Cesare Ripa

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Cesare Ripa (* um 1555 in Perugia; † 1622 in Rom) war ein italienischer Koch, Schriftsteller und Gelehrter.

Ripa reiste als junger Mann nach Rom. Dort arbeitete er lange als Diener und Koch für Kardinal Anton Maria Salviati und nach dessen Tod für dessen Verwandte. Ripas Werk, die Iconologia von 1593 ist ein ikonografisches Wörterbuch, das zu einer unerschöpflichen Quelle für Kunst und Literatur des Barock geworden ist.[1]

Nach dem großen Erfolg seines Buches, das er in seiner Freizeit geschrieben hatte, wurde er mit einem Adelstitel geehrt.

Die Iconologia[Bearbeiten]

Die Iconologia overo Descrittione Dell’imagini Universali cavate dall’Antichità et da altri luoghi war ein erfolgreiches und folgenreiches Buch. Das Buch, das auf ägyptischen, griechischen und römischen Bild- und Schriftquellen basiert, wurde von Rhetorikern, bildenden Künstlern und Dichtern verwendet, um abstrakten Begriffen, wie Tugenden und Laster, Affekte und Leidenschaften, Künsten und Wissenschaften Gestalt zu geben. Das Buch war, gemäß einem in der Renaissance üblichen Verfahren, nicht systematisch, sondern alphabetisch angeordnet. Jedem Begriff entspricht in dem Buch ein Bild mit einer Beschreibung der allegorischen Figur oder Personifikation, in der Art und Farbe der Kleidung einer Figur und ihre unterschiedlichen Attribute vorgegeben werden, einschließlich Belegen aus der Bibel oder der antiken Literatur. Erst 1603 erschien eine illustrierte Fassung mit 151 Bildern.

Zahlreiche Übersetzungen ins Italienische, Französische (1644, 1677, 1681 und 1698), ins Niederländische (zwischen 1644 und 1750), Deutsche (1670, 1704,[2] und 1758–1760) und Englische (1709, 1779, 1785) belegen die große Nachfrage. Text und Illustrationen der einzelnen Ausgaben variieren stark. Die Hertelausgabe in Augsburg um 1758–1760 mit wenig Text, aber ausgezeichneten Kupferstichen von Jeremias Wachsmuth gehört zu den schönsten.[3] Erst der Klassizist Johann Winckelmann hat sich kritisch zu Ripa geäußert.

Das Werk Ripas ist noch heute von Bedeutung für die Entschlüsselung sowohl barocker Allegorien als auch allegorischer Darstellungen des Klassizismus und des Historismus sowie für die Emblematik. Vor allem beim Werk von Johannes Vermeer und seinem Gemälde Die Malkunst wird die Iconologia von Ripa zur Deutung verwandt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Cesare Ripa und die Begriffsbilder der Frühen Neuzeit, hg. von Cornelia Logemann und Michael Thimann, Zürich-Berlin: diaphanes 2010, ISBN 978-3-03734-134-6

Siehe auch[Bearbeiten]

Andrea Alciato

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maser, E.A. (1971) Cesare Ripa. Baroque and Rococo. Pictural Imagery. The 1758-1760 Hertel edition of Ripa's "Iconologia" with 200 engraved illustrations, SÜ. viii-ix.
  2. Der Kunstgöttin Minerva liebreiche Entdeckung. Augsburg, 1704.
  3. Maser, E.A. (1971) Cesare Ripa. Baroque and Rococo. S. xiv.