegenüber. Nur noch wenige Einheimische verdienen ihr Brot in der Landwirtschaft. Die Mehrheit arbeitet im Gewerbe und in Dienstleistungsberufen.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch die beiden Postautolinien Cevio-Cerentino-Bosco/Gurin und Cevio-Cerentino-Cimalmotto ins Netz des öffentlichen Verkehrs eingebunden. Da diese Busse nicht sehr häufig verkehren, benutzen die meisten Bewohner ihr Privatauto als Verkehrsmittel.

Pfarrkirche, Sonnenuhr und Fresken

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Pietro Morettini (1660-1737), Militäringenieur[3].
  • Laurent Cocchi (* 31. März 1955 in Berne), Grafiker, Illustrator[4]
  • Franc̦ois Lafranca (* 1943), Künstler und Verleger[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

00 Veranstaltung ==

  • Papiermühle Lafranca in Collinasca[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Guglielmo Buetti: Note Storiche Religiose delle Chiese e Parrocchie della Pieve di Locarno, (1902), e della Verzasca, Gambarogno, Valle Maggia e Ascona (1906). 2. Auflage, Pedrazzini Edizioni, Locarno 1969.
  • Giovanni Bianconi: Vallemaggia., Edizioni L.E.M.A., Agno 1969.
  • Martino Signorelli: Storia della Valmaggia., Tipografia Stazione SA, Locarno 1972.
  • Romano Broggini (Hrsg.): Strumenti e documenti per lo studio del passato della Svizzera italiana. Gli statuti e ordinamenti viciniali di Cerentino editi e annotati da Giuseppe Mondada., Humilibus Consentientes, Bellinzona 1977.
  • Bernhard Anderes: Guida d’Arte della Svizzera Italiana., Edizioni Trelingue, Porza-Lugano 1980, S. 182-183.
  • Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi., Pramo Edizioni, Viganello 1997.
  • Luciano Vaccaro, Giuseppe Chiesi, Fabrizio Panzera: Terre del Ticino. Diocesi di Lugano., Editrice La Scuola, Brescia 2003, S. 340.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana., Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 252, 253, 254.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Cerentino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Collinasca
  3. Pietro Morettini
  4. Laurent Cocchi auf www.sikart.ch
  5. Franc̦ois Lafranca
  6. a b c d e f g h i j k l m Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 252–254.
  7. Papiermühle Lafranca in Collinasca